Home
http://www.faz.net/-gtl-7ppgn
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Olympische Winterspiele Holte die Russen-Mafia die Spiele nach Sotschi?  

Die russische Mafia soll dem Kreml dabei geholfen haben, die Olympischen Winterspiele nach Sotschi zu holen. Entsprechende Erkenntnisse liegen den deutschen Sicherheitsbehörden nach einem Medienbericht vor.

© dpa Olympia in Sotschi war sein Ziel: Ließ sich Putin dafür von der Mafia helfen?

Die Russen-Mafia soll dem Kreml dabei geholfen haben, die Olympischen Winterspiele 2014 nach Sotschi zu holen. Darüber liegen den deutschen Sicherheitsbehörden laut eines Berichts der „Bild am Sonntag“ detaillierte Erkenntnisse vor.

So observierten die Ermittler Anfang Juli 2006 ein Treffen zwischen russischen Regierungsvertretern und Bossen der Russen-Mafia in einem Restaurant in der Münchner Innenstadt. Teilnehmer des Treffens waren Sergei Prichodko, damals außenpolitischer Berater von Präsident Putin und heute stellvertretender Premier Russlands, sowie Leonid Tyagachev, Präsident des russischen Olympischen Komitees. Ihr Gesprächspartner war Radik Jussupow, Chef der russischen Mafia-Gruppierung „Dragons“, die in Moskau, Sankt Petersburg, Perm und Sewastapol operiert. Thema der Runde in München war die Olympia-Ausschreibung, über die 2007 entschieden werden sollte.

„Er hatte Angst um sein Leben“

Zwei Monate später kontaktierten Abgesandte von Mafia-Boss Jussupow nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden Fedor Radmann, Chef der Salzburger Olympia-Bewerbung. Bei dem Treffen sollen die Russen den einflussreichen Sportfunktionär und Vertrauten von Franz Beckenbauer in Österreich massiv unter Druck gesetzt haben. Radmann, der an der Bewerbung und Organisation der Fußball-WM 2006 in Deutschland maßgeblich beteiligt war, bestritt laut Bericht, dass es ein solches Treffen gegeben habe. Den Mafia-Boss Jussupow kenne er nicht. Er sei von den Russen weder bestochen noch erpresst worden.

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden, der Aufsichtsratschef der Olympia-Bewerbungsgesellschaft war, hatte den Kontakt allerdings bestätigt. Radmann sei im Herbst 2006 von Unterstützern des russischen Mitbewerbers Sotschi angesprochen worden, die ihn „zu sich rüberziehen wollten“, so Schaden zur „Süddeutschen Zeitung“.

„Er hatte Angst um sein Leben“

Wenige Monate vor der Olympia-Entscheidung war Radmann im Januar 2007 aus „schwerwiegenden gesundheitlichen Gründen“ zurückgetreten. Ein hochrangiger Sportfunktionär bestätigte laut des Berichts, dass Radmann sich bedroht gefühlt habe: „Er hatte Angst um sein Leben.“

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Petersburger Dialog Im Tempel der Fortuna

Beim Petersburger Dialog in Baden-Baden reden deutsche und russische Vertreter unterschiedliche Sprachen. Doch es leuchtet auch auf, worin Deutsche und Russen einander nah fühlen können. Mehr Von Kerstin Holm

02.07.2015, 17:44 Uhr | Feuilleton
Lausanne Demonstranten stören Olympia-Bewerbung Pekings

Die Mitglieder einer tibetischen Jugendorganisation haben vor einem Nobelhotel im Schweizer Lausanne gegen die Bewerbung von Peking für die Olympischen Winterspiele im Jahr 2022 protestiert. Zur gleichen Zeit stellte Peking hierzu eine Präsentation vor. Mehr

12.06.2015, 13:06 Uhr | Sport
Gasturbinen für die Krim Russen spannen Siemens ein

Angeblich soll der deutsche Konzern bei der Lieferung von Gasturbinen auf die Krim zum Zuge kommen, heißt es in Moskau. Das aber wäre ein Verstoß gegen die von der EU verhängten Sanktionen. Mehr Von Rüdiger Köhn, Bernd Triebe

04.07.2015, 09:23 Uhr | Wirtschaft
Match in Sotschi Wladimir Putin spielt Eishockey

Für ein Eishockey-Show-Match in Sotschi hat sich der russische Präsident Wladimir Putin auf’s Glatteis gewagt. Laut Medienberichten gewann sein Team deutlich. Mehr

17.05.2015, 13:23 Uhr | Sport
Ukraine-Konflikt Obama und Putin reden wieder miteinander

Mit einem Anruf bei Barack Obama hat Wladimir Putin die monatelange Funkstille zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus beendet. In dem Gespräch forderte der amerikanische Präsident einen Truppenabzug aus der Ostukraine. Mehr

26.06.2015, 05:34 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 25.05.2014, 00:00 Uhr

Silvia Neid sollte dankbar sein

Von Daniel Meuren, Edmonton

Schlechte Ergebnisse werden öffentlich schön geredet, intern nicht wirklich diskutiert. Das Klima bei den DFB-Frauen fördert die Leistung nicht. Silvia Neid sollte mit der Kritik konstruktiv umgehen – und etwas wagen. Mehr 12 16