http://www.faz.net/-gtl-7682x

UCI gegen Wada : Krieg der Worte

  • Aktualisiert am

Im Streit mit Wada: UCI-Präsident Pat McQuaid Bild: dpa

Die Auseinandersetzung wird immer kurioser. Erst gab es Kritik, dann wurde der Ton schärfer, schließlich eskalierte der Streit: Im Zwist mit der Wada greift der UCI-Präsident, Pat McQuaid, nun zu ungewöhnlichen Mitteln.

          Erst gab es Kritik, dann wurde der Ton schärfer, schließlich eskalierte der Streit: Im Zwist mit der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) greift der Präsident des Radsport-Weltverbands (UCI), Pat McQuaid, nun zu ungewöhnlichen Mitteln. Wie der Branchendienst „Insidethegames“ berichtete, hat der umstrittene Ire in dieser Woche allen 101 Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees IOC eine E-Mail geschrieben mit der Bitte, ihm bei der Dauerfehde beizustehen. Er freue sich „über jede Unterstützung, der Wada klarzumachen, wie wichtig eine Zusammenarbeit mit der UCI“ sei, schrieb McQuaid. Die Auseinandersetzung wird immer kurioser.

          Zuletzt hatten sich der Verband um den umstrittenen Präsidenten sowie die Wada gegenseitig scharf attackiert. Die Anti-Doping-Agentur warf der UCI vor, bei der Aufklärung der Affäre Lance Armstrong nicht konsequent vorzugehen und sinnvolle externe Vorschläge zu ignorieren. Eine angetragene Zusammenarbeit lehnte die Behörden mit bösen Worten in Richtung UCI („hinterlistig“, „einseitig“, „arrogant“) ab. Der Radverband wiederum bezichtigt die Wada inzwischen offen der Lüge und veröffentlichte in dieser Woche sogar persönliche E-Mails von Wada-Präsident John Fahey.

          Nach dem vorläufigen Höhepunkt der Posse, bei der inzwischen immer mehr persönliche Befindlichkeiten im Spiel zu sein scheinen, schrieb McQuaid den IOC-Mitgliedern: „Ich hoffe sehr, dass die Wada nun mit ihrem unwürdigen Krieg der Worte in den Medien aufhört und sich mit uns hinsetzt, um gemeinsam die Details dieses Wahrheits- und Versöhnungsprozesses auszuarbeiten.“ Der UCI-Chef meint damit übrigens nicht den Streit zwischen den Organisationen, sondern ein mögliches Kronzeugen- und Amnestieprogramm für Doper. Dieses will die UCI aber nicht selbst finanzieren und lieber höhere Organisationen ins Boot holen. IOC-Präsident Jacques Rogge berichtete am Freitag bei einer Pressekonferenz in Seoul, noch kein entsprechendes Gesuch vorliegen zu haben. Eine Absage erteilte er dem Vorschlag aber per se nicht. „Ob wir das machen oder nicht, werden wir im Exekutivkomitee besprechen“, sagte Rogge.

          Eine „Wahrheits- und Versöhnungs-Kommission“ hatten zu Beginn des Disputs ausgerechnet die Wada und die amerikanische Agentur Usada gegenüber einer von der UCI eingesetzten Aufklärungskommission gefordert. Damals lehnte der Dachverband noch ab - ehe er die Kommission jüngst auflöste.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Sieg für Arsenal bei Özil-Comeback Video-Seite öffnen

          Premier League : Sieg für Arsenal bei Özil-Comeback

          Durch einen Sieg über West Bromwich Albion schiebt sich der Klub aus London in der Tabelle vor. Mesut Özil ist nach seiner Verletzung wieder dabei. Einen Rekord aber stellt ein Gegner auf.

          Teuflisch genial

          Neue Internetseite der AfD : Teuflisch genial

          Im Online-Wahlkampf holte sich die AfD Unterstützung von einer Werbeagentur, die bereits für Donald Trump arbeitete. Jetzt hat die Partei eine neue Website veröffentlicht – und startet damit eine Schmutzkampagne gegen die Kanzlerin.

          Topmeldungen

          CSU-Beben in Bayern : „Wir brauchen einen anderen Spitzenkandidaten“

          Nach dem katastrophalen Abschneiden der CSU bei der Bundestagswahl werden die Rücktrittsforderungen an Horst Seehofer lauter. Das Festhalten an der Flüchtlingsobergrenze könnte schon früh jede Jamaika-Verhandlung erschweren.
          Bald nicht mehr in der AfD: Frauke Petry und Markus Pretzell

          Parteivorsitzende : Petry und Pretzell verlassen die AfD

          Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry und ihr Mann, der NRW-Landesvorsitzende Marcus Pretzell, wollen aus der Partei austreten. Einen Zeitpunkt nannten sie noch nicht. Auch andere Fragen bleiben offen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.