Das Denken lohnt sich für den Sport. Das sagt die Sprinterin Verena Sailer, 2010 Europameisterin über 100 Meter. Denn der ständige Wechsel zwischen Laufbahn und Fernstudium macht ihr Beine. Und verschafft der Leichtathletin nun auch einen weiteren Zuschuss. Am Montag gab die Deutsche Bank die Verdoppelung ihres Einsatzes für die sogenannten „Sport-Stipendien“ der Stiftung Deutsche Sporthilfe bekannt. 300 Spitzenathleten, die ihre Laufbahn mit einer akademischen Karriere verbinden, erhalten nun 300 statt 150 Euro pro Monat. „Damit wollen wir den Talenten Freiräume für den Weg in die berufliche Zukunft schaffen“, sagte Jürgen Fitschen, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank AG.
Die Kombination von Spitzensport und Ausbildung fällt aufgrund der gestiegenen Anforderungen auf beiden Seiten zunehmend schwerer. „Es ist zu befürchten, dass sich die jungen, talentierten Menschen in Zukunft gegen eine Laufbahn im Sport außerhalb der Profiligen entscheiden werden, weil sie erkennen müssen, dass beides nicht mehr nebeneinander zu schaffen ist“, sagte der Sportphilosoph und Soziologe Gunter Gebauer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und forderte die Gesellschaft auf, über die zukünftige Förderung des Spitzensports nachzudenken.
Laut einer von der Sporthilfe am Montag veröffentlichten Studie sehen zwar 95,2 Prozent der befragten Großunternehmen und Mittelständler (100 von 700 antworteten) im Spitzensport eine „hohe“ Bedeutung für die Gesellschaft. Aber nur ein Drittel bezieht diese Einschätzung auf die eigene Firma. Entsprechend gering ist der Beitrag der Wirtschaft für Einrichtungen des Sports, die zwar unpopulär, aber wichtig sind. Die Nationale Antidoping-Agentur erhält 300.000 Euro pro Jahr. Der Sport wird gerne genutzt, aber selten gefördert.