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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Volleyball-EM Vorrundenaus statt Edelmetall

 ·  Für die deutschen Volleyballdamen endete die EM in Bulgarien mit einer 1:3-Niederlage gegen die Ukraine.

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Mit einer völlig enttäuschenden Leistung und einer nicht erwarteten Niederlagenserie hat sich die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen vorzeitig von der Europameisterschaft in Bulgarien verabschiedet.

Nach dem 1:3 (23:25, 25:22, 19:25, 21:25) im abschließenden Gruppenspiel gegen die Ukraine hat die Auswahl des deutschen Volleyball-Verbandes sogar das Minimalziel Platzierungsrunde und die Aussicht auf den fünften Platz verpasst. „Das ist bitter für uns“, sagte Bundestrainer Hee Wan Lee.

Lee: „Die anderen sind besser als erwartet“

Nach dem sechsten Platz in Sydney 2000 und den mitunter guten Leistungen in der Weltserie hatte Lee sein Team schon in der Weltelite gesehen und sogar mit einer Medaille geliebäugelt. Doch seine Spielerinnen konnten diese Erwartungen zu keiner Zeit erfüllen.

„Die Mannschaft ist noch nicht so gewachsen, um mit einer Favoritenrolle zurecht zu kommen. Und die anderen Teams sind besser, als wir erwartet hatten,“ sagte der ratlose Bundestrainer, der das deutsche Team 1999 in Italien noch auf den vierten EM-Platz geführt hatte.

Trübe Aussichten für WM im eigenen Land

Die in Sydney überragende Angreiferin Hanka Pachale (Florenz) war weit von ihrer Bestform entfernt. Zudem machte sich das Fehlen der Routiniers Christina Schultz und Susanne Lahme auf der schwach besetzten Mittelblockposition bemerkbar. Einziger Lichtblick im deutschen Spiel war Außenangreiferin Angelina Grün (Modena), über die fast alles lief. „Unser Spiel ist zu leicht ausrechenbar,“ erklärte Routinier Sylvia Roll (Jesi/Italien).

Nach der strapaziösen und finanziell aufwendigen Teilnahme am Grand Prix in Asien hatte sich der DVV von einem guten Abschneiden bei der EM einen Schub für die WM 2002 im eigenen Land erhofft. Stattdessen fuhr die Mannschaft bei den kontinentalen Titelkämpfen wie schon bei der vierwöchigen Asien-Tour mehr Niederlagen als Siege ein und schnitt ähnlich schlecht ab wie die Männer-Mannschaft zwei Wochen zuvor bei der EM in Tschechien. „Das ist eine totale Enttäuschung“, meinte Beatrice Dömeland vom Dresdner SC.

Lee: „Spielerinnen beherrschen ihr Handwerk nicht“

Im Spiel gegen die Überraschungsmannschaft aus der Ukraine war das Team wie schon zuvor gegen Italien und Polen chancenlos. Lediglich im Auftaktspiel gegen die Niederlande spielten die deutschen Frauen befreit auf und kamen zum einzigen Sieg (3:1) des Turniers. „Gegen Polen und Kroatien lag es nur an ein oder zwei Punkten und die Spiele wären anders gelaufen“, befand der Bundestrainer.

Bundestrainer Lee bleibt nach dem blamablen Abschneiden nur die späte Erkenntnis: „Die Spielerinnen beherrschen ihr Handwerk nicht. Wenn wir gegenhalten wollen, müssen wir schnellstens das Niveau erhöhen.“ DVV-Präsident Werner von Moltke sagte: „Wir sind von diesem Ergebnis alle sehr enttäuscht. Aber wir wollen bei der WM wieder angreifen und um Platz fünf spielen. Schließlich wollen wir den sechsten Platz von Sydney verteidigen.“

Volleyball-EM, Vorrunde

Gruppe 1
Rumänien - Frankreich 3:0 (25:21,25:15,25:12)
Griechenland - Tschechien 1:3 (18:25,25:23,20:25,13:25)
Bulgarien - Russland 0:3 (22:25,16:25,12:25)

Tabelle
1. Russland 5 5 0 15:0 10:0
2. Bulgarien 5 4 1 12:7 8:2
3. Rumänien 5 10:7 6:4
4. Frankreich 5 8:12 4:6
5. Tschechien 5 5:13 2:8
6. Griechenland 5 4:15 0:10

Gruppe 2
Deutschland - Ukraine 1:3 (23:25,25:22,19:25,21:25)
Kroatien - Italien 1:3 (22:25,25:20,17:25,14:25)
Niederlande - Polen 3:0 (25:18,26:24,25:19)

Tabelle
1. Italien 5 15:4 10:0
2. Ukraine 5 11:9 6:4
3. Niederlande 5 2 3 10:11 4:6
4. Polen 5 2 3 9:10 4:6
5. Kroatien 5 2 3 7:12 4:6
6. Deutschland 5 7:13 2:8

Quelle: @nicl, mit Material von dpa und sid
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