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Strahlung Abstand halten vor Elektrogeräten

06.10.2001 ·  Hochfrequente elektrische oder elektromagnetische Felder nahe am Kopf können das Gehirn schädigen, warnen Experten.

Von Eva Mayer-Wolk
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Angeschlossene Stromkabel, Stecker oder Elektrogeräte stehen unter Spannung, ob Strom fließt oder nicht. Deshalb erzeugen sie in ihrer direkten Umgebung ein elektrisches Feld, auch dann, wenn die Geräte ausgeschaltet sind. Je weiter man sich von der Quelle des Feldes entfernt, desto schwächer wird es.

Das gilt auch für das magnetische Feld. Es entsteht zusätzlich zum elektrischen, und zwar dann, wenn der Strom tatsächlich fließt: wenn wir ein Gerät einschalten zum Beispiel. Solche Felder entstehen auch im Freien - durch Hochspannungsleitungen oder Rundfunk- und Mobiltelefon-Sender, von denen es immer mehr gibt. Elektrischen und elektromagnetischen Feldern sollte man aus dem Weg gehen, weil eine Dauerbelastung gesundheitsschädlich ist - sagen Wissenschaftler. Die Hersteller und Stromlieferanten bestreiten das nach wie vor.

Auf lange Sicht:Zu starke Felder können das Hirn braten“

Eckhard Krüger vom Umwelt- und Energiebüro München gehört zu den warnenden Experten. „Man unterscheidet zwischen niederfrequenten Feldern, wie sie bei unserem 50-Herz-Wechselstrom entstehen, und hochfrequenten elektrischen oder elektromagnetischen Feldern: Fernsehsender, Mikrowelle und Ähnlichem“, doziert Krüger.

Hochfrequente Felder wirken wie eine Mikrowelle, die Lebensmittel zum Kochen bringt. „Zu starke Mikrofelder am Kopf können das Hirn braten, wenn sich ein Mensch lange genug in der Nähe von intensiven höchstfrequenten Sendern befindet“, veranschaulicht Krüger die Auswirkungen. Das trifft auch auf zu häufiges Telefonieren mit höchstfrequenten Mobiltelefonen zu.

Elektrosmog kann den Hormonhaushalt stören

Nach Meinung des Experten sollte auch jeder niederfrequente Felder meiden: „Offensichtlich beeinflussen diese Felder den Stoffwechsel der Zelle und hemmen oder fördern die Produktion bestimmter Stoffe, und daraus erklärt sich auch der langfristige negative Effekt auf Wohlbefinden und geistige Leistung.“

Eckhard Krüger bezieht sich auf Untersuchungen, nach denen elektromagnetische Felder den Hormonhaushalt beeinflussen können. Elektrosmog stört zum Beispiel den Schlaf, weil er die Melatoninausschüttung hemmt. Melatonin beeinflusst auch die Stimmung und das Immunsystem. Daher gehörten auch Depressionen und Krebs zu den Risiken, wobei nicht alle Menschen gleich empfindlich reagierten.

Tipps zur Reduzierung der täglichen Belastung

Generalregel: Abstand halten von Kabeln, Leitungen, Sendern, ob im Freien oder Zuhause. Schlafzimmer und Kinderzimmer nicht in Nähe der Steigleitung und des Sicherungskastens einrichten und Betten nicht mit dem Kopfende vor einer in der Wand verlaufenden Leitung aufstellen. Freiliegende Kabel nicht unterm Bett verstecken, sondern einen halben Meter Abstand wahren. Elektrogeräte wie Radiowecker und Fernseher raus aus dem Schlafzimmer; Babyphone weiter weg vom Kinderbett. Beim PC-Kauf nach strahlungsarmen Geräten fragen.

Bei Wohnungssuche oder Hausbau: Ihr nächstes Zuhause sollte mindestens 50 Meter von einer Bahnlinie und 130 Meter von Hochspannungsleitungen und Sendern entfernt sein. Darauf achten, dass im Haus keine Trafostation ist. Gegen die elektromagnetischen Felder von außen hilft ein „Faradayscher Käfig“. Beispielsweise mit Hilfe einer neuen Spezialplatte, die in Fertig-Wände eingebaut ist - Erfindung des Ökohaus-Herstellers Baufritz. Die Wand besteht aus Naturgips und ist beschichtet mit einem Pappkarton, in den Kohle eingearbeitet ist. Die Kohlefasern sind leitfähig, werden geerdet und können so die elektrischen Belastungen an die Erde abführen.

Völlig feldfrei - geht das überhaupt?

Gegen die Felder von innen helfen voneinander getrennte Stromkreise, die man einzeln abschalten kann. Wenn dann auf einem Stromkreis kein Strom verbraucht wird, dann schaltet eine automatische Sicherung im Kasten diesen ganzen Stromkreis ab - mitsamt der Spannung auf den in den Wänden verlegten Kabeln, und man ist völlig feldfrei.

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