Thomas Haas hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Zum neunten Mal steht der Olympia-Zweite am Sonntag in einem Tennis-Finale und ist wild entschlossen, in Adelaide seinen zweite Turniersieg nach Memphis 1999 zu schaffen. „Ich werde wieder mein bestes geben“, versprach der in Florida lebende Hamburger am Samstag nach dem 7:6 (7:3), 6:4-Halbfinalsieg gegen den Australier Jason Stoltenberg.
„Meist hatte ich das Pech, im Endspiel auf einen Gegner zu treffen, der an diesem speziellen Tag außergewöhnlich starkes Tennis gespielt hat.“ Diesmal ist der Chilene Nicolas Massu sein Kontrahent, der vor zwei Jahren in Orlando seinen bislang einzigen Titel errungen hat. „Das ist einer der schönsten Tage meiner Tennis-Laufbahn“, strahlte der 21-Jährige Südamerikaner nach seinem 3:6, 7:5, 6:2-Erfolg gegen den an Nummer zwei gesetzten Briten Tim Henman. „Ich habe noch nie einen Top-Ten-Spieler geschlagen. Das gibt mir viel Selbstvertrauen.“
Haas schlug die Gastgeber
Der 22-jährige Haas bereitete den Hoffnungen der Gastgeber auf einen erneuten Sieg bei dem mit 375 000 Dollar dotierten Hartplatz-Turnier ein jähes Ende. Erst schlug er im Viertelfinale den Topfavoriten Lleyton Hewitt und ließ dann auch Stoltenberg keine Chance. Kein Australier im Finale der so genannten Hartplatz- Meisterschaft, das hatte es seit fünf Jahren nicht mehr gegeben. „Jason hat klasse gespielt“,. meinte Haas. „Deshalb bin ich besonders glücklich, dass ich das Endspiel erreicht habe.“
Schweiz gewann Hopman Cup
Am Ziel der Wünsche war das Schweizer Tennis-Team am Samstag schon angelangt. Martina Hingis und Roger Federer holten beim mit 550 000 Dollar dotierten Hopman Cup in Perth zum zweiten Mal nach 1992 den Pokal. Mit 2:1 setzten sie sich gegen die USA durch, die mit Monica Seles und Jan-Michael Gambill das Nachsehen hatten.
Martina Hingis gewann mit 7:5, 6:4 gegen Monica Seles und lobte ihre neue Doppelpartnerin: „Sie ist eine außergewöhnlich gute Spielerin. Es sind immer wieder große Spiele, wenn wir gegeneinander auf dem Platz stehen.“ Den entscheidenden zweiten Punkt erkämpfte Federer durch ein 6:4, 6:3 in nur 64 Minuten gegen Gambill. Als der erste Jubel verklungen war, schwärmte der 19-Jährige: „Man kann sich keine bessere Partnerin vorstellen als Martina. Sie verliert kein Einzel und nimmt einem so den Druck. Deshalb wusste ich, dass wir gewinnen werden.“
Kurnikowa wieder nur Zweite
Mit dem ungeheuren Druck, endlich das erste Turnier gewinnen zu wollen, kam Anna Kurnikowa wieder einmal nicht zu recht. Die überaus nervöse frühere Doppelpartnerin von Martina Hingis scheiterte im Finale des Einladungsturniers in Hongkong mit 6:7, 3:6 an der Australierin Jelena Dokic und leistete sich dabei allein sieben Doppelfehler.
In Brisbane (170.000 Dollar) gewann unterdessen die Belgierin Justine Henin mit 7:6 (7:5), 6:4 gegen Silvia Farina aus Italien; in Auckland (110.000 Diollar) holte sich Meilen Tu aus den USA den Titel durch einen hart erkämpften 7:6 (12:10), 6:2-Erfolg gegen Paola Suarez. Die Argentinierin hatte im Halbfinale Marlene Weingärtner aus Heidelberg ausgeschaltet.