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Volvo Ocean Race Feuchte Wunderkerzen und miese Zigarren

Es sollte ein bisschen gemütlich werden um Mitternacht an Sylvester - auch auf der Leverkusener Hochseeyacht illbruck auf der dritten Etappe des Volvo Ocean Race von Sydney nach Auckland.

© AP Vergrößern Kein Ort zum Feiern: die „illbruck”

„Die Wunderkerzen waren feucht geworden und die Zigarren mies“, berichtete Richard Clarke von Bord der „illbruck“. Der Smutje hatte sich eine kleine Feierzeremonie ausgedacht, doch der auffrischende Wind hatte diese jäh zunichte gemacht. „Irgendwie läuft unsere Maschine diese Etappe nicht rund“, so der Steuermann und Segeltrimmer weiter.

Denn pünktlich zum Jahreswechsel legte der Wind von vier auf sieben Beaufort zu und bescherte der Crew einen arbeitsreichen Start ins Jahr 2002. Immerhin machte sie dabei Boden gut und lag am Neujahrsmorgen vier Seemeilen vor der „Tyco“ (Bermuda) und nur eine hinter der „News Corp“ (Australien) auf Platz vier. Rund 700 Seemeilen vor dem Ziel führte die „Assa Abloy“ (Schweden) klar vor der „Amer Sport One“ (Italien).

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Nach einer langandauernden Führung im ersten Teil beim Sydney-Hobart-Race war die „illbruck“ kurz vor dem Zwischenstop in einer Flaute hängen geblieben, und musste das Rennen als Sechster wieder aufnehmen. Später lief sie in einer Sturmbö heftig aus dem Ruder und musste 20 Minute klariert werden, bevor weitergesegelt werden konnte.

Wie der Jahreswechsel an Bord der „illbruck“ verlief, berichtet Richard Clarke, Steuermann und Segeltrimmer:
„Ein frohes neues Jahr, liebe Regattafans! Der Fluch dieser Etappe, der auf uns zu liegen scheint, hat sich vergangene Nacht fortgesetzt, als meine sorgfältigen Pläne für den Jahreswechsel platzten. Es scheint, dass wir unseren Rhythmus nicht finden können. Das Wetter macht selten das, was wir vorhersehen. Und auch auf unserem Boot funktioniert einiges nicht wie gewohnt.

Weil ich für das Essen an Bord verantwortlich bin, kann ich ab und zu ein paar Extras in die Verpflegungstaschen packen. Wenn zum Beispiel jemand von der Crew Geburtstag hat, geben die Partner mir meist einige Kleinigkeiten mit. Um das Neue Jahr feierlich zu begrüßen, hatte ich mir auch etwas ausgedacht. Weil wir ja immer streng auf zusätzlichen Ballast verzichten müssen, blieben Champagner und Kavier an Land, aber Wunderkerzen und Zigarren kamen mit. Der Plan war, kurz vor Mitternacht unter Deck zu gehen, einige Wunderkerzen anzuzünden und mit dem Ruf 'Happy New Year' aus dem Niedergang herauszuspringen.

Dann wollte ich jedem eine Zigarre reichen, diese ebenfalls entfachen und mit allen über die guten Vorsätze fürs neue Jahr plaudern. Um 23.00 Uhr sah es gut aus und lief nach Plan. Moderate Brise, Code Zero gesetzt, Bedingungen wie beim gemütlichen Fahrtensegeln. Doch um 23.15 Uhr nahm der Wind von 15 auf 18...20...22...24 und schließlich 25 Knoten zu. Dadurch hatten wir natürlich jede Menge zu tun. Zunächst wechselten wir auf den asymmetrischen Spi, dann kurz vor Mitternacht auf dem Masttop-Spinnaker (ich werde direkt nach diesem Wechsel zu den Wunderkerzen kommen, dachte ich noch).

Dann nahm der Wind von 25 auf 30 Knoten weiter zu und blies in Stärke sieben für den Rest meiner Wache. Irgendwann kurz nach Mitternacht schaute ich Cheese (Dirk de Ridder) an und sagte 'Happy Bloody New Year. Zumindest kündigte sich das neue Jahr mit Schwung an. Also blieb mir nichts anderes übrig, als am Ende meiner Wache zwei Wunderkerzen und eine Zigarre zu holen, und leise zu versuchen, sie anzuzünden. Aber wer hätte das gedacht, sie wollten nicht brennen. Erst nachdem ich beinahe das ganze Boot in die Luft gesprengt hätte und fast das gesamte Butangas aus dem Brenner in der Pantry verbraucht hatte, gelang es mir, eine Wunderkerze zu entzünden.

Wir reichten etwas herum, was sich als miserable Zigarre entpuppte, und ich verkroch mich lieber in meine Koje. Ein positiver Aspekt ist, dass heute alles besser zu laufen scheint. Wir sind zurück auf einem knappen Halbwindkurs bei Starkwind, was zwar nie komfortabel ist, doch es sieht so aus, als wenn wir gegen 'Tyco' und 'News Corp' Boden gut machen. Wir hatten das richtige Segel oben, als es gebraucht wurde, und scheinen allmählich in einen Fluss zu kommen. Es ist ein schönes Gefühl, wenn die Maschine rund läuft und wir in die gewünschten Bewegungen hinein kommen, anstatt hin- und hergebeutelt zu werden. Im Namen von uns allen auf der 'illbruck' wünsche ich Euch ein friedliches und glückliches neues Jahr.“

Quelle: @hel, sid, YACHT-Online

 
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