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Olympia 2022 In München keimt neue Hoffnung

Das Aus der Olympia-Pläne des Schweizer Kantons Graubünden beflügelt die neuerlichen Münchner Olympia-Chancen. Noch gibt es keine offiziellen Bewerber für 2022.

© dpa Aus 2018 wird 2022? München könnte sich in Stellung bringen

Nach dem Aus für die Schweizer Konkurrenz bekommen die Münchner Olympia-Hoffnungen einen neuen Schub. „Wir sind in höchstem Maße interessiert, wir sind bereit. Die Entwicklung könnte für München nicht vergnüglicher sein“, erklärte Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) am Montag im Bezug auf eine mögliche Kandidatur der bayerischen Landeshauptstadt um die Winterspiele 2022. Arno Hartung, stellvertretender Geschäftsführer der Olympiapark GmbH, sieht eine „zusätzliche Motivation, eine Bewerbung aktiv anzugehen“. Bei regelmäßigen Treffen in München wird das ambitionierte Vorhaben der Isar-Metropole bereits seit Monaten sanft vorangetrieben.

Die Olympia-Pläne des Schweizer Kantons Graubünden, der als harter Rivale Münchens hätte auftreten können, waren bei einem Bürgerbegehren am Sonntag von einer Mehrheit der Wähler abgelehnt worden. „Damit wachsen unsere Chancen“, sagte Ude. Stadtsprecher Stefan Hauf sprach von „kräftigem Rückenwind“. Nun habe sich die Konkurrenzsituation „erheblich entspannt“, konstatierte selbst der vorsichtige Generaldirektor des“ Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper. „Wir appellieren, dass alle, die Olympia wollen, an einem Strang ziehen.“ An der DOSB-Strategie wird sich jedoch nichts ändern.

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„Wenn wir uns jetzt bewerben, gehe ich zu 95 Prozent davon aus, dass wir die Winterspiele auch bekommen“, sagte der Münchner Stadtrat Mario Schmidbauer (CSU), der sich mit seiner Bürgerinitiative für einen abermaligen Versuch stark macht. „Mit Annecy und Graubünden wollen sich unsere schärfsten Konkurrenten nicht bewerben“, betonte er. Zudem wisse das Internationale Olympische Komitee (IOC) aus der gescheiterten Kandidatur für 2018 um Münchens Stärken.

In erster Linie seien nun die Stadt, der Freistaat und der DOSB gefragt, sagte Hartung. „Wir haben immer gesagt, dass sich München erneut bewerben sollte“, betonte er. Schmidbauer forderte hauptsächlich Oberbürgermeister Ude und DOSB-Präsident Thomas Bach zu klaren Bekenntnissen auf: „Wenn jetzt die Verantwortlichen, Herr Ude und Herr Bach, nicht einlenken, um eine Bewerbung auf den Weg zu bringen, hängt das nur am politischen Kalkül der beiden Personen.“

Noch keine offiziellen Bewerber für 2022

Mit einem eigenen Bürgerbegehren wollte die Initiative um Schmidbauer selbst den Druck auf die Politik erhöhen. Doch sein Projekt droht zu scheitern. Selbst knapp sieben Wochen nach Ablauf der selbst gesetzten Frist haben Schmidbauer und seine Mitstreiter nur etwa ein Drittel der benötigten Stimmen gesammelt. 12.000 Unterschriften sind bisher eingegangen - viel zu wenig, um einen Bürgerentscheid zu erzwingen. Dafür wären Stimmen von mindestens drei Prozent der Gemeindebürger nötig, also rund 30.000. Schmidbauer räumte ein, dass er sich ein besseres Zwischenergebnis gewünscht habe. Olympia-Müdigkeit machte er bei den Münchnern aber nicht aus. „Überall, wo wir tätig waren, haben wir eine positive Resonanz bekommen. Aber wir sind finanziell zu mager ausgestattet.“ Unternehmen hätten ihre Zusagen, die Initiative mit Geld zu unterstützen, wieder zurückgezogen.

Für 2022 gibt es bislang noch keine offiziellen Bewerber. Krakau in Polen, Barcelona in Spanien, Lwiw in der Ukraine und Oslo in Norwegen haben neben München mehr oder minder deutlich ihr Interesse an der Gastgeberrolle signalisiert. Nach den Wahlen zum Bundestag sowie zum bayerischen Landtag und der Vergabe der Sommerspiele 2020 am 7. September in Buenos Aires will der DOSB über eine Bewerbung beraten. Einfluss auf die Entscheidung dürfte auch ein Bürgerentscheid haben, den Ude über ein einfaches Ratsbegehren für den 10. November plant, kurz vor der Abgabe einer Absichtserklärung und ersten Gebühr.

„Dabei wird es bleiben. Gerade Graubünden zeigt, dass man sich Zustimmung erarbeiten muss“, sagte Hauf. Schmidbauer kritisierte den Termin als „viel zu spät“. „Ich kann nicht eine Entscheidung herbeiführen, wenn ich vier Tage später schon die Bewerbung abgegeben muss“, meinte Schmidbauer. Auch deshalb will er weitermachen und für das eigene Bürgerbegehren um Stimmen werben, der schlechten Erfolgsaussichten zum Trotz.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
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