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Stiftung FairSport : Athleten fühlen sich sauberer Wettkämpfe beraubt

Claudia Bokel, Geschäftsführerin der Stiftung FairSport. Bild: dpa

Viele Sportler sind unzufrieden. Das geht aus einer Umfrage hervor. Nun sollen Doper den Betrogenen Schadenersatz leisten: Die Stiftung FairSport entwickelt dafür derzeit eine Charta der Sportlerrechte.

          Mehr als die Hälfte von mehr als zweitausend Spitzensportlern aus sechzig Ländern und fünfzig Sportarten fühlt sich des Rechts auf saubere Wettkämpfe beraubt und sieht ihre Verbandsführung in Interessenkonflikten. Das geht aus einer Umfrage der Stiftung FairSport hervor, die mit der Aufgabe betraut ist, eine Charta von Athletenrechten zu entwerfen. Mehr als neunzig Prozent der befragten Spitzensportler wünschen sich demnach Transparenz bei der Führung ihrer Verbände und bei der Doping-Bekämpfung. Ebenso großen Wert legen sie auf Athletenrechte wie faires Gehör sowie schnelle, konsequente und nachvollziehbare Anwendung der Regeln. 97 Prozent der Befragten bestehen darauf, dass sie ein Recht auf sauberen Sport haben, der frei von Korruption, Zwang und Manipulation ist.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Initiative für eine Charta der Rechte und Pflichten von Athleten ist direkte Folge des russischen Doping-Skandals. Als er aufflog, war die ehemalige Fecht-Weltmeisterin Claudia Bokel aus Deutschland Athletenvertreterin im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und die Kanadierin Beckie Scott, Olympiasiegerin im Skilanglauf, Athletenvertreterin in der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada). Ihr Vertrauen in das Anti-Doping-System sei zerstört, schrieben die beiden wenige Wochen vor den Olympischen Spielen von Rio im Sommer 2016 an IOC-Präsident Thomas Bach.

          Mindestens ein Jahrzehnt lang wurden Tausende russische Sportlerinnen und Sportler gedopt; der Betrug gipfelte im staatlich organisierten Austausch von Doping-Proben bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi 2014. Nirgendwo sei der Schutz von Athleten verbürgt, stellten die Athletenvertreter fest. Deshalb haben die inzwischen aus dem IOC ausgeschiedene Claudia Bokel und Beckie Scott wieder zusammengefunden. Die Athletenvertreter der Wada beauftragten im vergangenen Jahr FairSport damit, eine Charta mit den Rechten und Pflichten von Athleten zu entwickeln. FairSport hat sich der Aufgabe verschrieben, „Betrug im Sport auszurotten“. Zu ihren Gründern gehören der ehemalige Investment-Banker Jim Swartz und der viermalige Olympiasieger im Eisschnelllauf Johann Koss, Gründer der Hilfsorganisation Right to Play. Geschäftsführerin ist Claudia Bokel.

          Die Umfrage ergebe, sagt sie, dass das Vertrauen der Athleten in die Strukturen des Sports nicht groß sei und eine Vertretung der Sportlerinnen und Sportler im internationalen Zusammenspiel fehle. Die Zusammenarbeit mit der Athletenvertretung des IOC – zu der nun die Fechterin Britta Heidemann aus Köln gehört – sei bislang nicht zustande gekommen. Zusätzlich zur Zusammenarbeit mit der Wada baue FairSport eine Kooperation mit Nationalen Anti-Doping-Agenturen auf.

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