Home
http://www.faz.net/-gtl-6wexj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Vierschanzentournee Deutscher Aufwind

In der Qualifikation zum dritten Springen der Vierschanzentournee lassen die Deutschen aufhorchen. Geburtstagskind Maximilian Mechler und Severin Freund sind in Innsbruck ganz vorne dabei.

© REUTERS Vergrößern Weiter Satz am 28. Geburtstag: Maximilian Mechler wird Zweiter in der Qualifikation

Geburtstagskind Maximilian Mechler sorgte mit Platz zwei für einen Paukenschlag, Severin Freund unterstrich als Dritter seine Ambitionen auf einen Podestplatz. Die auf den ersten Stationen leicht gerupften DSV-Adler haben in der Qualifikation für das dritte Springen der 60. Vierschanzentournee an diesem Mittwoch (13.45 Uhr / Live im ZDF und im F.A.Z.-Ticker) in Innsbruck zum Höhenflug angesetzt.

„Das war ein Lebenszeichen der gesamten Mannschaft. Sie hat gezeigt, wir sind noch da. Ich bin rundum zufrieden. Vielleicht können wir in der Höhle des Löwen zurückschlagen“, sagte Bundestrainer Werner Schuster nach dem starken Auftritt seiner Schützlinge am Dienstag. Nach einem Satz auf 126,5 Meter ließ Mechler an seinem 28. Geburtstag die fast komplett versammelte Prominenz um Tournee-Spitzenreiter Gregor Schlierenzauer, der Vierter wurde, hinter sich.

Mehr zum Thema

Lediglich dem Polen Kamil Stoch musste er um 1,6 Zähler knapp den Vortritt lassen. „Maxi hat tolle Qualitäten. Wenn er sein System findet, kann er ganz weit runter fliegen“, lobte Schuster den Jubilar aus Isny. Der konnte sein Glück kaum fassen und kostete dieses Gefühl in vollen Zügen aus. „Das freut mich riesig. In diesem Winter passt bei mir alles gut zusammen. Es ist ewig lange her, dass ich solange in der Leaderbox gestanden habe. Ich bin aber froh, dass es nicht ganz bis zum Schluss war. Sonst hätte ich morgen gegen Andreas Kofler springen müssen“, sagte Mechler.

Kofler, in der Gesamtwertung erster Verfolger Schlierenzauers, verzichtete nach dem weitesten Trainingssprung auf 131 Meter auf die Qualifikation. „Ich weiß, was ich zu tun habe. Deshalb ist das die richtige Entscheidung“, sagte der Österreicher. Vor dem Springen auf seiner Heimschanze hat Kofler 22,2 Punkte Rückstand auf Schlierenzauer, mit dem er seit knapp zwei Jahren ein Trainingsgespann am Stützpunkt in Innsbruck bildet.

Auch Severin Freund zeigte auf der Bergisel-Schanze eine starke Leistung © dapd Vergrößern Auch Severin Freund zeigte auf der Bergisel-Schanze eine starke Leistung

„Schlierenzauer hat enorme Qualitäten. Aber der Kofler springt ebenfalls fantastisch und ist natürlich auch heiß“, sagte Schuster zum Zweikampf an der Spitze. An der war in der Ausscheidung auch Freund ganz nahe dran. Mit 124,5 Metern lag der für den Wettkampf gesetzte Bayer nur 4,2 Punkte hinter Stoch. „Hier ist etwas drin“, meinte der Gesamtfünfte zuversichtlich.

„Für ihn ging es ja nur darum, sich einzuspringen. Das war ordentlich“, meinte Schuster. Er traut auch Richard Freitag am Bergisel einiges zu, auch wenn der Sachse mit 120,5 Metern und Rang 21 in der Qualifikation immer noch nicht seine Topform abrufen konnte. „Die Schanze liegt dem Richie eigentlich. Hier kann er fantastisch springen. Bisher glaubt er mir das noch nicht. Aber ich habe noch etwas Zeit und werde mich hoffentlich durchsetzen“, erklärte Schuster.

Nur der Pole Kamil Stoch flog in Innsbruck noch ein bisschen weiter © AFP Vergrößern Nur der Pole Kamil Stoch flog in Innsbruck noch ein bisschen weiter

Im K.o.-Duell des ersten Durchgangs bekommt es Freitag mit dem Gesamtdritten Daiki Ito aus Japan zu tun. „Das ist eine harte Nuss, die es zu knacken gilt. Mal sehen, ob mir das gelingt“, sagte der 20-Jährige. Nach zwei guten Trainingssprüngen klappte es in der Qualifikation zwar nicht wie gewünscht, dennoch konstatierte Freitag: „Ich habe meinen Rhythmus wiedergefunden.“

Keine Probleme hatten auch Michael Neumayer als Elfter und Stephan Hocke auf Rang 26. Von den sechs DSV-Startern musste lediglich Andreas Wank Federn lassen. Der Oberhofer, der Martin Schmitt aus dem Team verdrängt hatte, schied mit 109,5 Metern als 51. aus und ist am Mittwoch nur Zuschauer.

Die deutschen Paarungen für das Springen in Innsbruck:

Severin Freund (Rastbüchl) - Junshiro Kobayashi (Japan)
Stephan Hocke (Schmiedefeld) - Yuta Watase (Japan)
Maximilian Mechler (Isny) - Manuel Fettner (Österreich)
Richard Freitag (Aue) - Daiki Ito (Japan)
Michael Neumayer (Berchtesgaden) - Dimitri Wassiljew (Russland)

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Wiesbadener Pfingstturnier Der kleine Sam zeigt allen die Hinterhufe

Vielseitigkeitsreiterin Julia Krajewski gewinnt in Wiesbaden. Warum das bei einem Starterfeld von 33 weiteren ausgezeichneten Reitern so besonders erwähnenswert ist, wird nach einem Blick auf die Plätze zwei bis vier klar. Mehr Von Sylvia Theel, Wiesbaden

23.05.2015, 21:42 Uhr | Sport
Skifliegen in Vikersund Rekord-Show mit Freund und Fannemel

In Vikersund zeigen die Skispringer eine historische Show. Ein Norweger knackt den erst einen Tag alten Weltrekord und segelt unglaubliche 251,5 Meter. In die Hauptrolle auf dem Monsterbakken schlüpft dennoch Severin Freund. Mehr

15.02.2015, 20:20 Uhr | Sport
SV Darmstadt 98 Die Sensation ist perfekt

Darmstadt 98 kehrt nach 33 Jahren in die Bundesliga zurück. Die Überraschungsmannschaft machte den Durchmarsch durch einen Sieg gegen den FC St. Pauli perfekt. Am altehrwürdigen Böllenfalltor war niemand mehr zu halten. Mehr

24.05.2015, 18:39 Uhr | Rhein-Main
Antisemitismus Keine Kippa in Problemvierteln?

Juden leben in einigen Teilen Deutschlands gefährlich, wenn sie sich als solche zu erkennen geben. Das beklagte der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, am Freitag am Rande eines Jugendkongresses in Berlin. Mehr

28.02.2015, 10:15 Uhr | Politik
Uraufführung mit Muezzin-Ruf Mein Stück ist keine Provokation

Muezzin-Klänge im Berliner Tiergarten: Aus Angst vor Islamisten sollte die Uraufführung von Adhan abgesagt werden. Der Komponist Maximilian Marcoll erzählt, was es mit seinem Werk auf sich hat. Mehr Von Christoph Borgans

23.05.2015, 11:16 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 03.01.2012, 15:21 Uhr

Da hilft nur noch eine Frau

Von Evi Simeoni

Der Ruf des Fußball-Weltverbandes und seines Präsidenten Joseph Blatter ist ruiniert. Es gäbe aber eine Lösung, wie man die Fifa in null Komma nichts aus den Gruselspalten der Medien hinauskatapultieren könnte. Mehr 31 13

Umfrage

Wer setzt sich in der Relegation durch?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.