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Unsere Mannschaft des Jahres Tanz zwischen zwei Welten

 ·  Akrobatik und Breakdance treffen auf Bach: Die „Flying Steps“ verbinden auf der Bühne mit schnellen Moves Jugendkultur und klassische Musik. Sie sind unsere Mannschaft des Jahres.

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© Photo: Dean Treml Vergrößern Sport und Kunst: Die Break-Dancer Gengis „Lil Ceng“ Ademoski (l.) und Khaled „KC“ Chaabi von den „Flying Steps“

Es ist die Stelle in Kreuzberg, wo der Kanal schwarz ist, wo er kaum genutzt wird. Leere Flaschen schwimmen im Wasser und ein weißer lebloser Schwan, mit dem Bauch nach oben. Eine U-Bahn-Station, getragen von einer schweren Stahlbrücke, hängt über dem Kanal. Am Halleschen Tor in Berlin schlägt das Herz der „Flying Steps“, einer der besten Breakdancegruppen der Welt. Vartan Bassil sitzt in einem kleinen Büro im Hinterhof. Er und sein Freund Kadir Memis sind die Gründer der „Flying Steps“.

Vor mehr als 20 Jahren begannen sie in Berliner Jugendclubs zu tanzen. 1993 gründeten sie ihre eigene Gruppe, um gemeinsam gegen andere aus befreundeten Jugendclubs anzutreten. Auf einer dieser „Battles“ bekam die junge Gruppe vom Veranstalter einen Namen vorgeschlagen: „Flying Steps“. Der Name war Bassil und Memis zu weich. „City Rocker“ wollten sie heißen, oder „Destroyer“, doch die Namen waren schon vergeben.

„Wir haben uns mit den Jungs aus Kreuzberg getroffen“

„Wir waren eine Battle-Gruppe, und es ging darum, sich zu messen. Wir haben uns mit den Jungs aus Wedding und Kreuzberg getroffen, um gegen sie anzutreten. Es ging immer um den Wettbewerb, wer ist der Beste, der Kreativste, wer kann die krassesten Schritte. Das ist der Grundgedanke im Breakdance: Man will sich messen, und man will besser werden.“ Im Jahr darauf fuhren sie nach Celle zur „Battle of the Year“, einer Art Weltmeisterschaft, und gewannen auf Anhieb. „Es gibt im Breakdance zwar keine offiziellen Titel“, sagt Bassil, „aber wenn du den ,Battle of the Year’ gewinnst, dann kennt dich jeder. So ist das in der Szene. Dann hast du einen Namen.“

Die „Flying Steps“ bekamen als Showact erste Engagements. Traten als Pausenfüller bei Basketballveranstaltungen auf, wurden zu Fernseh-Shows eingeladen, erhielten erste Gagen. Sie gewannen viel, fast alles. Für diejenigen aus der Gruppe, die das Tanzen vor die Arbeit und die Ausbildung stellten, war es eine unsichere Zeit. Aus einem Jahr Pause wurden zwei, wurden drei. Für die anderen, die eine Ausbildung anfingen, wurde es schwer, in der Gruppe zu bleiben. Einige gingen und andere kamen. Unter ihnen Gengis Ademoski aus Saarbrücken, ein Tanzgenie, schon damals, mit 16 Jahren, einer der spektakulärsten Breakdancer der Welt. Der Schweizer Benny Kimoto ist seit 1998 dabei.

Nachdem er in Zürich auf einem Battle gegen die „Flying Steps“ getanzt hatte, zog er nach Berlin. Kaheld Chabi wurde 2005 aufgenommen. Der Sohn einer syrischen Einwanderfamilie lernte das Tanzen bei Michael Rosemann - der eines der ältesten Mitglieder der Gruppe ist. Und dann ist da noch Niranh Chanthabouasy. Er begann vor 20 Jahren in Heidelberg mit dem Tanzen und steht nicht für spektakuläre Sprünge, sondern für Stile wie Popping oder Locking, künstlerische, ausdrucksstarke Bewegungen, die genau so zum Breakdance gehören wie die akrobatischen Powermoves.

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