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Strafe für Staats-Doping : Russland ohne Fahne, Russland ohne Hymne

Olga Fatkulina gewann in Sotschi Eisschnelllauf Silber - jetzt wurde sie wegen Dopings lebenslang gesperrt Bild: AP

Das IOC schließt das russische Nationale Olympische Komitee wegen des Staats-Dopings von den Winterspielen in Südkorea aus. Russische Athleten dürfen aber unter strengen Auflagen unter der olympischen Flagge antreten.

          Das nationale Olympische Komitee Russlands ist suspendiert, russische Sportler werden unter neutraler Flagge bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang im Februar 2018 an den Start geben. Das hat der Vorstand des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Dienstag in Lausanne entschieden und damit die „systematische Manipulation des Anti-Doping-Systems in Russland und bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi“ sanktioniert. Die russischen Sportler werden als Olympische Athleten aus Russland (OAR) an den Start gehen. Sollten sie Wettkämpfe gewinnen, wird die olympische Hymne gespielt und die Flagge mit den fünf Ringen aufgezogen werden.

          Akzeptiert das russische NOK die Strafen und setzt es die Vorgaben des IOC um, könnten die russischen Sportler an der Schlussfeier der Spiele in Südkorea wieder unter eigener Flagge starten. Das IOC behält sich die Aufhebung der Suspendierung zu diesem Zeitpunkt vor. Wer in Pyeongchang für das Team der OAR an den Start gehen wird, muss dafür eine Einladung erhalten. Die in Frage kommenden Sportler dürfen nie wegen Doping-Verstößen gesperrt oder disqualifiziert worden sein, müssen gemäß der IOC-Vorgaben im Vorfeld der Spiele getestet worden sein und möglichen weiteren Testvorgaben der Kommission genügen.

          Die Sanktionen folgen den Empfehlungen der IOC-Kommission unter dem Vorsitz des früheren Schweizer Bundespräsidenten Samuel Schmid. Er sagte auf einer Pressekonferenz am Dienstagabend, die Ergebnisse dieser Arbeit basierten nicht allein auf Aussagen des früheren Leiters des Anti-Doping-Labors in Sotschi und heutigen Kronzeugen Gregorij Rodtschenkow. Vielmehr gebe es „wissenschaftliche Nachweise und weitere Zeugenaussagen“, die belegten, dass es „in Russland eine systemische Manipulation der Anti-Doping-Regeln und des Anti-Doping-Systems auch während der Olympischen Spiele 2014“ gegeben hat. Die Verantwortung schrieb Schmid Politikern und Funktionären zu, auf „administrativer, rechtlicher und vertraglicher Ebene“.

          Die Umsetzung der Anti-Doping-Regeln habe dem russischen Sportministerium unterstanden – der damalige Sportminister und heutige stellvertretende Ministerpräsident Russlands Witalij Mutko wurde vom IOC auf Lebenszeit von Olympischen Spielen ausgeschlossen, ebenso sein damaliger Stellvertreter im Sportministerium, Jurij Nagornich. Die Kronzeugen Rodtschenkow und Witalij Stepanow hatten Mutko als Drahtzieher des jahrelangen Betrugs dargestellt. Mutko ist der Aufsichtsratsvorsitzende des Organisationskomitees für die Fußball-WM in Russland 2018. Er behauptet, dass die Anschuldigungen eine Kampagne des Auslands seien. Gefragt, welche Auswirkungen die Aussagen Rodtschenkows zu Beweisen für Doping unter russischen Fußballspielern haben, sagte Schmid: „Es gibt eine ganze Reihe von Anschuldigungen, die wir nicht verifizieren konnten. Das heißt nicht, dass sie falsch sind.“

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