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Volleyball-Bundesliga : Schwerins Frauen vor dem Titel-Hattrick?

  • -Aktualisiert am

Wieder nur Außenseiter: Bayer Leverkusen Bild: dpa

Zuletzt dominierte Schwerin die Volleyball-Bundesliga - auch diesmal ist der SC wieder Favorit. Dahinter wird ein starkes Quartett erwartet.

          Erstmals spielen zwölf Teams in der Frauen-Bundesliga. Und auch das ist neu: Bis zu Rang acht werden alle Mannschaften in den Playoffs um die deutsche Meisterschaft spielen.

          Weniger neu ist die Favoritenrolle von Titelverteidiger SC Schwerin. Davon geht auch Bundestrainer Hee Wan Lee aus, der im Hinblick auf die WM 2002 in Deutschland aber auch hofft, „dass fünf oder sechs Mannschaften oben mitmischen, damit es jedes Wochenende Spannung für die Fans gibt und die Spielerinnen voll gefordert werden.“

          Karbach will in die Playoffs

          Geld und Sport stehen bei den Volleyballerinnen in engem Wirkungszusammenhang. Auch bei der DJK Karbach. Dass Hauptangreiferin Lidia Choumakova weg wollte, ist die eine Sache, im Falle von Adriana Marcekova liegen die Dinge anders. „Wir konnten mit dem Angebot eines italienischen Zweitligisten nicht mithalten“, sagt Trainer Stipe Stipanovic, im siebten Jahr in Karbach und so dienstältester Trainer der Liga.

          Er baut jetzt auf die Zugänge Nathalie Dambendzet, Cornelia Dumler und Yang Chen - die Chinesin wird aber „erst Mitte November“ in Karbach erwartet. „Wir wollen in die Playoffs, danach schauen wir weiter“, sagt Stipanovic.

          Nikolic zieht in Münster die Zügel an

          Der USC Münster bastelt noch am Team für die neue Saison. Turbulent ging es in den vergangenen Monaten zu, weil ein Schuldenberg von rund 526.000 Mark erst durch Zuwendungen der Hauptsponsoren vermindert werden konnte. Sportlich sieht es inzwischen besser aus: Die erfahrene Tonya „Teee“ Williams soll Angelina Grün ersetzen, die ukrainische Zuspielerin Julia Koftan steht im Probetraining und zwei Spielerinnen werden aus dem eigenen Nachwuchs den Kader füllen.

          USC-Geschäftsführer Uwe Niemeyer bewertet die Arbeit des neuen Trainers Zoran Nikolic, der zuletzt den Männer-Bundesligisten VC Mendig betreute, positiv: „Zoran kommt an bei der Mannschaft und zieht die Zügel an.“

          Vier Teams in der Warteschleife

          Neben Karbach und Münster darf man getrost auch Dresden und Ulm weit vorne erwarten. DSC-Trainer Wolfgang Kipf sortierte Katja Wühler und Yvonne Zymara aus und holte die Ukrainerin Yuliya Buyeva. „Schlechter ist Dresden bestimmt nicht geworden“, sagt Karbachs Manager Bernhard März. „Und die Nachwuchsspielerin Corina Suschke wird in Dresden ihren Weg machen.“

          In Ulm muss Coach Arnd Ludwig auf die erfahrene Irena Machovczak verzichten, hat aber mit der von der halben Liga umworbenen Patricia Danicic, der Finnin Saara Loikkanen und der Tschechin Tereza Stribrna gut nachlegen können. Das Halbfinale steht auf des Trainers Plan, dennoch scheut er eindeutige Aussagen: „Wenn wir von Verletzungen verschont bleiben, können wir weit vorne landen.“

          Topfavorit ist der Schweriner SC. Der Meister der vergangenen zwei Spielzeiten wird von allen Experten auch in dieser Saison ganz vorne erwartet. SSC-Trainer Michael Schöps arbeitet unter besten Bedingungen mit einer beinahe unveränderten Mannschaft, muss lediglich auf Tatjana Gerber verzichten.

          Nichts Neues in unteren Gefilden

          Alte Verhältnisse kündigen sich also auf den Spitzenpositionen an, im unteren Bereich dürften derweil die Karten neu gemischt werden. Teams wie Lohhof und Emlichheim, die die Chance zum Klassenerhalt in der Relegation wesentlich der Ligaaufstockung zu verdanken hatten, werden es in der kommenden Saison schwer haben.

          Lohhof musste unter dem neuen Trainer Leif Anderson ein neues Team formieren und ist die große Unbekannte. Immerhin lotste Anderson Vanja Sokolova nach München - die bulgarische Mittelblockerin war auch von Meister Schwerin umworben worden.

          Emlichheim ist derweil personell nicht stärker einzuschätzen als in der vergangenen Saison. Die Hoffnungen des neuen Managers Norbert Bußmann ruhen auf dem ehemaligen niederländischen Nationalcoach Pierre Mathieu, der als Nachfolger von Gregor Marchewka das Team schon mit Erfolg durch die Relegation lotste.

          Starke Aufsteiger

          Einfacher machen es der Konkurrenz auch die beiden Aufsteiger. TV Phönix Hamburg, ehemals TV Fischbek, hatte schon in der zweiten Liga unter professionellen Bedingungen gearbeitet und will nun mit der peruanischen Zuspielerin Elena Keldibekova de Westreicher den Klassenverbleib schaffen.

          Personell aufgerüstet haben vor allem die Roten Raben aus Vilsbiburg, die mit Lohhofs ehemaligem Coach Peter Nonnenbroich die Liga stürmen wollen. Hauptattraktion dürfte die ehemalige Karbacher Hauptangreiferin Lidia Choumakova sein.

          Während der TV Creglingen und auch Bayer Leverkusen mit neuformierten Mannschaften einen neuen Anfang machen, haben die Volley Cats Berlin vor der Saison mal wieder reichhaltig Schlagzeilen produziert. Vor wenigen Wochen verabschiedete sich Trainer Andrzej Niemczyk in die Türkei, in Sergej Danilov holte Manager Heinz Kuring kurzfristigen Ersatz. Danilov soll die jüngste Mannschaft der Liga auf einen Rang „zwischen sechs und acht“ führen.

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