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Sportgericht glaubt nicht an Rassismus Onukogu gesperrt

 ·  Das Sportgericht tagt und macht das Opfer zum Täter. Ikenna Onukogu wird gesperrt, weil er sich gegen rassistische Beleidigungen mit einem Flaschenwurf gewehrt hatte.

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Der Torhüter von Bezirksligaklub Hertha Hamborn, Ikenna Onukogu, ist am Donnerstagabend wegen eines Flaschenwurfs von der Bezirksspruchkammer des Fußball-Verbands Niederrhein bis zum 16. Mai gesperrt geworden. Der Torhüter wiederholte vor dem Sportgericht in der Sportschule Wedau den Vorwurf, er sei zuvor ständigen rassistischen Beleidigungen ausgesetzt gewesen, die zum Flaschenwurf und dem Spielabbruch geführt hätten.

In der knappen mündlichen Urteilsbegründung kam das Gericht laut Onukogus Anwalt Heiner Kahlert zu dem Schluss, dass es nicht mit „ausreichender Sicherheit“ Beweise für rassistische Beleidigungen gegeben habe. Das Gericht habe Provokationen eingeräumt, aber eben nicht, ob sie auch rassistisch gewesen seien. Ein Zuschauer und ein Mitspieler Onukogus, sagte der Münchner Anwalt, der den Torhüter kostenfrei vertrat, hätten die rassistischen Beleidigungen vor Gericht allerdings bestätigt. Es habe aber auch andere Aussagen gegeben. Das Verfahren des Verbandes gegen den gastgebenden Verein Dostlukspor Bottrop wegen rassistischer Beleidigungen wurde eingestellt.

Als Hinweis, dass es vor der Attacke Onokogus zu entsprechenden Vorfällen gekommen sei, wertet der Anwalt die Strafe von nur sechs Spielen. Eine Sperre in vergleichbaren Fällen, bei denen ein Spieler einen Spielabbruch provoziert, falle ansonsten deutlich höher aus. Die Bezirksspruchkammer habe in der Urteilsbegründung auch von einem „sportwidrigen Verhalten“ im Vorfeld gesprochen, ohne dies weiter auszuführen.

Onukogu sagte vor Gericht, er habe nach rassistischen Anfeindungen die Zuschauer zur Rede stellen wollen und sei geschubst worden, schrieb das Nachrichtenportal „Der Westen“. Andere Zeugen beschrieben demnach, dass die Leute im Publikum eine Abwehrhaltung eingenommen hätten, da Onukogu auf sie zugestürmt sei. „Der Torwart ist wie verrückt auf dem Platz herumgesprungen“, sagte der Schiedsrichter, der die Tumulte als „wildes Hin und Her“ beschrieb.

Dostlukspor erhält zudem die drei Punkte, die Partie wurde als 2:0-Sieg gewertet. Zum Zeitpunkt des Abbruchs hatte Bottrop 1:0 geführt. Der Verein prüft, Rechtsmittel einzulegen. Eine schriftliche Urteilsbegründung sei ansonsten nicht zu erhalten.

Strittig blieb laut Kahlert auch die Frage, ob die Flasche, die Onukogu in die Zuschauer warf, auch von dort gekommen sei. „Er hat die Flasche aus dem eigenen Tor genommen und ist dann auf die Zuschauer losgestürmt“, sagte der Schiedsrichter laut „Der Westen“. Es habe sich um die Flasche des Torhüters gehandelt, die schon während des Spiels in seinem Tor gelegen habe. „Es gab unterschiedliche Aussagen, wo die Flasche herkam“, sagte Kahlert. Der nigerianische Torhüter war nach Angaben seines Anwalts tief enttäuscht von dem Urteil. Onukogu wisse nicht, ob er nun noch weiter in Deutschland Fußball spielen werde.

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