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Steuertricks im Profifußball : Vorwürfe gegen Ronaldo und Özil

  • Aktualisiert am

Real Madrids Cristiano Ronaldo soll angeblich Steuern hinterzogen haben. Bild: AP

Cristiano Ronaldo soll viele Millionen Euro in Briefkastenfirmen untergebracht haben. Das soll aus Dokumenten hervorgehen, über die unter anderem „Der Spiegel“ berichtet. Auch ein deutscher Nationalspieler taucht in dem Bericht auf.

          Der Weltfußballer Cristiano Ronaldo soll über eine Briefkastenfirma auf den Britischen Jungferninseln über Jahre Einkünfte in Millionenhöhe vor dem Zugriff der Steuerbehörden geschützt haben. Das berichtet der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe und bezieht sich dabei auf Dokumente der Enthüllungsplattform „Football Leaks“. Demnach soll Ronaldo internationale Werbeeinnahmen kassiert und darauf kaum Steuern gezahlt haben. Einerseits habe er dabei von einer umstrittenen Sonderregelung des spanischen Steuerrechts profitiert. Andererseits gehe aus internen Mails seiner Berater hervor, dass sie sich große Sorgen machten, die Behörden könnten „sensiblen Informationen“ rund um die karibische Briefkastenfirma auf die Spur kommen, berichtet das Magazin.

          Konkret soll er für die Jahre 2015 bis 2020 seine Bildrechte an zwei Briefkastenfirmen auf den Britischen Jungferninseln verkauft haben. Dafür soll er 75 Millionen Euro erhalten haben, von denen er offenbar 63,5 Millionen Euro nicht versteuert habe.

          Özil soll Steuern nachzahlen

          Neben Ronaldo fällt in der Recherche der Name eines deutschen Nationalspielers: So soll Mesut Özil 2,8 Millionen Euro Steuern nachzahlen. Das sei das Ergebnis einer Prüfung seiner Einkommensteuererklärungen aus den Jahren 2011 bis 2013 durch die spanischen Finanzbehörden. Özil soll dagegen Einspruch eingelegt haben. Zu dem Verfahren wollte sich sein Anwalt dem „Spiegel“ zufolge nicht äußern. Auch andere Fußballer, Trainer und Berater hätten sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen geäußert, schreibt das Magazin. Ein Steuerexperte, der in den Akten auftauche, habe bestritten, an den Firmenkonstruktionen beteiligt gewesen zu sein. Zudem seien Dokumente verzerrt und manipuliert worden, sagte ein angeblich Beteiligter. Dem „Spiegel“ zufolge, gibt es keine Hinweise darauf, dass die Akten nicht authentisch sind.

          Grundlage des „Spiegel“-Berichts sollen 18,6 Millionen Dokumente zu Geldgeschäften im europäischen Fußball sein, die ein europäischer Recherche-Verbund über Monate ausgewertet habe. Darunter seien auch Originalverträge von Spielern samt geheimer Nebenabsprachen. Den Datensatz von insgesamt 1,9 Terabyte habe die Enthüllungsplattform „Football Leaks““ zur Verfügung gestellt. An der Auswertung sollen in den vergangenen sieben Monaten rund 60 Journalisten des Recherchenetzwerks European Investigative Collaborations (EIC) beteiligt gewesen sein.

          In seiner neuen Titelgeschichte „Die Geldmeister“ befasst sich der „Spiegel“ mit der Steuerpraxis europäischer Topfußballer. In den nächsten Wochen will das Nachrichtenmagazin weitere Beiträge dazu veröffentlichen.

          Quelle: pach. mit dpa

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