Home
http://www.faz.net/-gtl-10ezf
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Samstag, 11. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Tennis-Kommentar Was für eine schlechte Saison

09.09.2008 ·  In New York führte Roger Federer auf einen Streich die Unkenrufe aus aller Welt ad absurdum. Er hat nicht nur Andy Murray, sondern auch seine Kritiker in die Schranken gewiesen. Er war viereinhalb Jahre lang der Gejagte. Jetzt wird Roger Federer zum Jäger.

Von Thomas Klemm
Artikel Bilder (5) Lesermeinungen (0)

Roger Federer war am Montag doppelt erfolgreich: Er hat nicht nur Andy Murray, sondern auch seine Kritiker in die Schranken gewiesen. Also alle jene, die sich gewöhnt hatten an die Ausnahmestellung des Schweizers im Welttennis und die zuletzt eine Götterdämmerung heraufziehen sahen, weil die Lichtgestalt in dieser Saison nicht ganz so strahlte wie in den vier Jahren zuvor. Nun, da Federer in New York seinen 13. Grand-Slam-Titel geholt hat, müssen sie ihre Meinungen von gestern flugs den Gegebenheiten von heute anpassen. Ein klarer Fall von kognitiver Dissonanz.

Das ganze Jahr über gab es im Herrentennis einen eklatanten Wahrnehmungsunterschied zwischen Innen- und Außenwelt. Auf jede Niederlage des Schweizers reagierte die Öffentlichkeit aufgeregter als seine Konkurrenten auf der Tour. Wenn das, was Federer erlebe, ein schlechtes Jahr sei, „dann hätte ich es gerne“, sprach der Amerikaner Andy Roddick im Namen aller bis auf Rafael Nadal, der den Schweizer vor drei Wochen als Weltranglistenerster ablöste.

Roger Federer hat ein schlechtes Tennisjahr?

Es hatte in den vergangenen Monaten nicht gemangelt an Ermahnungen, Ratschlägen und Orakeln, mit denen Beobachter auf die ungewohnt häufig auftretenden Niederlagen Federers reagierten. Er habe sich zu sehr auf Schaukämpfe mit Pete Sampras oder Modenschauen an der Seite von Anna Wintour konzentriert, kritisierten die einen. Er brauche dringend wieder einen Vollzeittrainer, zumindest aber müsse er mehr Mut zum offensiven Spiel zeigen, meinten die anderen.

Sogar mit der Größe seines Arbeitsgerätes wurden die Schlappen des Schweizers erklärt: Er benutze das kleinste Racket aller Tennisprofis und könne seinen Schlägen deshalb nicht so viel Spin verleihen wie Nadal und andere. Am weitesten aus dem Fenster gelehnt hatte sich allerdings Alt-Champion Björn Borg, der nach Federers Finaldebakel bei den French Open mutmaßte, der Schweizer wirke erfolgsmüde und würde womöglich in diesem Herbst seine Karriere beenden. In New York führte Roger Federer auf einen Streich die Unkenrufe aus aller Welt ad absurdum.

Diese Behauptung ist ein schlichter Irr-Witz

Nachdem Federer nun abermals sein Ausnahmetalent demonstriert hat, scheint er bereit für die doppelte Jagd im kommenden Jahr. Der Schweizer, der viereinhalb Jahre lang selbst der Gejagte war, will nicht nur die Spitzensposition in der Weltrangliste von Nadal zurückerobern, sondern auch den Grand-Slam-Rekord von Pete Sampras knacken. Mit 27 Jahren ist Federer noch jung genug, um zu den 14 Grand-Slam-Erfolgen des Amerikaners aufzuschließen oder sogar vorbeizuziehen.

Nah dran an Sampras war er auch schon in diesem Jahr. Federer erreichte, obwohl an Pfeifferschem Drüsenfieber leidend, das Halbfinale der Australian Open; er stand bei den drei anderen Grand-Slam-Turnieren im Finale, verlor zwei Mal gegen einen überragenden Nadal, triumphierte schließlich in New York. Daneben gewann er in Peking die Goldmedaille im olympischen Doppelwettbewerb. Roger Federer hat ein schlechtes Tennisjahr? Diese Behauptung ist ein schlichter Irr-Witz.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

1899 Hoppenheim

Von Michael Horeni

Wer eine Viertelmilliarde in sein Hobby steckt, will mehr als den besten Platz im Stadion. Doch Dietmar Hopp wird derzeit zum Problem für seinen Klub TSG Hoffenheim. Mehr 3 9

Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   21  32   46 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   21  35   44 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   21  22   43 Verbesserung zur Vorwoche
4.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   21  18   41 Verschlechterung zur Vorwoche
5.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   21  -1   33 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   21  0   31 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   21  -2   31 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   21  -11   27 Verbesserung zur Vorwoche
9.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   21  3   26 Verbesserung zur Vorwoche
10.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   21  -2   25 Verschlechterung zur Vorwoche
11.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   20  -11   24 Verschlechterung zur Vorwoche
12.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   21  -6   23 Verbesserung zur Vorwoche
13.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   20  -9   23 Verschlechterung zur Vorwoche
14.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   20  -12   21 Gleichheit zur Vorwoche
15.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   21  -11   20 Gleichheit zur Vorwoche
16.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   21  -11   18 Gleichheit zur Vorwoche
17.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   20  -14   17 Gleichheit zur Vorwoche
18.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   21  -20   17 Gleichheit zur Vorwoche