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Stadion-Katastrophe Tödliche Massenpanik in Accra

10.05.2001 ·  Die Serie verheerender Unglücke in Fußballstadien reißt nicht ab. In Ghanas Hauptstadt Accra brach nach Ausschreitungen eine Massenpanik aus.

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Man könnte glauben, dass sich ein unheimlicher Fluch über die Fußballstadien Afrikas gelegt hat. Nach Unglücken in Arenen in Johannesburg, Lubumbashi und an der Elfenbeinküste ereignete sich am Mittwochabend in Ghanas Hauptstadt Accra erneut ein verheerendes Unglück. Mindestens 120 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein.

Es ist das folgenschwerste der vier Stadion-Unglücke, die sich innerhalb von nur vier Wochen ereigneten. Jake Obetsebi-Amptey, ghanaischer Minister für Angelegenheiten des Ministerpräsidenten, sagte: „Es ist eine große nationale Tragödie“. Er bestätigte die Zahl der Toten und ergänzte, dass es zudem zahlreiche Verletzte gegeben habe. Die Zahl soll bei 150 liegen.

Fans randalierten

Zum Zeitpunkt des Unglücks spielten die Teams Accra Hearts of Oak und Assante Kotoko Kumasi gegeneinander im größten Stadion der Hauptstadt, das etwa 50.000 Zuschauer fasst. Assante lag fünf Minuten vor Schluss 1:2 zurück, als Anhänger der Mannschaft aus Wut über die drohende Niederlage gegen den Erzrivalen Sitze aus der Befestigung rissen und aufs Spielfeld warfen.

Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Tränengas, woraufhin die Zuschauer zum Ausgang stürmten und sich dabei gegenseitig überrannten. In den Krankenhäusern drängten sich viele Menschen auf der Suche nach Informationen über Angehörige.

Vorwürfe gegen Polizei

Der Vorstand der Hearts of Oak kritisierte im lokalen Fernsehsender „Metro TV", die Polizei habe zu viel Tränengas verschossen. „Das war unnötig.“ Anwar sagte, nach der Panik seien in und außerhalb des Stadions zahlreiche Menschen auf dem Boden gelegen. „Einige von ihnen waren offensichtlich tot", sagte er und fügte hinzu: „Es sind alles Männer.“ Das offenbar überzogene Vorgehen der Polizei wird Gegenstand einer Dringlichkeitssitzung des Regierungskabinetts sein, die Präsident John Kufour für Donnerstag anberaumt hat.

Bei den drei weiteren Stadion-Unglücken in den vergangenen Wochen hatte es ebenfalls zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. Am 11. April starben 43 Menschen in einem Stadion in Johannesburg; am 29. April kamen bei einer Massenpanik in Lubumbashi im Kongo acht Menschen ums Leben; am 6. Mai kämpften gegnerische Fans zweier Mannschaften in der Elfenbeinküste gegeneinander: Es gab ein Todesopfer und 39 Verletzte.

Quelle: @dho, mit Material von AP und Reuters
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