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Sportförderung gekürzt : Auf Kosten der Kinder

Der Sport will große Bälle schieben, hat aber kein Geld Bild: dpa

Der Etat für den Spitzensport im Bundesinnenministerium steigt nur um 2,7 Millionen. Versprochen waren acht. Gespart werden soll vor allem beim Nachwuchs.

          Von Erpressung spricht man in den Ländern und davon, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière das Kind mit dem Bade ausschütte - besser: die 800.000 Kinder, die mit ihrer Teilnahme „Jugend trainiert für Olympia“ zum größten Schulsportwettbewerb der Welt machen, der im vergangenen Jahr um „Jugend trainiert für Paralympics“ ergänzt wurde. Beiden Wettbewerben streicht die Bundesregierung die Hälfte von insgesamt 700.000 Euro Förderung. Die Austragung der Bundesfinale ist mittelfristig gefährdet. Die Streichung der Sportförderung für Schulkinder dient als Druckmittel, um die Länder an der Finanzierung der Nationalen Anti-Doping-Agentur zu beteiligen. Auch in diesem Jahr muss der Bund eine Million Euro mehr zur Doping-Bekämpfung beisteuern als geplant.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Die Kultusministerkonferenz (KMK) war sich bei ihrer Sitzung vor gut einer Woche in Berlin einig, dass die Verknüpfung der Themen unangemessen sei. Sylvia Löhrmann, Vorsitzende der KMK und stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, bemüht sich um ein Gespräch mit de Maizière. „Die Erfahrungen mit der Bürgerbefragung zur Olympiabewerbung Münchens zeigen, dass es in Deutschland Bedarf gibt, einen positiven Bezug zu Leistungssport und den Olympischen Werten zu schaffen“, sagt Thomas Poller, Schulsportreferent in Berlin. „,Jugend trainiert‘ kann dies leisten.“

          Während de Maizières Haus verbreitet, die Spitzensportförderung um acht Millionen aufgestockt zu haben, kommt die Opposition zu anderen Zahlen. Zwar werden die Zentralen Maßnahmen mit fünf Millionen Euro mehr gefördert sowie die Institute FES in Berlin und IAT in Leipzig mit einer Million mehr. Durch Kürzungen beim Sportstättenbau (1 Million), bei der Forschungsförderung (900.000), durch das Ausbleiben von Reisekosten der Olympiamannschaft und den Abzug bei „Jugend trainiert“ steigt der Spitzensportetat des BMI in diesem Jahr lediglich um 2,7 Millionen Euro auf 139,5 Millionen Euro an (Vorjahr 136,8).

          Dazu kommen Ausgaben für Sportfördergruppen von Bundespolizei, Zoll und Bundeswehr (rund 800 Planstellen). Das Auswärtige Amt reduziert seine Förderung von Sportbeziehungen von 4,5 auf 3,6 Millionen Euro.

          Quelle: F.A.Z.

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