13.08.2007 · Ruderer japsen regelmäßig - in Peking allerdings taten sie das bereits vor dem Rennen. Während der Junioren-WM husteten die Sportler wegen der verschmutzten Luft so heftig, dass sie inhalieren und mit Tabletten versorgt werden mussten.
Ruderer japsen immer wieder einmal nach Luft – in Peking allerdings taten sie das bereits vor dem Rennen. Während der Junioren-Weltmeisterschaften, mit denen am Wochenende die olympische Regattastrecke von 2008 getestet wurde, husteten die deutschen Teilnehmer wegen der verschmutzten Luft so erbärmlich, dass sie zweimal täglich inhalieren und mit Lutschtabletten versorgt werden mussten.
Dennoch gewannen sie insgesamt drei Titel, wurden sechsmal Zweiter und einmal Dritter. Das ist allerdings ein bescheidenes Ergebnis im Vergleich zu den Gastgebern. Die chinesischen Junioren nämlich räumten ab: Sie sicherten sich sechs Titel in den dreizehn olympischen Klassen, dazu noch je einmal Silber und Bronze. Die Nachrichtenagentur Xinhua zitiert eine der Weltmeisterinnen im Vierer-ohne namens Han Yan mit den Worten: „Die Deutschen hatten ein sehr starkes Finish.“ Im Ziel betrug der chinesische Vorsprung allerdings fast drei Sekunden.
„Olympia könnte morgen beginnen“
Die technischen Bedingungen der Regattastrecke wurden von den Athleten und Funktionären ausdrücklich gelobt. „Wenn es danach geht, könnte Olympia schon morgen beginnen“, sagte Junioren-Bundestrainer Dieter Altenburg. Allerdings hatten die Deutschen zuvor erhebliche Schwierigkeiten mit dem Zoll. Drei Tage lang rückten die Behörden einen Container nicht heraus, in dem die deutsche Mannschaft Ruder und medizinisches Gerät nach Peking gebracht hatten. „So etwas darf bei Olympia nicht passieren“, sagte Sportdirektor Michael Müller (Siehe auch: Dicke Luft in Peking: Autos werden verbannt).
Hochzufrieden mit den Geläuf in Hongkong zeigten sich die Vielseitigkeitsreiter, deren vorolympischer Testwettbewerb am Montagabend (Ortszeit) mit dem Springen zu Ende ging. Der Boden musste einen echten Belastungstest überstehen. Zur Dressur wütete ein Tropensturm, vor dem Geländeritt ging ein Sturzregen nieder. „Mit Ausnahme von Aachen hätte man bei diesem Wetter wahrscheinlich sonst nirgendwo reiten können“, meinte Bundestrainer Hans Melzer.
Direkt nach der Geländeprüfung, die der Warendorfer Frank Ostholt auf „After the Battle“ als Führender abschloss, erhielten die Pferde durch Gebläseanlagen Kühlung. Ein echter Hitzetest war der Wettbewerb wegen des Regens jedoch nicht. Die deutschen Pferde und Reiter werden während der ganzen Reise regelmäßig medizinisch untersucht. Alle Informationen sind wichtig für den Einsatz in einem Jahr, wenn es um olympische Medaillen geht. Die vorolympischen Wettbewerbe gehen in den nächsten Monaten weiter, am Montag begann etwa das Beachvolleyball-Turnier.
Smog!?
Kay Geithner (HerrMinimal)
- 16.08.2007, 08:36 Uhr