http://www.faz.net/-gtl-43gl
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 01.01.2003, 15:30 Uhr

Sven Hannawald „Weiß jetzt, was ich im Vorjahr geleistet habe“

Sven Hannawalds grandiose Siegesserie bei der Vierschanzentournee ist schmerzvoll zu Ende gegangen. Im Interview spricht er über die Folgen seinen Sturzes.

© AP „Ich lasse den Druck nicht an mich heran”: Sven Hannawald

Sven Hannawalds grandiose Siegesserie bei der Vierschanzentournee ist schmerzvoll zu Ende gegangen. Statt den erhofften sechsten Erfolg nacheinander feiern zu können, landete er nach einem Sturz im Finaldurchgang des Neujahrsspringens in Garmisch-Partenkirchen in einer Werbebande. Der 28-Jährige musste die Führung in der Tournee-Gesamtwertung an den Finnen Janne Ahonen abgeben, auf den er als Vierter zur Halbzeit 14,9 Punkte Rückstand aufweist.

Die Siegesserie bei der Vierschanzentournee ist zu Ende gegangen. Sind Sie darüber sehr traurig?

Mehr zum Thema

Nein, überhaupt nicht. Heute waren andere besser und haben verdient gewonnen. Aber jetzt weiß ich erst, was ich vergangenes Jahr geleistet habe.

Wollten Sie im zweiten Durchgang nach Platz sieben zu viel?

Natürlich gebe ich immer alles, denn wenn man vorsichtig springt, wird es nix. Aber ich habe nichts übertrieben, sondern eigentlich einen guten Sprung hingelegt. Leider habe ich den im Auslauf nicht gestanden. So etwas passiert. Es ist natürlich schade, dass es ausgerechnet hier geschehen ist. Aber ich bin deswegen nicht geknickt.

Hatten Sie sich vor dem zweiten Wettbewerb nach dem Auftaktsieg in Oberstdorf zu sehr unter Druck gesetzt?

Der Druck war schon da. Aber wer mich kennt weiß, dass ich den nicht so sehr an mich heran lasse.

Wie geht es bei der Tournee nun weiter?

Ich brauche jetzt erst mal einen Tag, um mich zu regenerieren. Die Prellungen an Po und Wade merkt man schon. Aber dann kommt Innsbruck, und darauf freue ich mich schon. Die Tournee ist noch nicht vorbei. Jetzt muss ich sehen, was noch drin ist. Ich hoffe, es wird schön für die Zuschauer und ich kann die beiden restlichen Springen genießen.

Aufgezeichnet von Gerald Fritsche, dpa

Quelle: dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Russlands Olympiasperre Wie sollen wir an Sauberkeit glauben?

Die russischen Leichtathleten sind von Olympia ausgeschlossen. Andere Sportarten sind nicht anktioniert. IAAF-Präsident Sebastian Coe und Doping-Ermittler Rune Andersen sprechen im Interview über die Folgen der Ermittlungen für den Sport Russlands. Mehr Von Michael Reinsch, Wien

20.06.2016, 10:35 Uhr | Sport
Wingsuit Menschlicher Pfeil über der Chinesischen Mauer

Er bezeichnet sieht sich selbst als der menschliche Pfeil: Jeb Corliss. Der 40-Jährige hat sich etwas ganz Besonderes vorgenommen: Einer der ältesten Wettbewerbe der Menschheit ist das Bogenschießen. Das gibt es seit Tausenden von Jahren. Ich habe mich gefragt, wie kann man das Bogenschießen in die heutige Zeit übertragen. Könnte ein Mensch in einem Wingsuit mit fast 200 Kilometern pro Stunde aus einem Hubschrauber springen und ein Ziel von der Größe eines Apfels mit einer Go Pro treffen? Das ist die Idee. Mehr

30.05.2016, 10:46 Uhr | Gesellschaft
Shkodran Mustafi im Gespräch Bei uns will jeder den anderen retten

Gegen die Ukraine erzielte Shkodran Mustafi ein Tor. Gegen Polen steht er wohl dennoch nicht in der Startelf. Im F.A.Z.-Interview spricht er über den Charakter der deutschen Spieler, die Klasse der Spanier und Mathearbeiten. Mehr Von Michael Horeni und Christian Kamp

16.06.2016, 18:39 Uhr | Sport
Briten für EU-Austritt Cameron unter Druck

Es steht jetzt fest. Die Briten sind mehrheitlich für den EU-Austritt. Der Vorsprung des Brexit-Lagers ist uneinholbar. Nigel Farage fordert den Rücktritt von David Cameron. Mehr

24.06.2016, 08:35 Uhr | Politik
Designerin Esther Perbandt In Amerika kann man leichter Neues ausprobieren

Esther Perbandt hat ein Gastspiel bei der L.A. Fashion Week. In der ersten Reihe: Anjelica Huston und Uschi Obermaier. Auf dem Laufsteg: Vera von Lehndorff. Danach: Fragen an die Berliner Designerin und das Über-Model im Chateau Marmont. Mehr Von Esma Annemon Dil

14.06.2016, 11:57 Uhr | Stil

Deutschland macht es auf die harte Tour

Von Christian Kamp, Paris

Nach der Vorrunde befinden sich alle Topteams in einer Hälfte des EM-Tableaus. Ein Sieg im Achtelfinale vorausgesetzt, stünde der DFB-Elf ein Showdown mit Spanien oder Italien bevor. Das darf niemanden schocken. Mehr 27 14