02.06.2007 · In der kommenden Woche ist Baubeginn für die neue Spielstätte des SV Wehen. Fertiggestellt sein soll die Fußball-Arena Mitte oder Ende September. Wenn alles wie geplant läuft.
Von Jörg DanielsIn der kommenden Zweitliga-Saison wird der Aufsteiger SV Wehen an neuer Stätte in Wiesbaden im Glanz erstrahlen. Zumindest freitagabends bei den Flutlichtspielen an der Berliner Straße. „Wir verwenden hochwertigste Leuchten“, kündigte Matthias Schöner vom Architekturbüro „Albert Speer & Partner“ an, das den Stadionneubau im Auftrag der Stadt Wiesbaden und des SV Wehen plant. Zuletzt war jedoch ein Schatten auf das anspruchsvolle Projekt gefallen.
Denn der erste Spatenstich verzögerte sich immer wieder, eigentlich liege man drei bis vier Wochen hinter dem eigenen Zeitplan zurück, gab Schöner denn auch am Freitag bei der Präsentation im Rathaus zu. Nun rechnen die Verantwortlichen mit dem Baubeginn in der kommenden Woche, am Mittwoch oder Freitag, wie Hildebrand Diehl nach einem Gespräch mit dem Bauaufsichtsamt mitteilte. „Wir werden so weit sein, dass die Baugenehmigung für den ersten Teil vorliegt“, sagte der Wiesbadener Oberbürgermeister. Fertiggestellt sein soll die Fußball-Arena nach der neuen Zeitrechnung Mitte oder Ende September. Wenn alles wie geplant läuft.
Fassungsvermögen von über 13.000 Zuschauern
„Sollte etwas Unvorhergesehenes passieren, müssen wir schauen, welchen Termin wir halten“, meinte Schöner. Im Fall eines lukrativen Heimspiels im DFB-Pokal Anfang August würden die Wehener die Begegnung aller Voraussicht nach in der Frankfurter Commerzbank Arena austragen. Auch Zweitliga-Punktspiele, die zu Saisonbeginn noch nicht in Wiesbaden stattfinden könnten, müssten nach Angaben von Vizepräsident Bruno Hübner in Frankfurt über die Bühne gehen. Steht die Arena, soll sie ein Schmuckkästchen mit einem Fassungsvermögen von knapp über 13.000 Zuschauern sein.
„Über Deutschlands Grenzen hinaus wird das Stadion beispielhaft sein“, frohlockte Markus Hankammer, der Geschäftsführer der Firma Brita, die Namenssponsor der Arena wird und die Projektleitung innehat, über das „Referenzprojekt“. Von einem „absolut hochwertigen und profifußballtauglichen Stadion“ aus überwiegend Stahlrohrtribünen sprach Schöner. Welches man, so Hankammer, „einpacken, mitnehmen und woanders aufstellen“ könne. „Das gibt Investitionssicherheit.“
Den zeitlichen Rückstand gegenüber der ursprünglichen Planung begründeten die Beteiligten mit der Komplexität des Vorhabens. „Das Projekt steht auf ganz stabilen Füßen“, versicherte Schöner. Weil das Stadion, so Bürgermeister Helmut Georg Müller, auf einer „Bombenabwurfsverdachtsfläche“ entsteht, seien bei den Tiefbauarbeiten kurze Verzögerungen nicht auszuschließen.
Djuradj Vasic wird Teamchef
Bauherr des Stadions ist der SV Wehen. Im Augenblick sei laut Hankammer eine Besitzgesellschaft des Stadions in Gründung. Neben der Firma Brita gebe es bereits mehrere Investoren, sagte der Unternehmer. Das Investitionsvolumen des Stadionneubaus war einst auf knapp unter zehn Millionen Euro geschätzt worden. „Die Zahl hat sich mit Sicherheit verändert“, stellte Hübner jetzt ohne genaue Angabe klar. Inzwischen dürfte sie höher sein.
Unterdessen darf man gespannt sein, wie die sportliche Leitung beim neuen SV Wehen-Wiesbaden in der kommenden Saison harmoniert. Teamchef wird Djuradj Vasic sein. Als Inhaber der Fußballlehrerlizenz muss er bei den Pflichtspielen auf der Bank sitzen. Sportlich soll Christian Hock, der nicht im Besitz der erforderlichen Lizenz ist, in der Rolle des Trainers jedoch die Verantwortung tragen.
„Hock arbeitet alleinverantwortlich nach den Vorgaben von Vasic und mir“, erklärte Hübner das Modell und korrigierte sich wenig später. „Hock und Vasic werden als Team auftreten“, stellte der Manager nun fest. Neben Hock soll auch Vasic einen Zweijahresvertrag bei den Wehenern erhalten. Was die Verstärkung der Mannschaft angeht, wollen die Taunussteiner den Angreifer Bakary Diakite vom FSV Mainz 05 zurückholen.
Ja was denn nun?
Peter Schmitt (drahtlos)
- 03.06.2007, 17:48 Uhr