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Veröffentlicht: 25.05.2014, 00:00 Uhr

Olympische Winterspiele Holte die Russen-Mafia die Spiele nach Sotschi?  

Die russische Mafia soll dem Kreml dabei geholfen haben, die Olympischen Winterspiele nach Sotschi zu holen. Entsprechende Erkenntnisse liegen den deutschen Sicherheitsbehörden nach einem Medienbericht vor.

© dpa Olympia in Sotschi war sein Ziel: Ließ sich Putin dafür von der Mafia helfen?

Die Russen-Mafia soll dem Kreml dabei geholfen haben, die Olympischen Winterspiele 2014 nach Sotschi zu holen. Darüber liegen den deutschen Sicherheitsbehörden laut eines Berichts der „Bild am Sonntag“ detaillierte Erkenntnisse vor.

So observierten die Ermittler Anfang Juli 2006 ein Treffen zwischen russischen Regierungsvertretern und Bossen der Russen-Mafia in einem Restaurant in der Münchner Innenstadt. Teilnehmer des Treffens waren Sergei Prichodko, damals außenpolitischer Berater von Präsident Putin und heute stellvertretender Premier Russlands, sowie Leonid Tyagachev, Präsident des russischen Olympischen Komitees. Ihr Gesprächspartner war Radik Jussupow, Chef der russischen Mafia-Gruppierung „Dragons“, die in Moskau, Sankt Petersburg, Perm und Sewastapol operiert. Thema der Runde in München war die Olympia-Ausschreibung, über die 2007 entschieden werden sollte.

„Er hatte Angst um sein Leben“

Zwei Monate später kontaktierten Abgesandte von Mafia-Boss Jussupow nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden Fedor Radmann, Chef der Salzburger Olympia-Bewerbung. Bei dem Treffen sollen die Russen den einflussreichen Sportfunktionär und Vertrauten von Franz Beckenbauer in Österreich massiv unter Druck gesetzt haben. Radmann, der an der Bewerbung und Organisation der Fußball-WM 2006 in Deutschland maßgeblich beteiligt war, bestritt laut Bericht, dass es ein solches Treffen gegeben habe. Den Mafia-Boss Jussupow kenne er nicht. Er sei von den Russen weder bestochen noch erpresst worden.

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden, der Aufsichtsratschef der Olympia-Bewerbungsgesellschaft war, hatte den Kontakt allerdings bestätigt. Radmann sei im Herbst 2006 von Unterstützern des russischen Mitbewerbers Sotschi angesprochen worden, die ihn „zu sich rüberziehen wollten“, so Schaden zur „Süddeutschen Zeitung“.

„Er hatte Angst um sein Leben“

Wenige Monate vor der Olympia-Entscheidung war Radmann im Januar 2007 aus „schwerwiegenden gesundheitlichen Gründen“ zurückgetreten. Ein hochrangiger Sportfunktionär bestätigte laut des Berichts, dass Radmann sich bedroht gefühlt habe: „Er hatte Angst um sein Leben.“

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Von Christian Eichler

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