12.01.2012 · Das Täuschungsmanöver um eine schnelle Zugverbindung von Seoul bis Pyeongchang hat nicht nur in München und beim IOC, sondern auch in der betroffenen Provinz Gangwon für Enttäuschung gesorgt.
Von Evi SimeoniDas offensichtliche Täuschungsmanöver des südkoreanischen Wintersportorts Pyeongchang in der Bewerbungsphase um die Olympischen Winterspiele 2018 hat in der betroffenen Provinz Gangwon für Enttäuschung gesorgt. Einwohner hatten sich auf eine neue Hochgeschwindigkeits-Zugverbindung gefreut, mit der die Fahrt vom Flughafen Incheon bei Seoul bis in das im Osten des Landes gelegene Pyeongchang nur 68 Minuten hätte dauern sollen. Den Eindruck, eine solche Verbindung sei geplant, hatten die Bewerber mehrmals, zuletzt bei der offiziellen Präsentation vor den Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Durban erweckt.
Zwar haben sie dem IOC diesen Plan nicht schriftlich gegeben, doch sind laut Vertrag auch mündliche Zusagen bindend. Anfang des Jahres hatten das südkoreanische Verkehrsministerium und das Organisationskomitee Pocog dann behauptet, dieser Zug sei nie geplant gewesen, weil er nach den Spielen nicht ausreichend genutzt würde.
Die Zeitung „Gangwon Daily" forderte die Regierung auf, die Lage so schnell wie möglich zu klären und wies darauf hin, dass andere öffentliche Investitionen in die Provinz durchaus Gewinn gebracht hätten. Eine Regionalzeitung kritisierte laut Branchendienst „Around the Rings" das Manöver insgesamt: „Wir haben dem IOC versprochen, dass wir mit allen möglichen Mitteln versuchen werden, die Besucher vom Flughafen Incheon nach Pyeongchang in weniger als 70 Minuten zu bringen. Es ist eine Frage des Vertrauens innerhalb der internationalen Gemeinschaft."
„Bedauerlich" findet Bernhard Schwank, ehemaliger Geschäftsführer der unterlegenen Münchner Bewerbung, das falsche Versprechen. „Wir hätten das sicherlich so nicht gemacht."