Im neuen Schulterschluss wollen die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) und die Welt Anti-Doping-Agentur (Wada) gemeinsam im Fall des Radsportlers Patrik Sinkewitz vorgehen. Bei einem Spitzentreffen beider Agenturen in Frankfurt sagte die Wada der Nada Unterstützung beim Gang vor das International Sportschiedsgericht zu. Zugleich legten Nada und Wada den Streit um die Bewertung der Blutbehandlung mit UV-Strahlen am Olympiastützpunkt in Erfurt bei.
Wada-Generaldirektor David Howman sagte, dass seine Organisation die Schuld an dem Konflikt durch ein Schreiben mit falschem Inhalt trage. Er habe erklärt, „dass die Nada keine Verantwortung für Pannen in der Kommunikation treffe“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Zwischen beiden Agenturen war es im Zuge der Erfurter Affäre zu erheblichen Spannungen gekommen.
Situation sei nun entspannt
Streitpunkt war die juristische Einschätzung, ob die am Olympiastützpunkt (OSP) mehrere Jahre praktizierte UV-Bestrahlung von Athletenblut auch vor dem 1. Januar 2011 gemäß des Wada-Codes verboten war. Ende April hatte die Wada der Nada mitgeteilt, dass diese Behandlung erst seit dem 1. Januar 2011 nicht erlaubt sei, machte dann aber wieder einen Rückzieher. Das Treffen in Frankfurt hat die Situation nun entspannt. „Es war eine hilfreiche und aufschlussreiche Diskussion - sowohl WADA als auch NADA sind jetzt in einer besseren Position, die Fälle von UV-Blutbehandlungen, insbesondere die am OSP Erfurt, aufzuklären“, sagte Howman.
Signal der neuen Einigkeit
Der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft in Erfurt. Diese rechtliche Zuständigkeit sei der Wada nun bewusst, hieß es. Ein Signal der neuen Einigkeit soll auch das gemeinsame Vorgehen im Fall Sinkewitz sein. Das deutsche Schiedsgericht hatte den Radprofi von dem Vorwurf des Dopings mit dem Wachstumshormon HGH freigesprochen. Dies wurde damit begründet, dass die erforderliche wissenschaftliche Verlässlichkeit der in den HGH-Richtlinien der Wada festgelegten Grenzwerte nicht ausreichend nachgewiesen worden sei.