http://www.faz.net/-gtl-7b4ue
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 09.07.2013, 18:45 Uhr

Tour de France Deutscher Doppelerfolg in Saint Malo

Die deutschen Sprinter hatten bei der Tour de France wieder mal Grund zum Jubeln - diesmal sogar doppelt. Marcel Kittel gewann vor André Greipel.

© dpa Marcel Kittel hat sich als erster Tourfahrer in diesem Jahr seinen zweiten Tagessieg gesichert

Deutscher Doppelerfolg bei der 100. Tour de France: Marcel Kittel hat sich als erster Tourfahrer in diesem Jahr seinen zweiten Tagessieg gesichert, André Greipel blieb in einem packendem Finish Rang zwei. Der erste Träger des Gelben Trikots der Jubiläumstour gewann die zehnte Etappe, die nach 197 Kilometern an der imposanten Seepromenade von Saint Malo endete. Im Sprint ließ der Arnstädter am Dienstag seiner Konkurrenz keine Chance. Allerdings profitierte der 25-Jährige womöglich vom Sturz, den der drittplatzierte Mark Cavendish 250 Meter vor dem Ziel verursacht hatte. Der Brite hatte Kittels Teamkollege Tom Veelers gerempelt.

„Ich weiß nicht, wann ich mich mehr gefreut habe, heute oder nach meinem ersten Sieg in Bastia. Mein Team hat super für mich gearbeitet. Am Schluss habe ich mich ans Hinterrad von Greipel geklemmt und konnte ihn dann noch passieren“, sagte der Thüringer. Kittel hofft am Donnerstag auf seinen dritten Streich, wenn die Sprinter wieder eine Chance haben.

Tapfer weitergefahren

Vor dem wichtigen Einzelzeitfahren am Mittwoch nach Mont-Saint-Michel verlebte Spitzenreiter Christopher Froome einen relativ unangestrengten Tag. Der schmale Brite verteidigte sein Gelbes Trikot und liegt weiter 1:25 Minuten vor dem Spanier Alejandro Valverde. Dieser Abstand wird sich beim Zeitfahren vergrößern. Froome, vor allem aber der zweifache Zeitfahr-Weltmeister Martin, gelten auf den 33 Kilometern im Kampf gegen die Uhr als Topfavoriten.

„Alles andere als ein Sieg wäre tief enttäuschend“, hatte Martin erklärt. Er hatte zum Auftakt der Jubiläumstour bei einem Sturz auf Korsika zahlreiche Verletzungen erlitten, war aber tapfer weitergefahren. Das Zeitfahren, bei dem er nach 2011 seinen zweiten Tour-Etappensieg anpeilt, war bisher seine große Motivation zum Weiterfahren.

Kittel fing ihn noch ab

Nach den überstandenen Strapazen der Pyrenäen schlug am Dienstag wieder die Stunde der Sprinter. Bei starkem Wind vom Meer leisteten Greipels Teamkollegen in der schwierig zu fahrenden Zielpassage optimale Vorbereitungsarbeit. Der bullige Rostocker sah auch wie der sichere Sieger aus. Aber Kittel fing ihn noch ab und siegte mit deutlichem Vorsprung.

Greipel, der jetzt auf die nächste Sprinteretappe am Donnerstag hofft, sieht alle drei Topsprinter auf einem Niveau. „Den Unterschied machen die Mannschaften aus“, hatte der 30-Jährige vor dem Start in Saint-Meen-le-Grand erklärt. Sein eigenes Team sah er nach der „Sprintvorbereitung aus dem Lehrbuch“ (Greipel) in Montpellier, wo er die sechste Etappe gewann, glänzend aufgestellt. In Saint Malo hatte er die Rechnung aber ohne Kittel gemacht.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Amerika Äthiopische Athleten dominieren Boston-Marathon

Erstmals haben äthiopische Langstrecken-Läufer in der Geschichte des Boston Marathons einen Doppelerfolg gefeiert. Ein junger Athlet sorgte bei einem der wichtigsten Marathons der Welt für eine Überraschung. Mehr

18.04.2016, 20:15 Uhr | Sport
Nähe zum Meer Reiseziel Saint-Malo in der Bretagne

Saint-Malo in der Bretagne ist bei Touristen beliebt – auch wegen der Nähe zum berühmten Benediktinerkloster Mont-Saint-Michel. Die Einwohner der französischen Stadt sind eng mit dem Meer verbunden. Mehr

05.04.2016, 11:48 Uhr | Reise
Radrennen am 1. Mai Degenkolb kündigt sein Comeback an

Drei Monate nach seinem schweren Trainingsunfall gibt Radprofi John Degenkolb beim Rennen am 1. Mai in Frankfurt sein Comeback. An einen einen möglichen Sieg glaubt er indes noch nicht. Mehr

25.04.2016, 16:53 Uhr | Sport
Kreativdirektor Designer Hedi Slimane verlässt Yves Saint Laurent

Designer Hedi Slimane, der den Skinny-Jeans-Look erfunden haben soll, hört nach vier Jahren beim Label Yves Saint Laurent auf. Mehr

01.04.2016, 19:12 Uhr | Stil
Radrennen in Frankfurt Degenkolb meldet sich zurück

Radprofi John Degenkolb bestreitet in Frankfurt das erste Rennen nach seinem schweren Unfall. Auch wenn er vor dem Ziel aussteigt, ist das Signal klar: Ja, ich bin wieder da! Und ja, ich kann mithalten! Mehr Von Alex Westhoff, Frankfurt

01.05.2016, 18:26 Uhr | Sport