31.10.2002 · Der Masters Cup der besten acht Tennisprofis findet ohne Haas statt. Qualifiziert sind Lleyton Hewitt, Andre Agassi, Marat Safin und Juan Carlos Ferrero.
Tommy Haas hat die letzte Ausfahrt Schanghai verpasst und sein Tennisjahr 2002 mit einer 2:6, 6:7 (2:7)-Niederlage gegen den Schweizer Roger Federer im Achtelfinale von Paris beendet.
In der Endabrechnung des Champions Race kommt der 24-jährige Deutsche auf 404 Punkte und hat damit keine Chance mehr, sich für den Masters-Cup der acht weltbesten Spieler vom 12. bis 18. November in der chinesischen Hafenstadt zu qualifizieren.
Verletzungsprobleme und private Sorgen
„Ich war schon vorher sehr skeptisch“, sagte Haas nach seinem letzten Match in diesem Jahr, das unter Verletzungsproblemen und großen privaten Sorgen nach dem Motorrad-Unfall seiner Eltern gelitten hatte: „Bei meinen vielen Verletzungen bin ich froh, dass ich überhaupt noch einigermaßen abgeschnitten habe. Eigentlich habe ich ja das gesamte Jahr verpasst.“ Er nahm das Aus nicht allzu tragisch und läutete den Urlaub bei einem Mittagessen mit seinen Eltern ein.
Unter dem Strich stehen für den gebürtigen Hamburger als beste Resultate eine Finalteilnahme (in Rom gegen Andre Agassi) sowie jeweils vier Halb- und Viertelfinals. Nach insgesamt 67 Einzeln (inklusive Daviscup) lautet die Bilanz 46:21. Insgesamt erspielte sich Haas rund 860.000 Dollar Preisgeld. Seinen bis dato letzten Titel gewann Tommy Haas im Oktober 2001 in Stuttgart.
Chronische Probleme am rechten Arm
In dem nun anstehenden Urlaub will sich Haas vor allem der völligen körperlichen Regeneration widmen. „Wenn ich endlich mal wieder topfit bin, sieht das nächste Jahr auch wieder ein bisschen freundlicher für mich aus“, sagte er. Die Beschwerden im rechten Arm, ausgehend offenbar von einer lädierten Supraspinatus-Sehne in der Schulter, sind fast schon chronisch. Hinzu kam zuletzt eine großflächige Blase in der Schlaghand.
Auch bei seinen beiden Einsätzen in Paris war Haas ganz offensichtlich nicht auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit. Nach dem Dreisatzsieg zum Auftakt gegen den slowakischen Qualifikanten Dominik Hrbaty klagte er erneut über Schmerzen in der Schulter.
Ferrero hat als vierter Spieler das Finale erreicht
Gegen Federer verschlief er den ersten Satz fast völlig. Im zweiten Durchgang sah es dann etwas besser aus für den Deutschen, den zweimal gegen den aufschlagenden Federer nur jeweils zwei Punkte vom Satzausgleich trennten. Als Haas dann aber im Tiebreak schnell mit 1:4 und 1:5 in Rückstand geriet, war die Partie entschieden. Nach 1:16 Stunden verwandelte Federer seinen ersten Matchball mit einem Rückhand-Passierschlag.
Der Spanier Juan Carlos Ferrero hat als vierter Spieler nach Lleyton Hewitt, Andre Agassi und Marat Safin die Teilnahme am Masters-Cup geschafft. Ebenfalls so gut wie sicher qualifiziert ist Roger Federer, der damit als erster Schweizer seit Jakob Hlasek 1988 beim Saisonfinale der acht besten Spieler dabei ist.