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VfB Stuttgart Trapattoni in Stuttgart: „Ich bin schon wieder da“

17.06.2005 ·  Giovanni Trapattoni wird neuer Trainer beim Fußball-Bundesligaklub VfB Stuttgart. Der erfolgreichste Vereinstrainer der Welt wird beim Uefa-Cup-Teilnehmer Nachfolger von Matthias Sammer.

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Der „Maestro“ kehrt in die Fußball-Bundesliga zurück: Giovanni Trapattoni läßt im Herbst seiner Trainer-Karriere Frühlingsgefühle beim VfB Stuttgart aufkommen und die Schwaben auf neue Höhenflüge hoffen. Der 66jährige einigte sich mit dem VfB auf einen Zweijahresvertrag.

„Guten Tag, ich schon wieder da“, waren Trapattonis erste, von Gelächter begleiteten Worte bei seiner Vorstellung am Freitag in Stuttgart. „Das letzte Mal habe ich gesagt: Ich habe noch nicht fertig“, sagte der Verfasser der berühmten „Was-erlauben-Strunz“-Rede (Trapattonis Wutrede im Wortlaut ) in Anspielung auf seinen letzten Auftritt Anfang November. Damals hatte er mit Benfica Lissabon im Uefa-Cup beim VfB verloren und hatte mit seinem Auftreten die Stuttgarter Verantwortlichen überzeugt.

„Champions League, warum nicht?“

Der Italiener wird Nachfolger von Matthias Sammer, den der Tabellenfünfte nach dem Verpassen der Champions League vor zwei Wochen beurlaubt hatte. „Ich denke, ich hoffe, ich glaube, Stuttgart muß in den Uefa-Cup. Champions League, warum nicht? Unser Ziel ist es, in die Spitze zu kommen“, sagte Trapattoni. „Wir haben einen Trainer, der mit Leib und Seele sein Amt ausübt“, erklärte VfB-Präsident Staudt erleichtert über das Ende wochenlanger Spekulationen.

Die Verpflichtung des mit 19 Titeln erfolgreichsten Vereinstrainers der Welt hing bis zuletzt am seidenen Faden. Bereits in der vergangenen Woche waren sich „Trap“ und der VfB nach Staudts Aussagen weitgehend einig, doch dann legte Ehefrau Paola wegen Heimwehs ihr Veto ein. Trapattonis gesamte Überredungskunst schien notwendig zu sein, um seine Frau zum Umzug nach Stuttgart zu bewegen. „Natürlich habe ich ihr einen Ring geschenkt. Und den nächsten Urlaub gehen wir acht Tage auf eine einsame Insel“, sagte Trapattoni schmunzelnd.

„Irgendeinen Trainer finde ich in fünf Minuten“

Finanziell waren sich beide Parteien schnell einig geworden. „Es hat mich sehr gefreut, daß er uns entgegen gekommen ist, weil er Lust hatte, nach Stuttgart zu kommen“, sagte Staudt. Medien-Schätzungen gehen von knapp zwei Millionen Euro Jahressalär aus. Bis zuletzt war der Norweger Trond Sollied (FC Brügge) in der Hinterhand gehalten worden, falls der Coup mit Trapattoni doch noch gescheitert wäre.

„Es war uns wichtig, daß wir eine Persönlichkeit finden und nicht irgendeine Person“, sagte Staudt und setzte sich zugleich gegen aufkommende Kritik zur Wehr, die Vereinsverantwortlichen hätten zu lange für die Trainersuche benötigt. „Irgendeinen Trainer finde ich in fünf Minuten. Was mir stinkt, ist Kritik von Leuten, die in ihrem Leben noch nie eine Führungskraft gesucht haben und sich dann darüber lustig machen.“

„Ich wünsche, daß die Spieler beim Verein bleiben“

Bis zum Stuttgarter Trainingsauftakt am 27. Juni muß Trapattoni zahlreiche Personalien entscheiden. Am dringlichsten ist der Verbleib von Mittelfeld-Regisseur Alexander Hleb. Medienberichten zufolge bietet Arsenal für den bis 2008 ohne Ausstiegsklausel an den VfB gebundenen Weißrussen etwa 15 Millionen Euro. „Ich habe kein offizielles Angebot auf dem Tisch“, sagte Staudt hierzu. Trapattoni ließ durchblicken, daß er eher mit Hleb plant: „Ich wünsche, daß die Spieler beim Verein bleiben. Ich kenne alle Stuttgarter Spieler und es sind wichtige Spieler.“

Wer den zu Schalke 04 abgewanderten Kevin Kuranyi ersetzen soll, ist ebenso noch offen wie die Co-Trainer-Frage. „Krassimir Balakows Vertrag läuft aus und er wird den Verein verlassen“, sagte Staudt dazu.

Ob der VfB wie - unter Sammer bereits heftig kritisiert - eher defensiv spielen wird, ließ Trapattoni offen. „In Lissabon spielten wir mit vier Spitzen. Beim Fußball geht es um einen Ball und das Ziel ist, ihn zu haben.“ Ein entscheidendes Argument für die Verpflichtung Trapattonis war der VfB-Wunsch, mehr den Nachwuchs in den Profibereich einzubinden. „Wir wollten einen klassischen Fußball-Lehrer, der auch die Jugend ausbildet“, sagte Staudt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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