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Turner Toba bei WM : Der „Hero de Janeiro“ turnt wieder

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Andreas Toba an den Ringen: mit der Schwierigkeit von 5,6 Punkten kann er sich derzeit nicht mit den Spezialisten messen. Bild: dpa

Mehr als ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss gibt Andreas Toba sein Comeback in der Turner-Weltelite. Doch seine Übungen an Pferd und Ringen gelingen bei der WM nicht wie einstudiert.

          Aufmunternde Wort der Teamkollegen, ein Abklatschen durch den Trainer: Olympia-Held Andreas Toba hat am Montag bei den Turn-Weltmeisterschaften in Montreal nach drei Knie-Operationen sein Comeback auf der internationalen Bühne gegeben.

          422 Tage nach seinem Kreuzbandriss im olympischen Wettbewerb von Rio präsentierte der Hannoveraner am Pauschenpferd seine Übung jedoch mit einigen Fehlern. Daher musste der 26-Jährige mit der Wertung von 12,933 Punkten zufrieden sein. Ein Finaleinzug ist damit ausgeschlossen, war aber schon von vornherein fast aussichtslos.

          An den Ringen lief seine Übung flüssiger. Doch mit der Schwierigkeit von 5,6 Punkten kann Toba sich derzeit mit den Spezialisten nicht messen. Dennoch war der Auftritt in Montreal fünf Tage vor seinem 27. Geburtstag Ermunterung für die vor ihm liegenden Arbeit in den kommenden Jahren mit Ausrichtung auf die Olympischen Spiele in Tokio. Seine Rückkehr auf die Turn-Podien sieht Toba erst als endgültig vollzogen an, wenn der Meister von 2016 wieder einen kompletten Mehrkampf anbieten kann. Der Zeitpunkt dafür ist noch offen.

          In Rio hatte Toba trotz Kreuzbandriss am Boden dem deutschen Team den Finaleinzug gesichert, weil er trotz Schmerzen am Pauschenpferd weiter geturnt hatte. Der „Hero de Janeiro“ war geboren. Für seinen Einsatz war er danach mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt worden.  

          In ein „tiefes Loch“ gefallen

          Die lange Zwangspause merkte man ihm in Montreal an. „Ich bin ein bisschen stolz, dass ich mit zwei Übungen antrete, die schwieriger sind als in Rio“, hatte er noch vor seinem Auftritt im Olympic Stadium gesagt. Doch mit dem Ausgangswert von 5,3 Punkten (statt der angestrebten 6,0 Zähler) am Pferd konnte er nach den harten Trainingswochen nicht zufrieden sein.  

          Hinter ihm liegen viele Monate der Ungewissheit. Als er sich nach der Kreuzband-OP im Sommer 2016 auf gutem Weg wähnte, riss im Februar der Meniskus. Eine Infektion zwang ihn im April zu einem dritten Eingriff am Kniegelenk. „Das war die schwierigste Phase“, bekannte er später. Er sei in ein „tiefes Loch“ gefallen. „Ich hatte echt Angst um meine Gesundheit.“

          Quelle: dpa

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