Trainer Hans Meyer vom Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach soll nach Darstellung des Nachrichten-Magazins Der Spiegel 16 Jahre lang Inoffizieller Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes der DDR gewesen sein. Das soll aus Meyers Akte hervorgehen, die dem Spiegel vorliegt.
Demnach hat die Stasi den damaligen Trainer von Carl Zeiss Jena im Dezember 1971 als „gesellschaftlichen Mitarbeiter Sicherheit“ (GMS) angeworben und unter dem Decknamen „Hans Schaxel“ geführt. Der Akte zufolge soll der heute 58 Jahre alte Meyer von Anfang an Wert auf „strengste Konspiration“ gelegt haben. Außerdem habe sich Meyer abfällig über seinen Kollegen und damaligen Assistenten Jörg Berger geäußert.
Meyer gibt sich gelassen
Meyer selbst sagte dem Spiegel, dass er bei keinem Thema ruhiger schlafen könne als beim Thema Stasi. Er sei zwar in der DDR nie als Widerstandskämpfer aufgetreten, doch habe er 1971 sogar das Angebot der Stasi ausgeschlagen, monatlich 300 Mark für Spitzeldienste zu erhalten. Dennoch habe Meyer laut Notizen in der Akte „zuverlässige und objektive Informationen“ über die von ihm trainierten Spieler geliefert.
Borussia Mönchengladbach liegt die Akte laut Spiegel bereits seit dem 6. März vor. Nach einer Prüfung durch den renommierten Sport-Rechtanwalt Christoph Schickhardt, der allerdings auch persönlicher Rechtsbeistand Meyers ist, befand Borussias Vizepräsident Rolf Königs, dass „die Angelegenheit für uns kein Vorgang“ sei.
Details über Jörg Berger?
Dem späteren Bundesliga-Trainer Jörg Berger, der 1979 über Jugoslawien in den Westen geflohen war, habe Meyer einen „wenig mannhaften Charakter“ bescheinigt. Ferner soll er Details aus dem Sexualleben und der gescheiterten Ehe Bergers preisgegeben haben. Berger bezeichnete die im Spiegel erhobenen Vorwürfe als „billig“ und „völlig aus der Luft gegriffen“.
Meyer ist seit September 1999 Trainer bei Borussia Mönchengladbach und führte den Traditionsverein in der vergangenen Saison zurück in die Bundesliga.