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Vendée Globe Die Angst vor dem Fischerboot

Eine halbe Million Segelfans erwarten die Zielankunft beim Vendée Globe am Sonntag in der Frühe um fünf Uhr. Die besten Aussichten auf den Sieg hat Francois Gabart. Doch sicher ist sein Triumph trotz großen Vorsprungs noch lange nicht.

© AFP Vergrößern Francois Gabart hat die besten Aussichten auf den Sieg

Das große Finale bei der härtesten Solo-Regatta rund um die Welt sorgt in Frankreich für riesige Resonanz. Mit einer halben Million Segelfans wird am Wochenende in dem kleinen französischen Fischer- und Badeort Les Sables d’Olonne gerechnet, wenn die beiden führenden Franzosen beim Vendée Globe ins Ziel kommen.

Michael Ashelm Folgen:  

Die besten Aussichten auf den Triumph hat in den verbleibenden Stunden bis zur erwarteten Ankunft am Sonntag in der Frühe um fünf Uhr Francois Gabart. Dies alles kann sich jedoch durch veränderte Wetterbedingungen und Zwischenfälle auf See jederzeit verändern. Im engen Duell mit seinem Landsmann Armel Le Cléac’h führte der 29 Jahre alte Gabart am Freitag zwischenzeitlich mit rund 190 Kilometer Vorsprung, aber da waren noch 1700 Kilometer zu segeln.

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In Zeit gerechnet lag der jüngere der beiden Franzosen mit etwa acht Stunden voraus. Bleibt diese Reihenfolge erhalten, würde der 35 Jahre alte Le Cléac’h diesmal wieder den zweiten Platz belegen, wäre im Unterschied zum Rennen vor vier Jahren allerdings wohl elf Tage schneller. Noch nie gewann ein so junger Teilnehmer das wichtigste Rennen für Einhandsegler – und Gabart fährt zum ersten Mal mit.

Zudem würde er mit 77 oder 78 Tagen Fahrt die Rekordzeit des Gewinners von 2009, Michel Desjoyeaux, um fast eine Woche unterbieten. Desjoyeaux ist einer der erfolgreichsten Einhandsegler der Welt, gewann zwei Mal das Vendée Globe und ist Gabarts Mentor.

- © AFP Vergrößern Am 10. November waren die 20 Teilnehmer beim Vendée Globe in See gestochen

Am 10. November waren die 20 Teilnehmer beim Vendée Globe in See gestochen – zwölf Segler sind noch dabei. „Je näher wir dem Ziel kommen, desto mehr Schiffsverkehr wird es geben. Leider sind es nicht nur große Containerschiffe, sondern auch viele kleine Fischerboote. Ich kann nur hoffen, dass die alle ihr automatisches Identifikationssystem angeschaltet haben. Ich weiß auch, dass einige Wale in der Gegend unterwegs sind. Dagegen kann man auch bei allergrößter Vorsicht wenig tun. Ich werde vorsichtig sein und keinerlei Risiko mehr eingehen“, meldete Gabart von Bord.

Die Wettersituation ist für die beiden Dauergegner dieser Regatta zum Ende noch einmal herausfordernd, mit strammen Winden und rauer See. „Wir müssen jetzt nochmal richtig kämpfen“, sagte Gabart. Sein direkter Herausforderer sieht eigentlich kaum noch Chancen, den jungen Rivalen einzuholen, will aber weiterhin dranbleiben. „Auch wenn Francois Probleme mit seinem Boot bekäme, könnte ich ihn wohl nicht mehr einholen. Mal sehen, ich werde mich weiterhin auf mein Rennen konzentrieren“, berichtete Le Cléac’h.

So könnte Francois Gabart auch am Sonntag bei der Zieleinfahrt jubeln © AFP Vergrößern So könnte Francois Gabart auch am Sonntag bei der Zieleinfahrt jubeln

Eine kuriose Wendung könnte noch der Kampf um Platz drei nehmen. Der Franzose war zwar in der Woche havariert und hatte seinen Kiel verloren, schleppt sich allerdings mit Hilfe von Wasserballast als Gegengewicht zum Segeldruck und bei verminderter womöglich doch zum Zielort. Noch liegt er vor dem Briten Alex Thomson. Aber schafft er sein persönliches Wunder bei dem Rennen?

Noch hat er nicht entschieden, ob er aufgibt und vielleicht vorsichtshalber Spanien ansteuert. „Ich muss gerade ziemlich vorsichtig sein, um die Balance zu halten“, meldete er. Den letzten Platz im Rennen belegt Alessandro di Benedetto. Der Franko-Italiener, der sich unterwegs eine Rippe brach, liegt rund 7800 Kilometer hinter Gabart und hat vor wenigen Tagen erst die Falkland Inseln passiert.

Quelle: FAZ.NET

 
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