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Vierschanzentournee : Sven Hannawald besiegt den Mythos

  • Aktualisiert am

Der schönste Tag: Sven Hannawald Bild: dpa

Sven Hannawald siegte am Sonntag auch in Bischofshofen und gewann als erster Springer überhaupt alle vier Tourneespringen.

          Sven Hannawald hat mit einem beispiellosen Triumph die Vierschanzentournee gewonnen und damit Sport-Geschichte geschrieben.

          Der 27-Jährige siegte am Sonntag auch beim letzten Springen in Bischofshofen. Erstmals in der 50-Jährigen Historie des traditionellen Saisonhöhepunktes der Skispringer gewann ein Athlet alle vier Tournee-Stationen.

          Schanzenrekord, Punkterekord, Siegrekord

          Hannawald siegte mit Schanzenrekord von 139 sowie 131,5 m und lag mit 282,9 Punkten vor Matti Hautamäki (Finnland/280,4) und Martin Höllwarth (Österreich/274,2). Martin Schmitt bestätigte seine aufsteigende Form. Der viermalige Weltmeister kam in Bischofshofen auf 130 sowie 124,5 m und belegte damit Platz fünf.

          Sven Hannawald auf dem Weg zum Erfolg

          In der Gesamtwertung setzte sich Hannawald mit der Rekordzahl von 1077,6 Punkten vor Hautamäki (1021,0) und Höllwarth (1016,1) durch. Der polnische Vorjahressieger Adam Malysz (992,8) hat seine Dominanz vom Saisonbeginn eingebüßt und wurde Vierter.

          Reinhard Heß verneigte sich

          35.000 Zuschauer, darunter die Hälfte aus Deutschland, bejubelten den „Grand Slam“ des Skispringens. Bundestrainer Reinhard Heß verneigte sich im Auslauf stellvertretend für die Skisprung-Welt vor Hannawald.

          Hannawald zeigte auch beim großen Finale keine Nerven, ließ wie zuvor auch die Qualifikation aus und verbesserte den von ihm selbst gehaltenen Schanzenrekord mit dem weitesten Tournee-Sprung aller Zeiten. „Ich lande im Moment wie ein Flugzeug, von daher machen mir die Weiten nichts aus“, kommentierte er seinen Sprung.

          Zahltag für den Siegspringer

          Neben dem sportlichen Triumph ist Bischofshofen auch der größte Zahltag in der bisherigen Laufbahn des Skisprung-Weltmeisters von 2000. Hannawald gewann insgesamt ein Preisgeld von 331.000 Euro und kassiert zusätzlich Prämien von seinen Ausrüstern und Sponsoren. Martin Schmitt erkannte fair die Leistung der derzeitigen deutschen Nummer eins an: „Sven springt im Moment in einer eigenen Liga. Ich habe schon so viel erreicht, man kann nicht erwarten, dass man alles gewinnt.“

          Für Sven Hannwald ist die Paul-Außerleitner-Schanze der Ort seiner größten Triumphe. Im Salzburger Land schaffte er 1998 seinen ersten Weltcupsieg, stellte bei der Nordischen Ski- Weltmeisterschaft 1999 mit 137 m den nun von ihm verbesserten Schanzenrekord auf. Damals gewann er trotz eines Sturzes mit der deutschen Mannschaft WM-Gold.

          Zehnter deutscher Gesamtsieger

          Hannawald ist der zehnte deutsche Gewinner der Vierschanzentournee. Zuletzt hatte Jens Weißflog 1996 gesiegt. Mit seinen Erfolgen 1984, 1985 und 1990 konnte Weißflog als Einziger vier Mal gewinnen. Weitere deutsche Gesamt-Sieger der Tournee sind Dieter Thoma (1990), Manfred Deckert (1982), Jochen Danneberg (1977, 1976), Hans-Georg Aschenbach (1974), Rainer Schmidt (1973), Horst Queck (1970), Helmut Recknagel (1957, 1958, 1961) und Max Bolkard (1960).

          Der Jubiläums-Tournee blieben erstmals seit Jahren Wetterkapriolen und Weiten-Diskussionen erspart. Alle vier Springen fanden bei optimalen äußeren Bedingungen statt. Die traditionelle Rivalität zwischen Deutschen und Österreichern wurde sportlich fair entschieden, unfaire Schmähungen der jeweils anderen Nationen blieben die Ausnahme. Mit gut 110.000 Besuchern verbuchte die Tournee zudem einen bisher nicht gekannten Zuschauerzuspruch.

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