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Sterne des Sports Verbeugung vor acht Millionen

Bundespräsident Gauck nutzt die Preisverleihung der „Sterne des Sports“ für eine rhetorische Verbeugung vor der Arbeit von ehrenamtlich tätigen Menschen in 91.000 Vereinen. Gold geht nach Hannover.

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© Sterne des Sports Vergrößern Sterne des Sports: Die Preisverleihung

Bevor der Bundespräsident das tätige und ehrenamtliche Engagement als staatstragende Tugend lobte, hat er sich erst einmal als Mitglied einer eher passiven Gemeinschaft vorgestellt: derjenigen, die sich vor den Fernsehgeräten versammelt, wenn die Fußball-Nationalmannschaft um Ruhm, Ehre und internationale Erfolge kämpft.

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Mit den Worten „Schön, dass es Sie auch live gibt“, begrüßte Joachim Gauck am Dienstag Katrin Müller-Hohenstein, als er zur Verleihung des Großen Sterns des Sports die Bühne betrat, die Fernsehmoderatorin, die gemeinsam mit dem einstigen Torwart Oliver Kahn Fußball in die Wohnstuben transportiert. „Gleichfalls“, erwiderte sie.

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Wie seine Vorgänger Horst Köhler und Christian Wulff und wie Bundeskanzlerin Angela Merkel nutzte Gauck die Preisverleihung für eine rhetorische Verbeugung vor der Arbeit von acht Millionen ehrenamtlich tätigen Menschen in 91.000 Sportvereinen. „Demokratie, das sind nicht nur funktionierende Institutionen“, rief er dem Teil von ihnen zu, der sich in der DG-Bank am Brandenburger Tor versammelt hatte, „sondern funktionierender Zusammenhalt.“ Was sie leisteten, habe nicht nur für den Sport Bedeutung. Der Wettbewerb um den Großen Stern sei dafür ein Schaufenster.

Die Auszeichnung eines von Wissenschaftlern begleiteten und vom SV Eintracht Hannover angebotenen Projektes zur Therapie von Depression und Burnout durch Sport sowie dessen Belohnung mit 10.000 Euro bestätigten Gaucks Lob, dass Vereine und Verbände sich nicht in einem Gebiet versteckten, in dem die böse Politik und die böse Welt da draußen nicht vorkämen.

„Mein Ich und die vielen da draußen gehören zusammen“

Im Gegenteil: Sie stünden mitten in der Gesellschaft, auch, indem sie sich für alle gesellschaftlichen Gruppen öffneten, sagte Gauck und lobte Initiativen für Frauen, Migranten, gewaltgefährdete Jugendliche und Homosexuelle. Die Frau vom Fernsehen formulierte es so. Der Ball sei ein Vehikel, der große und wichtige Anliegen transportiere.

Beim Engagement im Sportverein - dem, so konnte man Gauck verstehen, das in der Politik und in anderen Gemeinwesen folgen solle - übe man eine Haltung ein, nämlich die, „dass mein Ich und die vielen da draußen zusammengehören.“ So wie er zu Beginn seines Auftritts Bodenhaftung bewies, wurde er auch zum Schluss sehr praktisch. Die vielen „Jung-Rentner“, die fit genug seien, auf der ganzen Welt herumzureisen, rief er unter anhaltendem Beifall auf, sich im Sportverein als Übungsleiter zu engagieren.

„Ich habe das Gefühl, es gibt einen Trend“

Könnte sein, dass ein Großteil von ihnen längst dort ist. Der Deutsche Olympische Sportbund jedenfalls hat einen Zuwachs von 100.000 auf knapp 27,8 Millionen Mitgliedschaften festgestellt. „Ich habe das Gefühl, es gibt einen Trend“, sagte Thomas Bach, dessen Präsident, „dass die Menschen erkennen, dass ein anerkennendes Schulterklopfen von einem Mannschaftskameraden mehr wert ist als ein ,I like‘ von einem virtuellen Follower.“ Der Sport verfüge, im Gegensatz zu vielen Angeboten im Internet, tatsächlich über soziale Netze. Dort sei ein Friend wirklich ein Freund.

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© Stern des Sports, Wirkhaus Vergrößern 1. Platz: SV Eintracht Hannover
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© Stern des Sports, Wirkhaus Vergrößern 2. Platz: BW Spandau 1903
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© Stern des Sports, Wirkhaus Vergrößern 3. Platz: BSV AOK Leipzig

Quelle: F.A.Z.

 
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