27.06.2005 · Der Südkoreaner Un-Yong Kim, früherer Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), soll am Donnerstag vorzeitig aus der Haft entlassen werden.
Der Südkoreaner Un-Yong Kim, früherer Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), soll am Donnerstag vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Das gab ein Sprecher des Justizministeriums in Seoul bekannt. Der 74jährige frühere Sportfunktionär war im Februar 2004 wegen Korruption zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Kim hatte am 9. Mai seinen Austritt aus dem IOC erklärt und war damit einem möglichen Ausschluß durch die IOC-Session Anfang Juli in Singapur zuvorgekommen. Er war bereits seit Ende Januar 2004 suspendiert. Kim stürzte über interne Machtkämpfe in Südkorea, wo man ihn für die knappe Niederlage der Stadt Pyeongchang im Rennen um die Winterspiele 2010 gegen Vancouver verantwortlich machte. Sein Rücktritt aus dem IOC soll Voraussetzung für die Freilassung gewesen sein, um Pyeongchangs Chancen bei der Bewerbung für die Spiele 2014 wieder zu erhöhen.
Einer der mächtigsten Männer des Sports
Kim zählte nahezu zwei Jahrzehnte lang als enger Verbündeter von IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch zu den mächtigsten Männern des Weltsports. Er war noch Mitte 2003 gegen den Widerstand von Samaranch-Nachfolger Jacques Rogge abermals zum IOC-Vize gewählt worden. Der Südkoreaner war als Präsident der Weltsport-Fachverbände (Agfis) 1986 ins IOC aufgenommen und schon 1988 in die Exekutive gewählt worden. In der Bestechungsaffäre um die Winterspiele von Salt Lake City war er Anfang 2000 nur knapp einem Auschluß aus dem IOC entgangen.