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Sportausschuss im Bundestag Dagmar Freitag folgt Peter Danckert

12.11.2009 ·  Am Dienstagabend erhielt sie erste Glückwünsche, am nächsten Morgen lief die Meldung über den Ticker. Doch so schnell hatte sich Dagmar Freitag (SPD) gar nicht entschieden, den Sportausschuss-Vorsitz im Bundestag zu übernehmen.

Von Michael Reinsch, Berlin
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Am Dienstagabend erhielt sie bereits die ersten Glückwünsche, am Mittwoch meldete die Deutsche Presse-Agentur schon am Morgen, dass die SPD-Abgeordnete Dagmar Freitag den Vorsitz des Sportausschusses im Deutschen Bundestag übernehmen werde. Doch so schnell hatte sich die Sport- und Englischlehrerin aus Iserlohn gar nicht entschieden.

Erst ihr Fraktionsvorsitzender Frank-Walter Steinmeier, der sie als Außenminister mit auf Reisen genommen und der sie als Kanzlerkandidat in sein Kompetenzteam berufen hatte, verpflichtete sie am Mittwochnachmittag darauf, als erste Frau dieses Gremium zu führen. Damit tritt die 56-jährige Politikerin die Nachfolge ihres Parteifreundes Peter Danckert an, der nicht mehr dem Sportausschuss angehören wird.

Bedenkzeit von 24 Stunden

Formal entscheiden die Fraktionen am 24. November über die Besetzung der Ausschüsse; das Votum für die Abgeordnete, die seit 1994 dem Bundestag angehört, steht nicht in Frage.

Schon die Bedenkzeit von 24 Stunden zeigt, dass Dagmar Freitag nicht leichten Herzens den Vorsitz des Sportausschusses übernimmt. Sie hatte sich vorgenommen, in leidenschaftliche Opposition zur Sportpolitik von Schwarz-Gelb zu gehen und wie schon gegen SPD-Innenminister Otto Schily und gegen CDU-Innenminister Wolfgang Schäuble für ein gesetzliches Verbot von Doping zu kämpfen.

Danckerts Angriffe auf den organisierten Sport

Nun wird sie verbindlicher auftreten müssen. Schon diese Aussicht macht den Unterschied zu ihrem Vorgänger deutlich. Danckert hatte den Sportausschuss dadurch, dass er dessen Sitzungen öffentlich machte, zum Zentrum der sportpolitischen Debatte in Deutschland gemacht. Persönlich nutzte er ihn als Bühne, etwa zu Angriffen auf den organisierten Sport.

Dagmar Freitags erster Kampf wird, wie sie am Mittwoch versprach, sich gegen eine Sportpolitik hinter verschlossenen Türen richten. Sie wolle, dass der Ausschuss weiterhin öffentlich tagt. Als Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes will sie sich in der nächsten Woche vom Verbandstag in Berlin wiederwählen lassen.

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