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Totilas Rückkehr des Siegertypen

Viel Aufregung hatte es zu Saisonbeginn um den „Wunderhengst“ Totilas gegeben. Das Pferd war nicht fit, Experten bezweifelten, ob der Hengst zu alter Form zurückfinden würde. Doch der Siegertyp ist wieder da: In Hagen reitet Matthias Rath mit Totilas auf Platz eins.

© dpa Vergrößern Der Siegesritt in Hagen: Hengst Totilas und Reiter Matthias Rath

Nach acht Monaten Pause zeigten der Hengst und sein Reiter Rath eine starke Vorstellung. Die Erleichterung bei Reiter und Besitzer waren nach dem gelungen Comeback groß: Rath ballte nach seinem Siegesritt die Faust. Strahlend ritt er mit Totilas aus dem Dressur-Geviert und klatschte nach den Pferdebesitzer Paul Schockemöhle ab. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte Rath. „Wir haben gezeigt, dass wir über den Winter gut gearbeitet haben.“ Der Reiter aus Kronberg erhielt für seinen starken Auftritt mit dem Millionen-Hengst bei der Veranstaltung in der Nähe von Osnabrück 83,809 Prozentpunkte. Laura Bechtolsheimer aus Großbritannien landete mit Mistral (82,745) auf Platz zwei. Dritte wurde Kristina Sprehe aus Dinklage, die mit Desperados (81,809) auf Rang drei kam.

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Der lange erwartete erste Auftritt des teuersten Dressurpferdes der Welt nach der enttäuschenden Europameisterschaft in Rotterdam, wo Rath ohne Einzelmedaille geblieben war, war überzeugend. Nahezu fehlerfrei ritt Rath den Hengst und zeigte in seiner Kür viele Höhepunkte. „Das war ein tolles Comeback“, lobte Schockemöhle, der Totilas nach der Weltmeisterschaft 2010 in den Niederlanden für geschätzte zehn Millionen Euro gekauft hatte. „Man kann jetzt sagen, dass sie ein gestandenes Paar sind.“

Bild 1 Totilas Ein kongeniales Duo: Totilas und Rath © dpa Bilderstrecke 

Nach der EM hatte der Pferdehändler den Reiter noch deutlich kritisiert. „Er hat dem Druck standgehalten und das macht uns alle zuversichtlich für die Zukunft“, sagte Schockemöhle nun. Nach den verpatzten kontinentalen Titelkämpfen hatte Rath Turnierstarts im Dezember und im Januar wegen Verletzungen seines Hengstes abgesagt. Ein Schau-Auftritt im Februar misslang gründlich. „Nach so einem Ritt ist die Anspannung wieder weg, die in den letzten Tagen besonders groß war. Auch deshalb, weil man viel erzählt hat, viel gemunkelt wurde“, sagte Vater und Trainer Klaus-Martin Rath nach dem erfolgreichen Comeback.

Rath verärgert Verband und Kollegen

Für Irritationen hatte sein Sohn im Vorfeld des Wettkampfes gesorgt, weil er nicht - wie zu Beginn der Woche angekündigt - bereits am Freitag ritt, sondern erst am Samstag. Dass er den neuen Bundestrainer Jonny Hillberath nicht über den Wechsel informiert hatte, sorgte im Verband und bei den Kollegen für Verärgerung. Zumindest kurz nach dem Ritt waren diese Verstimmungen vergessen. „Ich habe es ja nur von oben gesehen, aber es hat unglaublich Spaß gemacht“, schilderte Rath seine Eindrücke von der Kür. Sein schwarzer Hengst bewies, warum er als Wunderpferd bezeichnet wird: Totilas wirkte unglaublich konzentriert und machte seine Übungen sehr sauber. Mit den 83,809 Prozentpunkten erhielten Matthias Rath und Totilas die beste Grand-Prix-Note des Turniers. Im ersten Grand Prix der Veranstaltung hatte sich die Britin Charlotte Dujardin am Freitag im Sattel von Valegro mit großem Vorsprung durchgesetzt und 81,426 Prozentpunkte erhalten.
 

Quelle: dpa

 
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