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Neuer Sponsor : Die Uefa fährt bald Volkswagen

  • -Aktualisiert am

Der Teppich ist ausgerollt: VW wirbt künftig auch bei Uefa-Top-Ereignissen Bild: dpa

VW nutzt den Profifußball als Werbebühne. Die Unterstützung des Bundesligaklubs VfL Wolfsburg ist aber zweitrangig geworden. Der Konzern denkt größer.

          Sie wollen eine ganze Menge. Zum Beispiel Brücken zwischen Ländern schlagen. Und ihre Leidenschaft für den Fußball ausleben. Und natürlich mit der Europameisterschaft 2020 ein besonderes Projekt fördern. Dass Volkswagen sein Engagement als Partner und Geldgeber des Fußballs stark ausweitet, wird mit blumigen Worten beschrieben. Die Entscheider des Autobauer-Konzerns sind aber auch so ehrlich, ihre primären Absichten klar zu formulieren. VW nutzt den Profifußball als Kommunikationsplattform und Werbebühne. Das Elektroauto I.D. bewerben, den durch die Abgas-Affäre entstandenen Imageschaden begrenzen: Es hat strategische Gründe, warum das von Wolfsburg aus geleitete Imperium neben dem DFB-Pokal und der deutschen Nationalmannschaft nun auch die Europäische Fußball-Union (Uefa) unterstützt.

          Ob VW den von ihm finanzierten und gesteuerten Fußball-Erstligaklub VfL Wolfsburg weiterhin mit rund 100 Millionen Euro oder doch nur noch mit bis zu 60 Millionen Euro pro Saison alimentiert, ist angesichts der hohen Ziele des Konzerns eher zweitrangig. Die großen Deals des Fußballs haben eine ganz andere Tragweite. Weniger als einen Monat nach der Entscheidung, Großsponsor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu werden und damit Mercedes-Benz auszubremsen, ist jetzt auch das neue Doppelpassspiel mit der Uefa bekannt geworden. Ein ab 2018 geltender Vierjahreskontrakt besiegelt, dass VW neben der in 13 Ländern ausgetragenen EM 2020 auch Partner der Frauen-EM, der U-21-EM und der Futsal-EM wird. In den Vertragszeitraum sollen mehr als 500 Spiele fallen, bei denen das Unternehmen als Mobilitätspartner sowie Inhaber diverser Ticket-, Hospitality- und Vermarktungsrechte auftritt.

          Angesichts der vielen Schlagzeilen rund um Abgaswerte, Abwrackprämien und Anklagen sollte man meinen, dass VW derzeit Sorgen genug hat. Aber vor allem das Thema Elektromobilität verlangt nach einer PR-Offensive mit internationaler Reichweite. Da trifft es sich gut, dass die Förderung des werbewirksamen Fußballs ausgedehnt werden kann. „Es war ein günstiger Zeitpunkt und ein glücklicher Zufall, dass zwei solch attraktive Rechte auf dem Markt waren“, sagt Gerd Voss, Leiter der VW-Sportkommunikation, über die Vereinbarungen mit DFB und Uefa. Seinen Angaben zufolge bleibt die Unterstützung des Konzerns für andere Sportarten wie Reiten und Eishockey unangetastet. Während es in solchen Fällen um die Förderung einzelner Standorte, Vereine oder Veranstaltungen gehe, sei das Engagement im Fußball als globales, vertriebsorientiertes Sponsoring zu verstehen. Über die Höhe der finanziellen Aufwendungen für den Fußball wird geschwiegen. Bisheriger Partner der Uefa und damit Sponsor der Europameisterschaften war seit 2000 der koreanische Autobauer Hyundai-Kia.

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