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Trauerfeier Abschied von Helmut Rahn

20.08.2003 ·  Über 500 Bewunderer und Weggefährten, darunter Horst Eckel, Ottmar Walter und Hans Schäfer als letzte noch lebende Weltmeister von 1954, nahmen bei einem Trauergottesdienst in Essen Abschied von Helmut Rahn.

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Die Fußball-Welt hat Abschied von Helmut Rahn genommen. In einer bewegenden Trauerfeier erwiesen Freunde, Verwandte und Vertreter aus Politik und Sport dem Helden von Bern die letzte Ehre. Über 500 Bewunderer und Weggefährten, darunter Horst Eckel, Ottmar Walter und Hans Schäfer als letzte noch lebende Weltmeister von 1954, nahmen am Mittwoch morgen am Seelenamt in der Pfarrkirche St. Elisabeth in Essen teil.

Vor der Beisetzung am Mittag auf dem Margareten-Friedhof würdigten der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück und DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder in ihren Trauerreden das Lebenswerk Rahns, der die deutsche Nationalmannschaft vor 49 Jahren mit zwei Toren beim 3:2 im Finale gegen Ungarn zum ersten WM-Titel geführt hatte. „Der Boß“, wie seine Mitspieler Rahn nannten, war in der Nacht zum vergangenen Donnerstag in Essen im Alter von 73 Jahren nach langer, schwerer Krankheit gestorben.

„Er hat Einzigartiges erreicht“

„Wir waren 1954 eine verschworene Gemeinschaft“, sagte Ottmar Walter. „Wenn einer von uns geht, ist es immer sehr schwer.“ DFB-Präsident Mayer-Vorfelder erinnerte im Seelenamt, an dem auch DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun und Ehrenspielführer Uwe Seeler teilnahmen, an Rahns legendären Siegtreffer im WM-Finale gegen Ungarn: „Er hat sich mit diesem Tor unsterblich gemacht und einen Platz in jedem Fußballer-Herz gesichert. So ist er zum Idol geworden.“

Mayer-Vorfelder hob die besondere Bedeutung des „Wunders von Bern“ hervor: „Dieses Ereignis hat uns Selbstwertgefühl gegeben. Deshalb ist die WM 1954 von Historikern als wahre Gründung der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet worden.“ Rahn lobte er als „außergewöhnlichen Sportler und eine Persönlichkeit, die Einzigartiges erreicht hat“.

Ministerpräsident Steinbrück betonte: „Neben Uwe Seeler, Franz Beckenbauer und Fritz Walter war Helmut Rahn eine der Legenden, die wir haben. Er ragt aber irgendwie hervor, weil er uns mit seinem berühmten Tor mehr als alle anderen Selbstvertrauen gegeben hat. Er hat etwas Außergewöhnliches geschafft: Er wird im Bewußtsein einer Nation unvergessen bleiben.“

Rückzug von der ungeliebten öffentlichen Bühne

Rahn, der am vergangenen Samstag 74 Jahre alt geworden wäre, lebte bis zu seinem Tod in einem Mehrfamilienhaus in Essen. Kontakt zu der Welt, die ihn berühmt gemacht hat, hatte der schon lange nicht mehr. Seine Frau und seine Söhne Uwe und Klaus schotteten den gelernten Elektriker, der jahrelang mit seinem Bruder einen Autohandel betrieben hatte, von der später ungeliebten öffentlichen Bühne ab. Bis zu seinem Tod liebte Rahn es, durch die Straßen von Essen-Frohnhausen spazierenzugehen und mit Freunden und Bekannten einen Plausch zu halten.

Die größten Erfolge neben denen in der Nationalmannschaft - auch bei der WM 1958 in Schweden (Platz vier) war er dabei - hatte Rahn mit Rot-Weiß Essen gefeiert. Den Traditionsklub aus seiner Heimatstadt führte er 1953 zum Pokalsieg und 1955 zur Meisterschaft.

Dazwischen aber hatte Rahn seinen denkwürdigen Auftritt beim WM-Finale am 4. Juli 1954 in Berner Wankdorfstadion gegen den hohen Favoriten Ungarn. Der Essener selbst erzielte nicht nur den Ausgleich, sondern sechs Minuten vor dem Ende auch das Siegtor.

Über das wohl wichtigste und zugleich berühmteste Tor der deutschen Fußball-Geschichte mußte Rahn noch Jahrzehnte später detailliert Bericht erstatten: „Ich habe gar nicht gesehen, wohin der Ball ging. Aber ich wußte: Der ist drin, drinner geht's nicht.“

Der Held und „sein“ Tor stehen auch im Mittelpunkt von Sönke Wortmanns Film „Das Wunder von Bern“, der im Oktober in Essen Deutschland-Premiere feiert. „Schade, daß es ihm nicht mehr vergönnt war, diesen Film zu sehen, in dem er eine wichtige Rolle spielt“, sagte Mayer-Vorfelder.

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