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Ringen-Weltverband Der Präsident geht - die Ikone kommt

 ·  Der Ankündigung des Olympia-Ausscheidens folgen personelle Konsequenzen im Ringer-Weltverband. Raphaël Martinetti tritt als Präsident zurück, der legendäre Alexander Karelin rückt ins Führungsgremium auf.

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© AP Vergrößern Von der Matte ins Führungsgremium: Alexander Karelin

Nur vier Tage nach dem angekündigten Olympia-Aus für das Ringen treibt der Internationale Verband (Fila) seine personelle Neuausrichtung voran. Nach dem Rücktritt des umstrittenen Verbandspräsidenten Raphaël Martinetti am Samstag im thailändischen Phuket wurde die russische Ringer-Legende Alexander Karelin in einem Nachwahlverfahren ins Fila-Führungsgremium aufgenommen, teilte der russische Verband mit. Damit ist der Weg frei für die nötigen Modernisierungsmaßnahmen, mit denen der Traditionssport den Ausschluss aus dem olympischen Programm von 2020 an noch verhindern will. Als Fila-Interimspräsident fungiert der Serbe Nenad Lalovic.

„Diese Entscheidung gibt dem internationalen Ringen die Gelegenheit, sich zu verändern und zu verbessern“, sagte der Chef des amerikanischen Verbandes, Rich Bender. Am vergangenen Dienstag hatte die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) empfohlen, Ringen ab 2020 aus dem olympischen Programm zu streichen.

Strategiesitzung mit Marketingagentur

Ende April, Anfang Mai soll es nach Angaben des russischen Verbandes vom Samstag auf einem Fila-Kongress in Moskau Neuwahlen geben. Zudem wurde eine Krisengruppe gebildet. Diese soll mit Hilfe von Marketingagenturen eine Strategie erarbeiten, wie Ringen als Sportart weiter entwickelt werden kann.

Die IOC-Vollversammlung muss im September in Buenos Aires endgültig beschließen, welcher der sieben olympischen Ersatzkandidaten (Baseball/Softball, Klettern, Karate, Rollschuhsport, Squash, Wakeboarden, Wushu) nachrückt oder ob Ringen seinen Olympia-Status doch behalten darf.

Auf jeden Fall dürfen die Mattenkämpfer der IOC-Exekutive Ende Mai bei deren Sitzung in St. Petersburg demonstrieren, wie die versprochenen Sofortmaßnahmen aussehen. Schon vor der Tagung in Phuket war der Druck auf Martinetti gewachsen, auch weil viele Präsidiumsmitglieder nichts von den Änderungswünschen des IOC gewusst hatten.

Misstrauensvotum gegen Martinetti

Vor allem der Chef der russischen Ringervereinigung, Michail Mamiaschwili, forderte vehement einen Rücktritt des bisherigen Weltverbandspräsidenten. Nach russischen Angaben sei Martinetti in Phuket gefragt worden, was zu der IOC-Entscheidung geführt habe. Daraufhin sei der Schweizer aufgestanden und gegangen. Ein anschließendes Misstrauensvotum samt Abwahl auf Antrag Mamiaschwilis sei 11:10 ausgegangen.

Martinetti war seit 2002 Fila-Chef. „Unser Sport kann jetzt wieder ein unbelastetes Verhältnis zum IOC aufbauen und sich mit einigen dringenden Herausforderungen und Chancen des Ringens befassen“, sagte der amerikanische Verbandschef Bender.

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