01.08.2005 · Andre Agassi bleibt auch mit 35 für Titel gut: Der Tennis-Altmeister gewann das Endspiel von L.A. gegen Gilles Müller und schaffte damit den 60. Turniersieg seiner allmählich zu Ende gehenden Karriere.
Andre Agassi bleibt auch mit 35 für Titel gut: Der Tennis-Altmeister gewann das Endspiel von Los Angeles 6:4, 7:5 gegen den Luxemburger Gilles Müller und schaffte damit den 60. Turniersieg seiner langen, allmählich zu Ende gehenden Karriere. Um so mehr genoß der Ehemann von Steffi Graf den Triumph: „Diese Momente passieren nicht mehr allzu oft, und ich genieße es. Ich lebe einen Traum, das ist surreal und überwältigend.“
Agassi gewann als vierter Spieler nach Frank Parker, Roy Emerson und Jimmy Connors zum vierten Mal in Los Angeles und ist der fleißigste Titelsammler unter den aktiven Profis. In der „Ewigen Rangliste“ bleibt Connors mit 109 Turniersiegen allerdings unantastbar, es folgen Ivan Lendl mit 94 und John McEnroe mit 77. In Agassis Reichweite liegen Pete Sampras mit 64 sowie Björn Borg und Guillermo Vilas mit jeweils 62 Erfolgen (Siehe auch: Tennis: Ergebnisse von den ATP-Turnieren).
Geheimniskrämer
Agassis Geheimnis bleibt, wie lange er auf dem Profizirkus noch aktiv sein will oder auch kann. Mit dem Erfolg in Kalifornien krönte der Star sein Comeback, nachdem ihn anhaltende Rückenprobleme seit der Erstrunden-Niederlage bei den French Open zum Zuschauen gezwungen und auch ein wenig in Angst versetzt hatten. „Es war gut möglich und ist es immer noch, daß ich an einen Punkt gelange, wo es nicht mehr geht. Jetzt denke ich nur an mein Spiel und nicht an meine Verletzung. Ich erhole mich prima und kann mich gut bewegen“, sagte Agassi. Er ließ jedoch offen, ob er in dieser Woche wie ursprünglich geplant in Washington antreten wird. Danach folgen bis zu den US Open in vier Wochen noch die Masters-Turniere von Montréal und Cincinnati. Dort hatte Agassi im vorigen Jahr seinen bislang letzten Turniersieg gefeiert.
Bei den Frauen sagte die Weltranglisten-Erste Lindsay Davenport ihren Start beim WTA-Turnier in San Diego ab. Grund sind Rückenbeschwerden, die sie schon seit dem Wimbledon-Finale plagen und auch zur Aufgabe in der vorigen Woche in Stanford gezwungen hatten. Dort holte sich die Belgierin Kim Clijsters 7:5, 6:2 über Wimbledon-Siegerin Venus Williams ihren insgesamt 25. Turniersieg und passierte als zwölfte Spielerin die Marke von zehn Millionen Dollar Preisgeld.
Zehn Millionen Dollar Preisgeld für Clijsters
Die ältere Williams-Schwester konnte das 500. Profi-Match ihrer Karriere dagegen nicht ihrem 34. Titelgewinn krönen und schien nach der Aufholjagd im Halbfinale gegen Patty Schnyder (Schweiz) mit ihren Kräften ein wenig am Ende. Mit dem dritten Titel in Stanford revanchierte sich Clijsters für die Final-Niederlage gegen Venus Williams von 2002. Damit aber nicht genug: „Ich arbeite sehr hart daran, die Chance auf ein weiteres Grand-Slam-Finale zu bekommen und dort zu gewinnen“, sagte die frühere Nummer 1, der immer noch ein ganz großer Titel in ihrer Karriere fehlt.
In der Weltrangliste kehrte die 22jährige als nun Zehntplazierte unter die Top Ten zurück. Anna-Lena Grönefeld, die im Halbfinale gegen Clijsters verloren hatte, schaffte mit Rang 29 erstmals den Sprung unter die besten 30. Damit verbesserte sich die 20 Jahre alte Nordhornerin im Ranking gleich um zehn Plätze.