Bislang hatte sich die führenden Sportvermarkter genauso wie die öffentlich-rechtlichen Sender zurückgehalten. Doch nun gibt es für die TV-Rechte der Fußball-Bundesliga einen ersten Interessenten, der seine Ambitionen auch der Öffentlichkeit nicht vorenthält.
Nach dem Insolvenzantrag der KirchMedia hat der Medienunternehmer Herbert Kloiber seinen Hut in den Ring geworfen. Der Münchner Filmhändler hat gegenüber der Deutschen Presseagentur sein Interesse bestätigt.
Kloiber, ein Ex-Partner von Murdoch
Erste Sondierungsgespräche mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) soll es bereits gegeben haben. Kloiber könnte einspringen, falls die ums Überleben kämpfende KirchMedia die Rechte zurückgibt oder nicht mehr bezahlen kann. Am 28. April geht Kloiber mit dem neuen Fernsehsender Tele 5 an den Start. Zudem plant er einen Pay-TV-Kanal.
Der Münchner Unternehmer hat schon einmal für einen Überraschungscoup gesorgt. Zusammen mit seinem damaligen Partner Rupert Murdoch hatte er in der Saison 1999/2000 die Champions-League-Rechte erworben und bei tm3 gezeigt. Murdoch sorgte jedoch dafür, dass das Abenteuer nach einem Jahr wieder beendet war und die Champions League an RTL und Premiere ging. Zu den Gesprächen mit der DFL wollte sich Kloiber nicht äußern.
Interesse an allen Rechten
Auch der Ligaverband lehnte eine Stellungnahme ab. DFL-Sprecher Tom Bender sagte lediglich: „Wir sind für Gespräche offen.“ Die neue Geschäftsführung der KirchMedia hatte der DFL Sondierungsgespräche über die TV-Rechte erlaubt.
Dem Vernehmen nach soll Kloiber Interesse an der kompletten Rechtepalette haben. Dazu zählen neben Pay- und Free-TV- auch Hörfunk- und Internet-Rechte. Abgewickelt werden könnte das Geschäft über die zu Kloibers Firmengruppe gehörende Vermarktungsagentur AIM. Die in Luzern ansässige Holding hatte sich zuletzt um die Rechte für Champions League und die EM 2004 beworben.
Guter Draht zu DFL-Mann Pfad
Kloiber selber hat persönliche Kontakte zur DFL, wo der ehemalige tm3-Sportchef Michael Pfad inzwischen Geschäftsführer für den Bereich Kommunikation ist. Bisher hat Kloiber als Einziger Interesse an der Bundesliga bekundet. Die bisherigen Kosten für die Rechte, 1,53 Milliarden Euro für vier Jahre, sind den großen TV-Sendern zu hoch.
Die ARD- Vorsitzenden sollen den Kauf der Bundesliga-Rechte mehrheitlich abgelehnt haben. RTL-Chefredakteur Hans Mahr hatte am Montag gesagt, dass sein Sender kein Interesse an einer Regelberichterstattung habe und allenfalls bis zu zehn Livespiele denkbar seien.