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Tennis Das gescheiterte Experiment

22.03.2007 ·  Round Robin und Tennis passen nicht zusammen. Zu dieser Erkenntnis ist der Weltverband ATP gelangt. Der Gruppenspielmodus ist damit bis auf die Ausnahme der WM nach nur fünf Turnieren seit der Einführung Anfang 2007 abgeschafft. Die meisten Spieler atmen auf.

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Das von vielen Tennis-Profis heftig kritisierte Experiment mit dem Round Robin genannten Gruppenmodus ist gescheitert. Nach nicht einmal drei Monaten und zahlreichen Pleiten und Unstimmigkeiten zog der Weltverband ATP einen Schlussstrich unter die erst im Oktober 2006 als revolutionäre Neuerung verkündete Regeländerung. Das schnelle Ende nach nur fünf Turnieren ist vor allem für ATP-Chef Etienne de Villiers eine herbe Pleite und ein Erfolg für die Profis mit Roger Federer an der Spitze. „Der Fehler liegt im System“, sagte der Schweizer Weltranglisten-Erste regelmäßig.

„Es war ein gutes Experiment, und wir haben viel daraus gelernt. Manche Experimente funktionieren, andere nicht. Aber wir werden weiter versuchen, neue und bessere Wege zu finden, die Anziehungskraft des Profitennis zu stärken“, sagte de Villiers am Rande des Masters-Series-Turniers in Miami. „Ich habe nichts dagegen, neue Dinge zu testen. Aber die Gruppenspiele haben wir jetzt getestet und festgestellt, dass das Format nicht funktioniert“, sagte der Kroate Ivan Ljubicic als Präsident des Spielerrates. Er begrüßte die Entscheidung der ATP-Chefetage vom Mittwoch ebenso wie der Amerikaner Andy Roddick: „Es gab zu viel Platz für Irrtümer.“

Federer machte nicht mit

Entscheidend für die Rückkehr zum K.o.-System sei die Ablehnung der Spieler gewesen, die bei bestimmten Konstellationen in den Gruppen keinen Einfluss auf ihren sportlichen Erfolg mehr gehabt hätten. „Ich habe immer gesagt, dass das nicht funktionieren kann“, sagte Federer schon vor einigen Tagen. Der 25 Jahre alte Schweizer weigerte sich beharrlich, an dem als „größten Feldversuch“ bezeichneten Experiment teilzunehmen. Er wolle mit Ausnahme der Weltmeisterschaft bei keiner Veranstaltung antreten, bei dem er sich nach einer Niederlage in der Gruppenphase noch immer Chancen auf einen Turniersieg ausrechnen dürfe.

Erst Anfang des Monats hatte sich der seit gut einem Jahr amtierende einstige Walt-Disney-Manager de Villiers beim Turnier in Las Vegas blamiert. Der Südafrikaner hatte nach Abschluss der Vorrunde über das Telefon entschieden, dass der Amerikaner James Blake als einer von acht Gruppensiegern in das Viertelfinale einzieht, obwohl er laut Reglement ausgeschieden war. Tags darauf musste er die Entscheidung revidieren. Kleinlaut räumte er ein: „Ich hätte mich nicht einmischen sollen.“

Zudem hatte die ATP vom Vorhaben abweichen müssen, beim traditionellen Rasen-Turnier in Queens den neuen Modus anzuwenden. Das Vorbereitungsturnier für Wimbledon hätte dann bereits am Sonntag beginnen müssen - am Tag des Endspiels der French Open in Paris.

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