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Torlinien-Technologie kommt Ein Wembley-Tor gibt es nie wieder

Der Fußball-Weltverband Fifa wird 2014 in Brasilien erstmals bei einer Weltmeisterschaft die Torlinien-Technologie einsetzen. Die Uefa ist weiter strikt gegen den Einsatz derartiger technischer Hilfsmittel.

© dpa Das spektakulärste Nicht-Tor der jüngeren Vergangenheit: Deutschland profitierte 2010 von dieser krassen Fehlentscheidung, doch die Engländer nahmen es mit Humor

Historische Premiere bei der WM 2014: Der Fußball-Weltverband Fifa wird im kommenden Jahr in Brasilien wie erwartet erstmals bei einer Weltmeisterschaft die Torlinien-Technologie einsetzen. Nach dem erfolgreichen Test bei der Vereins-WM im Dezember 2012 wird die neue Technik auch beim Confederations Cup in diesem Sommer einem weltweiten Publikum vorgestellt, teilte die Fifa an diesem Dienstag mit und bestätigte damit endgültig die bereits im Juli vergangenen Jahres getroffene Entscheidung.

Vier Anbieter streiten sich derzeit um den Zuschlag, darunter zwei deutsche Firmen, die die Testphase durchlaufen haben und bald ebenfalls zugelassen werden könnten. Eine Entscheidung, welche Technik bei der WM zum Einsatz kommt, soll Anfang April fallen. Das bereits beim Tennis erprobte Hawk-Eye zur Überwachung der Torlinie (Torkamera) und das GoalRef-System (Chip im Ball) sind bereits lizenziert und haben den „Fifa-Stempel“ als Zertifikat.

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Torklau-Schlagzeilen sollen damit endgültig der Vergangenheit angehören. In jedem der zwölf WM-Stadien soll das neue System installiert werden. Ein zeitnaher Einsatz der technischen Hilfsmittel in der Champions- oder Europa League scheint aber ausgeschlossen. Uefa-Präsident Michel Platini hat sich bisher immer als Gegner der Technik gezeigt. Bei der Europäischen Fußball-Union gilt die Technik als sehr umstritten.

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff begrüßte indes den Einsatz der Torlinien-Technologie. „Gegen ein funktionierendes System ist überhaupt nichts zu sagen. Das wird man als Sportler der Fairness wegen akzeptieren“, sagte Bierhoff an diesem Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. „Die Liga hatte sich ja immer rausgehalten. In anderen Sportarten wie Tennis gibt es solche Technologien ja schon. Das Bedeutende ist eben die Funktionalität. Wenn die sichergestellt ist, finde ich es positiv“, meinte Bierhoff am Rande des SpoBiS-Kongresses in Düsseldorf.

Kehrtwende nach Fehlentscheidungen bei WM

Bereits am 5. Juli 2012 hatte das Fifa-Regelkomitee Ifab einstimmig grünes Licht für die Einführung technischer Systeme gegeben, die dem Schiedsrichter anzeigen, ob der Ball die Torlinie überschritten hat oder nicht. Vor sieben Monaten war auch der weitere Einsatz von Torrichtern genehmigt worden. Jeder Veranstalter soll künftig selbst entscheiden können, ob Torrichter eingesetzt werden. Seit Beginn der Jahrtausends war die Hilfe durch die Technik auch bei der Fifa immer wieder diskutiert worden. Zunächst schienen die technischen Möglichkeiten nicht ausgereift, dann die Kosten für eine flächendeckende Einführung viel zu hoch. Erst nach den Fehlentscheidungen bei der WM 2010 hatte sich Blatter aufgeschlossen gegenüber Technologien gezeigt.

Torlinientechnologie Ball mit Chip - die Fifa will ihn, die Uefa nicht © dpa Bilderstrecke 

Auslöser für die Kehrtwende im Denken des konservativen Verbands war die 1:4-Niederlande Englands im Achtelfinale gegen Deutschland. Damals hatte das Schiedsrichtergespann England beim Stand von 1:2 ein Tor von Frank Lampard versagt, obwohl der von Latte abprallende Ball klar hinter der Linie aufschlug. Viele Fans fühlten sich an das WM-Finale von 1966 erinnert, als England dank eines ähnlich umstrittenen Tores Deutschland im legendären Londoner Wembley-Stadion mit 4:2 besiegte. Und bei der EM 2012 zeigte sich das System mit ausschließlich Torlinienrichtern als anfällig, da der Ungar Istvan Vad seinem Schiedsrichter Viktor Kassai einen klaren Treffer der Ukraine gegen England nicht signalisierte. Für die Fifa gibt es jetzt keinen Weg mehr zurück.

Quelle: FAZ.NET mit dpa und Reuters

 
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