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Ruhm, Ehre, Doping : Im Namen des Volkes

Mitgefühl ausgedrückt: die Abgeordnete Viola von Cramon (Grüne) Bild: dpa

Aus der Zeit des Siegens um jeden Preis sind an Leib und Seele geschädigte ehemalige Sportler übriggeblieben. Um ihnen das Leben zu erleichtern, fordert der Doping-Opfer-Hilfeverein eine kleine Rente. Eine einzige Politikerin unterstützte den Antrag.

          Um die Darstellung Deutschlands geht es beim Spitzensport. Athleten werden vom Staat unterstützt, um Ruhm und Ehre des Vaterlandes zu mehren. Längst funktioniert dies nicht mehr allein mit Siegen, Siegen und nochmals Siegen, allein schon, weil das Siegen, Siegen und nochmals Siegen mit dem Untergang der DDR zu Ende gegangen ist. Heute dient auch vorbildliches Auftreten der positiven Außendarstellung, vulgo: Verlieren mit Anstand.

          Aus der Zeit des Siegens für den Sozialismus um jeden Preis sind leider ein paar (bekannte) „Kollateralschäden“ übrig geblieben, an Leib und Seele geschädigte ehemalige Sportler. Um einigen von ihnen das Leben in Erwerbslosigkeit zu erleichtern, ihnen Therapien zu ermöglichen, für die keine Krankenkasse aufkommt, ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie nicht vergessen sind, fordert der Doping-Opfer-Hilfeverein eine kleine Rente.

          Die Grünen-Politikerin Viola von Cramon nahm am Donnerstagabend als einzige Abgeordnete die Gelegenheit wahr, sich im Deutschen Bundestag persönlich für diejenigen einzusetzen, die mehr brauchen als jene knapp zwanzigtausend Euro, die Staat und Pharmakonzerne vor sieben Jahren für knapp zweihundert Geschädigte aufbrachten. Der Antrag war aussichtslos. Doch er bot die Gelegenheit, Mitgefühl auszudrücken, Verantwortung zu übernehmen. Dies zu tun, wäre dem Ansehen Deutschlands zuträglich gewesen.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

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