Home
http://www.faz.net/-gtl-76z1p
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Ringen-Weltverband Der Präsident geht - die Ikone kommt

Der Ankündigung des Olympia-Ausscheidens folgen personelle Konsequenzen im Ringer-Weltverband. Raphaël Martinetti tritt als Präsident zurück, der legendäre Alexander Karelin rückt ins Führungsgremium auf.

© AP Vergrößern Von der Matte ins Führungsgremium: Alexander Karelin

Nur vier Tage nach dem angekündigten Olympia-Aus für das Ringen treibt der Internationale Verband (Fila) seine personelle Neuausrichtung voran. Nach dem Rücktritt des umstrittenen Verbandspräsidenten Raphaël Martinetti am Samstag im thailändischen Phuket wurde die russische Ringer-Legende Alexander Karelin in einem Nachwahlverfahren ins Fila-Führungsgremium aufgenommen, teilte der russische Verband mit. Damit ist der Weg frei für die nötigen Modernisierungsmaßnahmen, mit denen der Traditionssport den Ausschluss aus dem olympischen Programm von 2020 an noch verhindern will. Als Fila-Interimspräsident fungiert der Serbe Nenad Lalovic.

„Diese Entscheidung gibt dem internationalen Ringen die Gelegenheit, sich zu verändern und zu verbessern“, sagte der Chef des amerikanischen Verbandes, Rich Bender. Am vergangenen Dienstag hatte die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) empfohlen, Ringen ab 2020 aus dem olympischen Programm zu streichen.

Strategiesitzung mit Marketingagentur

Ende April, Anfang Mai soll es nach Angaben des russischen Verbandes vom Samstag auf einem Fila-Kongress in Moskau Neuwahlen geben. Zudem wurde eine Krisengruppe gebildet. Diese soll mit Hilfe von Marketingagenturen eine Strategie erarbeiten, wie Ringen als Sportart weiter entwickelt werden kann.

Die IOC-Vollversammlung muss im September in Buenos Aires endgültig beschließen, welcher der sieben olympischen Ersatzkandidaten (Baseball/Softball, Klettern, Karate, Rollschuhsport, Squash, Wakeboarden, Wushu) nachrückt oder ob Ringen seinen Olympia-Status doch behalten darf.

Auf jeden Fall dürfen die Mattenkämpfer der IOC-Exekutive Ende Mai bei deren Sitzung in St. Petersburg demonstrieren, wie die versprochenen Sofortmaßnahmen aussehen. Schon vor der Tagung in Phuket war der Druck auf Martinetti gewachsen, auch weil viele Präsidiumsmitglieder nichts von den Änderungswünschen des IOC gewusst hatten.

Misstrauensvotum gegen Martinetti

Vor allem der Chef der russischen Ringervereinigung, Michail Mamiaschwili, forderte vehement einen Rücktritt des bisherigen Weltverbandspräsidenten. Nach russischen Angaben sei Martinetti in Phuket gefragt worden, was zu der IOC-Entscheidung geführt habe. Daraufhin sei der Schweizer aufgestanden und gegangen. Ein anschließendes Misstrauensvotum samt Abwahl auf Antrag Mamiaschwilis sei 11:10 ausgegangen.

Martinetti war seit 2002 Fila-Chef. „Unser Sport kann jetzt wieder ein unbelastetes Verhältnis zum IOC aufbauen und sich mit einigen dringenden Herausforderungen und Chancen des Ringens befassen“, sagte der amerikanische Verbandschef Bender.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Zustimmung im Stadtrat Paris wird Hamburgs Konkurrent um Olympia 2024

1992, 2008 und 2012 scheiterte Paris mit seinen Bewerbungen um die Olympischen Spiele. Nun soll es endlich klappen. Der Stadtrat gibt mit großer Mehrheit grünes Licht. Olympia 2024 in Paris hätte eine besondere historische Note. Mehr

13.04.2015, 13:19 Uhr | Sport
Konservatives Forum in Sankt Petersburg Des Kremls rechtsextreme Freunde

Des Kremls neueste Hoffnungsträger im Ringen mit dem Westen versammeln sich in einem Konferenzraum des Hotels Holiday Inn in Sankt Petersburg. Mehr

23.03.2015, 14:57 Uhr | Politik
Schwimm-Meisterschaft Terence Hill als neue deutsche Hoffnung

Die Deutsche Schwimm-Meisterschaft macht Mut für die Zukunft. Ein Hoffnungsträger ist Florian Vogel. Er trainiert mit Paul Biedermann, kann ziemlich frech sein – doch manchmal braucht er unerwartet Hilfe. Mehr Von Sabrina Knoll, Berlin

13.04.2015, 12:02 Uhr | Sport
Sport Schmachmatt oder K.O. - Faszination Schachboxen

Schachboxen ist vor allem in Deutschland zur angesagte Nischensportart geworden. Männer duellieren sich abwechselnd im Ring und am Schachbrett - eine Art intellektueller Fight Club. Mehr

25.11.2014, 09:42 Uhr | Sport
EM-Qualifikation Skandalspiel 0:3 gegen Montenegro gewertet

Nach dem Abbruch-Skandal beim EM-Qualifikationsspiel gegen Russland wird Gastgeber Montenegro zu einer Niederlage am Grünen Tisch verurteilt. Das 0:3 in der Tabelle ist aber nicht die einzige Strafe. Mehr

08.04.2015, 19:38 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 16.02.2013, 12:34 Uhr

Bayerischer Kunstfehler

Von Daniel Meuren

Guardiola hat kontinuierlich auf eine Trennung von Müller-Wohlfahrt hingearbeitet. Als Sieger des Machtkampfs darf der Trainer sich freilich nicht fühlen: Der Abschied des Arztes kommt im denkbar ungünstigsten Augenblick. Mehr 14 9