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Reform des Spitzensports : DOSB sieht Verzögerung kritisch

Treffen in Koblenz: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière, Alfons Hörmann, Präsident des DOSB, und Karin Augustin, Präsidentin des rheinland-pfälzischen Landessportbundes Bild: dpa

Die Kontroverse zwischen Sport und Staat, ausgelöst durch die geplante Reform des Spitzensports in Deutschland, verschärft sich. Ein Spitzentreffen soll demnächst für neuen Teamgeist sorgen.

          Die Kontroverse zwischen Sport und Staat, ausgelöst durch die geplante Reform des Spitzensports in Deutschland, hat sich verschärft. Der für den Sport zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maizière mahnte auf der Vollversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Samstag in Koblenz neuen Teamgeist an und bot ein Spitzentreffen sofort nach Bildung der Regierung an. Zu oft werde „hinter dem Vorhang geredet, und manchmal anderes als davor“, warf er den Sportfunktionären vor. Er erneuerte sein Versprechen, die Spitzensportförderung durch das Innenministerium – sollte das in der nächsten Legislaturperiode noch in seiner Hand liegen – von derzeit 168 Millionen Euro substantiell und nachhaltig aufzustocken. Die Richtung stimme beim Reformwerk, beim Tempo müsse draufgelegt werden, mahnte de Maizière.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Der Sport erwartet für die Umsetzung seiner Reform einen Aufwuchs von rund einhundert Millionen Euro. Der Haushalt der neuen Regierung, der zumindest einen Teil dieser Summe enthalten soll, wird frühestens im Herbst 2018 zu erwarten sein. In Koblenz hatte der für den Leistungssport zuständige DOSB-Vorstand Dirk Schimmelpfennig vor den Vertretern der Fachverbände dem Bundesinnenministerium und dessen Abteilung Sport vorgeworfen, den Sport bei der Reform zu behindern. Die Fachleute des DOSB würden als inkompetent und unverlässlich dargestellt, klagte er laut Teilnehmern der Sitzung. In einer „Standortbestimmung“, welche die Vollversammlung am Samstag einstimmig verabschiedete, stellt der DOSB dar, dass er die verzögerte Umsetzung der Reform kritisch betrachte, die Spitzenverbände diese Verzögerung aber nicht zu verantworten hätten.

          Der DOSB nimmt unter Berufung auf die Autonomie des Sports Richtlinienkompetenz und Fachaufsicht für die Fachverbände in Anspruch; diese wiederum übertrügen die sportfachliche Führungsrolle dem DOSB. Genau dies bestreite die Abteilung Sport des Innenministeriums gegenüber den Sportorganisationen, beklagte Schimmelpfennig laut Berichten von Teilnehmern der Sitzung. Insbesondere zwischen DOSB-Präsident Alfons Hörmann und dem zuständigen Abteilungsleiter in Berlin, Gerhard Böhm, gibt es ein Zerwürfnis. Der Sport sei bei der Umsetzung der Reform an einem Punkt angelangt, sagte Hörmann, an dem die Möglichkeiten des Sports endeten. Er befinde sich mit de Maizière beim Aufruf zur Gemeinsamkeit in Übereinstimmung.

          Quelle: F.A.S.

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