http://www.faz.net/-gtl-73pss
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 18.10.2012, 18:32 Uhr

Rudern Drygalla wird am 1. November Sportsoldatin

Zum 1. November wird Nadja Drygalla als Sportsoldatin in die Bundeswehr aufgenommen. Die Ruderin war während Olympia wegen ihrer Beziehung zu einem früheren NPD-Politiker in die Schlagzeilen geraten.

© dpa Nadja Drygalla war wegen ihrer Beziehung zu einem früheren NPD-Politiker in die Schlagzeilen geraten

Drei Monate nach ihrer aufsehenerregenden Abreise von Olympia wird die Ruderin Nadja Drygalla zum 1. November als Sportsoldatin in die Bundeswehr aufgenommen. Das sagte ein Sprecher der Streitkräftebasis am Donnerstag der Deutschen Presseagentur dpa auf Anfrage. Die Rostockerin war wegen ihrer Beziehung zu einem früheren NPD-Politiker in die Schlagzeilen geraten und Anfang August freiwillig von den Olympischen Spielen in London abgereist. Nach ihrer Rückkehr hatte sie sich öffentlich deutlich von der rechten Szene distanziert.

„Frau Drygalla ist froh und erleichtert“, ließ die 23 Jahre alte Athletin am Abend durch ihren Anwalt Rainer Cherkeh übermitteln. Die Entscheidung sei nach Prüfung der Stellungnahmen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des Deutschen Ruderverbandes (DRV) getroffen worden, sagte der Sprecher der Streitkräftebasis. Insgesamt werden 744 Spitzensportler von der Bundeswehr gefördert.

Der Ruderverband hatte bereits vor den Olympischen Spielen eine Aufnahme Drygallas in die Sportförderung beantragt, die Bundeswehr aber Anfang August nach Abreise der Sportlerin um eine Zurückstellung des Antrags gebeten. Mitte August folgte ein zweiter Anlauf.

Nadja Drygalla © dpa Vergrößern Insgesamt werden 744 Spitzensportler von der Bundeswehr gefördert - von 1. November an auch Drygalla

Am Donnerstagabend hatten weder DRV-Präsident Siegfried Kaidel noch der Landesruderverband Mecklenburg-Vorpommern nach eigenen Angaben Kenntnis über die Entscheidung und wollten sich deshalb zunächst nicht äußern. Nach der breiten Unterstützung aus der Sportwelt seit ihrer öffentlichen Distanzierung vom Rechtsextremismus hatte Drygalla Mitte August noch einmal den Wunsch geäußert, ihre Karriere fortzusetzen.

Mehr zum Thema

Im Anschluss an ein Gespräch mit der Sportlerin vor einem Monat hatte der Deutsche Ruderverband betont, dass die Achterfahrerin weiterhin Mitglied der Ruder-Nationalmannschaft bleibe. „In freundschaftlicher, konstruktiver Atmosphäre hat Siegfried Kaidel bekräftigt, dass der Verband voll hinter seiner Athletin steht“, hieß es damals in einer Presseerklärung.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Vorwürfe aus Russland Doping auch in Deutschland?

Im russischen Fernsehen wirft Stabhochsprung-Olympiasiegerin Issinbajewa Ländern wie Deutschland und Amerika systematisches Doping vor. Der DOSB-Präsident wird dazu deutlich. Mehr Von Michael Reinsch und Jörn Wenge

31.05.2016, 18:10 Uhr | Sport
Olympia 2016 in Rio Bolt will sich Denkmal setzen

Leichtathletik-Star Usain Bolt hat noch lange nicht genug: Der sechsmalige Olympiasieger will bei den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro seinen olympischen Hattrick perfekt machen. Mehr

17.05.2016, 14:10 Uhr | Sport
Doping-Skandal in Russland Das schlechteste Szenario ist denkbar

Ablenken, Ableugnen und Zurückweisen: Sportminister Witali Mutko ist eigentlich darin geübt, den Doping-Skandal im russischen Sport kleinzureden. Doch die neuerlichen Vorwürfe machen es selbst ihm schwer. Mehr

30.05.2016, 15:12 Uhr | Sport
Olympische Spiele 2016 Olympia-Segelbucht in Rio völlig verdreckt

Rio de Janeiro, Gastgeber der Olympischen Spiele 2016, hat ein massives Umweltproblem: Das Wasser in der Bucht von Guanabara, wo die Segel-Wettbewerbe ausgetragen werden sollen, ist verschmutzt mit Müll und Bakterien. Mehr

19.05.2016, 15:26 Uhr | Sport
Flüchtlingspolitik Integration auf Deutsch – und auf Polnisch

Abgeschieden und mitten im Wald: Die Flüchtlingsunterkunft im vorpommerschen Rothenklempenow stößt auf Widerwillen. Doch auch die Nähe zur polnischen Grenze sorgt für Konflikte. Mehr Von Frank Pergande, Löcknitz

21.05.2016, 20:38 Uhr | Politik

Ein unlösbarer Konflikt

Von Christian Kamp

Der Wunsch, sich mit den Besten zu messen, ist das Wesen des Sports. Es ist frustrierend, wenn einem das verwehrt bleibt. Doch im Fall des Weitspringers Markus Rehm ist vielleicht auch die zweitbeste Lösung nicht verkehrt. Mehr 0