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Tennis-Daviscup Waske gewinnt: Deutschland bleibt erstklassig

24.09.2006 ·  Das deutsche Tennis-Team bleibt in der Daviscup-Weltgruppe. Alexander Waske, der für Thomas Haas einspringen mußte, setzte sich gegen Paradorn Srichaphan durch und holte den entscheidenden Punkt gegen Thailand. Florian Mayer gewann zum Abschluß gegen Sanchai Ratiwatana.

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Die deutsche Tennis-Nationalmannschaft bleibt im Daviscup erstklassig. Auch ohne den erschöpften Thomas Haas setzte sich das Team von Bundestrainer Patrik Kühnen am Sonntag in Düsseldorf gegen Thailand durch und sicherte den Verbleib in der Weltgruppe der besten 16 Nationen.

Den entscheidenden Punkt zum überraschend mühevollen Sieg holte Alexander Waske durch ein 6:4, 7:5, 7:6 (14:12) gegen Paradorn Srichaphan. Der Doppel-Spezialist war für den unerklärlich schwachen Haas eingesprungen, der nach der Auftaktniederlage auf seinen zweiten Einsatz verzichtet hatte. Im bedeutungslos gewordenen letzten Einzel gewann Florian Mayer am Sonntag in Düsseldorf gegen Sanchai Ratiwatana mit 6:1, 6:3.

„Matchball - Daviscup - Srichaphan“

„Ich bin völlig durch den Wind. Ein Traum ist wahr geworden“, sagte Waske. Nach dem fünften Matchball und 2:28 Stunden sank der 31jährige rücklings auf den roten Sand. Die Mitspieler und Kapitän Kühnen stürmten auf ihn zu. Haas und Michael Kohlmann schulterten den Matchwinner zur Ehrenrunde, bei der er jubelnd eine Deutschland-Fahne schwenkte.

Den Matchball sicherte sich Waske und verewigte mit einem Filzstift darauf die Worte: „Matchball - Daviscup - Srichaphan.“ Er wird einen Ehrenplatz neben den beiden Matchbällen vom ersten Sieg auf der Challenger-Tour und beim Daviscup in Aachen bekommen. „Die Glücksgefühle kommen später, noch bin ich viel zu angespannt.“

Kühnen „unheimlich erleichtert“

Mit dem Sieg in seinem ersten Daviscup-Einzel wurde Waske unverhofft zum Erfolgsgaranten gegen die hartnäckigen Thailänder, die unbeeindruckt vom Militärputsch in der Heimat aufspielten. Der Weltranglisten-115. hatte mit seinem etatmäßigen Doppel-Partner Kohlmann schon die Zwillinge Sonchat und Sanchai Ratiwatana 6:1, 6:2, 6:0 geschlagen.

„Wir sind alle unheimlich erleichtert“, sagte Kühnen und lobte seinen Ersatzmann in den höchsten Tönen: „Er hat eine Punktlandung vollbracht. Wenn es um Deutschland geht, gibt er immer alles. Es wäre mir natürlich lieber gewesen, wenn wir nach dem Doppel schon 3:0 geführt hätten. Der Punkt von Haas war fest eingeplant.“

Haas „körperlich sehr ausgelaugt“

Haas hatte sich zum Auftakt gegen den Weltranglisten-113. Danai Udomchoke bis auf die Knochen blamiert. Auch zwei Tage nach der am Ende von Krämpfen begleiteten Fünfsatz-Pleite fühlte sich der 28jährige „körperlich sehr ausgelaugt, so daß die Gefahr besteht, daß ich einen ähnlichen Einbruch wie am Freitag erleiden könnte“. Der Kapitän zog nach einem Gespräch die Notbremse.

„Tommy hatte seine Planungen voll auf den Daviscup abgestimmt“, erklärte Kühnen. Allerdings habe sich gezeigt, daß er die Strapazen der US Open, bei denen er vor gut zwei Wochen im Viertelfinale ausgeschieden war, noch nicht überwunden hat. Kühnen: „Er hat leider noch nicht zu 100 Prozent regeneriert.“

Kopfschütteln über Kiefer

Mit grimmiger Miene verfolgte Haas das Match seines Vertreters. Gestützt auf seinen starken Aufschlag setzte Waske den in der Weltrangliste 74 Plätze besser liegenden Srichaphan unter Druck. Und so ging der thailändische Nationalheld, der mit einem Diplomatenpaß durch die Welt reist, auch in seinem neunten Sandplatz-Match 2006 als Verlierer vom Platz.

Für Kopfschütteln sorgte Nicolas Kiefer, der wegen einer Handverletzung pausierte. Seinen angekündigten Besuch als Zuschauer und Fan sagte er Anfang der Woche in einem Gespräch mit Kühnen ab. Er wolle das Team nicht stören, erklärte sein Manager. Statt dessen reiste der Hannoveraner nach Vietnam zu einem geschäftlichen Termin.

Deutschland im Topf der Ungesetzten

Wenn am Donnerstag in Rom die erste Runde im Daviscup 2007 ausgelost wird, ist die deutsche Mannschaft im Topf der Ungesetzten. Das heißt, daß im Februar einer der Großen der Gegner sein wird. Das könnten sogar Argentinien, das nach dem Heimsieg gegen Australien im Daviscup-Finale (1. bis 3. Dezember) steht, oder die anderen Halbfinalisten Rußland und Rekordsieger Amerika sein.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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