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„Unfaires Manöver“ der Segler Kite-Surfen doch nicht olympisch

Während die Windsurfer weiterhin an Olympia teilnehmen dürfen, Bleiben die Kitesurfer draußen. Sie vermuten einen politischen Sportmachtkampf hinter der Entscheidung.

© hochzwei Die Kitesurfer müssen sich weiterhin mit Weltcup-Rennen wie etwa in St.Peter Ording zufrieden geben.

Die schlechte Nachricht erreichte Kristin Boese auf Hawaii. Dort hält sie sich zum Training und als Mitorganisatorin einer neuen Weltcupserie auf. „Natürlich bin ich traurig. Das ist nicht gerecht. Aber wir werden uns nicht unterkriegen lassen und für unseren tollen Sport weiterkämpfen“, sagte die beste deutsche Kitesurferin dieser Zeitung. Sie ist mehrmalige Weltmeisterin und eine dominierende Figur im professionellen Kitesurfen. Über viele Jahre hatte sich die 38 Jahre alte gebürtige Potsdamerin für die junge, dynamische Szene eingesetzt und sich dann auch gefreut, als der Segel-Weltverband (Isaf) das Kitesurfen als neue Disziplin für die Sommerspiele in Rio de Janeiro etablieren wollte. Im Kursrennen um Tonnen sollten 2016 Medaillen vergeben werden.

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Doch seit dem Wochenende ist das alles Makulatur. Nachdem die Generalversammlung des Isaf beim Verbandstag im irischen Ort Dun Laoghaire alle vorherigen Beschlüsse revidierte und den zuvor aussortierten Windsurfern wieder die olympische Zulassung erteilte, ist der Ärger im Kite-Lager groß - auch in Deutschland.

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Knapp 52 Prozent der bei dieser Entscheidung ungewöhnlich zahlreich anwesenden Nationalverbände (114 von 138) stimmten plötzlich gegen die junge Trendsportart und dafür, dass die Windsurfer weiterhin bei Olympia aufkreuzen sollen. Die Kitesurfer glauben an ein schmutziges Interessenspiel unter den Funktionären. „Die Windsurfer haben sich unfair verhalten und falsche Informationen über uns gestreut. Das ist nicht okay“, sagt Kristin Boese. Es geht wohl zum Beispiel um die Behauptung, dass den Kitesurfern in vielen Ländern noch der breitensportliche Unterbau bei der Jugend fehle. Zweifellos gibt es diese Defizite, andererseits existiert auch in Deutschland eine sehr lebendige, junge Szene, die nicht über Vereinsmitgliedschaften funktioniert, sondern sehr intensiv soziale Netzwerke als gemeinsame Plattform nutzt - ein Problem für Verbände.

Gespaltene Meinungen beim Sailing Team Germany

„Es ist eine sehr emotionale Debatte. Auch bei uns sind sich die Experten nicht einig, wie wir das einschätzen sollen“, sagt der Präsident des Deutschen Segler-Verbandes, Rolf Bähr. Auch er gehört zu den Skeptikern und sieht noch Entwicklungsbedarf bei den Kitesurfern. „Diese Disziplin ist noch nicht in allen Ländern richtig strukturiert. Wir wollen ja nicht, dass wie im Kugelstoßen nur sechs Experten durch die Welt fahren und die Wettkämpfe unter sich ausmachen“, sagt Bähr. Allerdings gibt es im Kitesurfen einen funktionierenden Weltcup mit verschiedenen Disziplinen.

Zwiegespalten wird die Entscheidung bei der Führung vom Sailing Team Germany (STG) gesehen. Es ist die Nationalmannschaft der Segler. „Einerseits haben nun mit Toni Wilhelm und Moana Delle unsere zwei besten Windsurfer wieder die Chance, in Rio um Medaillen zu fahren. Andererseits hätte dem Segelsport eine neue, frische Bootsklasse gut zu Gesicht gestanden“, sagt STG-Chef Oliver Schwall. Eine erste Sichtung nach jungen Kite-Talenten hatte schon stattgefunden. Zudem gab es erste Gespräche mit Kristin Boese, ihre Erfahrung sollte beim STG eingebracht werden. Zudem berichtet Schwall von Sponsoren, die sich gerade für das neue Kite-Thema innerhalb der Segel-Nationalmannschaft interessiert hätten. Nun bleibt alles beim Alten.

Quelle: F.A.Z.

 
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