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Olympia 2018 Münchner Sommergewitter

14.07.2010 ·  Die Finanzierung ist ungesichert. Die Gegner sind beharrlich. Und Willy Bogner droht mit Rücktritt. München ist auf dem besten Weg, die Reihe der gescheiterten deutschen Olympiabewerbungen fortzusetzen.

Von Jörg Hahn
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Außerhalb Bayerns hat die Münchner Olympiabewerbung um die Winterspiele 2018 noch keine große Strahlkraft entwickeln können, obwohl das Internationale Olympische Komitee (IOC) in weniger als einem Jahr die Entscheidung trifft. Im Kernland der Bewerbung, vor allem im Münchner Süden, in Oberammergau und in Garmisch-Partenkirchen, wo große Teile der Wettbewerbe ausgetragen werden sollen, ist alles andere als Begeisterung zu spüren. Widerstand von Bürgern und Aktionsgruppen hat sich formiert. Oberammergau ist deshalb gerade erst als Schauplatz aus den Plänen gestrichen worden – wenige Tage, nachdem das IOC München zur Kandidatenstadt berufen und damit die nächste, die schwerste Runde im Dreikampf gegen den südkoreanischen Bewerber Pyeongchang und die französische Stadt Annecy eingeläutet hatte.

München ist angeschlagen, dazu passen die Meldungen von neuerlichen Dissonanzen in der Bewerbungsgesellschaft. Seit mehr als einem Jahr wird über Zusammensetzung und Aufgabenverteilung in der Geschäftsführung gerungen, ein Mitglied des Führungskreises, der Tourismusfachmann Richard Adam, ist schon ausgeschieden – gezwungenermaßen, sagen die einen, freiwillig, sagen andere. Die Berufung des weltbekannten Unternehmers Willy Bogner als Sprecher der Geschäftsführung Ende vergangenen Jahres wirkte zunächst wie ein Glücksgriff. Längst aber hat sich gezeigt, dass Bogner weder nach innen noch nach außen der erhoffte Strahlemann ist. Überraschend ist vor allem, wie wenig er den Olympiakritikern zu sagen hat. Wie auch der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude versucht er, Bedenken lächerlich oder gar verächtlich zu machen. Das stachelt den Protest nur noch an.

Nach Blitz und Donner muss bilanziert werden, ob die Schäden reparabel sind

Über den unbestreitbaren Nutzen einer gut gemachten, letztlich erfolgreichen Olympiabewerbung für den Ausrichter und den Sport des Landes wird derzeit leider gar nicht mehr gesprochen. Stattdessen werden alte Diskussionen neu belebt, etwa jene, warum die bestehenden, mit Millionen-Aufwand errichteten Weltklassesportstätten in Ruhpolding (Biathlon) und Inzell (Eisschnelllauf) nicht zum Konzept gehören und warum es stattdessen umstrittene Neubauten geben soll.

Immer weniger wird auch daran geglaubt, dass die Bewerbung allein mit privat eingeworbenen Mitteln auskommen wird, also ohne öffentliche Gelder. München im Sommergewitter: Die Stadt ist gerade auf dem besten Weg, die Reihe der gescheiterten deutschen Olympiabewerbungen fortzusetzen. Mit all dem haben sich an diesem Donnerstag Kuratorium und Aufsichtsrat auseinanderzusetzen. Nach Blitz, Donner und Niederschlägen der vergangenen Tage muss schnell bilanziert werden, ob die Schäden noch reparabel sind.

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Jahrgang 1961, verantwortlicher Redakteur für Sport.

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