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Russlands Olympia-Ausschluss : „Die Entscheidung stinkt und ist Hintertürpolitik“

  • Aktualisiert am

Die russische Fahne wird bei OIympia 2018 nicht zu sehen sein. Bild: dpa

IOC-Präsident Thomas Bach begründet den Olympia-Ausschluss von Russland. Die deutschen Reaktionen auf die Entscheidung fallen weitgehend positiv aus. Es gibt aber auch kritische Stimmen.

          Das nationale Olympische Komitee Russlands ist suspendiert, russische Sportler werden unter neutraler Flagge bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang im Februar 2018 an den Start geben. Das hat der Vorstand des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Dienstag in Lausanne entschieden und damit die „systematische Manipulation des Anti-Doping-Systems in Russland und bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi“ sanktioniert. Die russischen Sportler werden als Olympische Athleten aus Russland (OAR) an den Start gehen. Die Reaktionen auf die Entscheidung:

          Thomas Bach (IOC-Präsident): „Es handelt sich um einen nie dagewesenen Angriff auf die Integrität der Olympischen Spiele und des Sports. Diese Entscheidung soll einen Strich ziehen unter die verheerende Episode. Alle sauberen Athleten werden unter streng definierten Bedingungen teilnehmen dürfen. Sie können in Pyeongchang eine Brücke bauen. Ein Olympia-Boykott hat nie etwas gebracht. Ich sehe auch keinen Grund für einen Boykott russischer Sportler, weil wir sauberen Athleten erlauben teilzunehmen.“

          Samuel Schmid (Vorsitzender der Kommission zur Untersuchung des russischen Dopingsystems): „Wir haben eine solche Form des Betrugssystems vorher noch nie gesehen. Das russische Dopingprogramm ist ein beispielloser Schaden für den Olympismus und den Sport. Die Ergebnisse beruhen nicht nur auf den Aussagen von Rodschenkow. Sie stehen auf einem festen Fundament.“

          Alfons Hörmann (Präsiden des Deutschen Olympischen Sportbundes): „Ein guter Tag für den Weltsport. Ein guter Tag für den deutschen Sport. Es ist eine ausgewogene Entscheidung. Auf der einen Seite drakonische Strafen für die Strippenzieher und des russische NOK, aber auch Wahrung der Rechte hoffentlich sauberer individueller Athleten auf der anderen Seite.“

          Andrea Gotzmann (Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti-Doping-Agentur): „Die Entscheidung stellt einen Wendepunkt mit einer deutlichen Aussage des IOC für faire Wettbewerbe dar: Doping wird nicht toleriert. Von Zufriedenheit kann man aber nicht sprechen. Es ist traurig, dass eine solche Entscheidung notwendig war. Wir müssen unsere Arbeit nun noch weiter intensivieren für die Chancengleichheit aller Athleten.“

          Fußball-Weltverband (Fifa): Die Fifa hat die Entscheidung des IOC bezüglich der Teilnahme russischer Athleten an den kommenden Olympischen Winterspielen zur Kenntnis genommen. Diese Entscheidung hat keinen Einfluss auf die Vorbereitungen für die Fifa Fußball-Weltmeisterschaft 2018, da wir weiterhin daran arbeiten, die bestmögliche Veranstaltung zu liefern. In Bezug auf mögliche disziplinarische oder ethische Angelegenheiten, die bestimmte Personen betreffen, obliegt es den jeweiligen Fifa-Organen, diese zu bewerten.“

          Nationale Olympische Komitee der Vereinigten Staaten (Usoc): „Es gab keine perfekten Optionen, aber diese Entscheidung wird es eindeutig weniger wahrscheinlich machen, dass dies jemals wieder passiert.“

          Michael Ilgner (Sporthilfe-Vorstandsvorsitzende): „Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Es waren auch noch deutlichere Maßnahmen vorstellbar. Nun müssen weitere Schritte folgen, um die internationalen Anti-Doping-Bestimmungen auch flächendeckend durchzusetzen und verloren gegangenes Vertrauen wiederherzustellen. Es muss erkennbar bleiben, dass das IOC aktiv für seine Werte kämpft.“

          Ines Geipel (Vorsitzende des Dopingopfer Hilfeverein): „Putin und die Russen sind längst zu wichtig für den olympischen Sport, als dass bei allem Betrug eine konsequente Entscheidung drin gewesen wäre. Aber die Entscheidung stinkt und ist nichts anderes als vorsätzliche Hintertürpolitik. Die Logik des neutralen Deals.“

          Dmitri Swischtschew (Präsident des russischen Curling-Verbandes): „Diese Entscheidung kann und sollte man anfechten, denn sie bestimmt über das Schicksal einer ganzen Generation von Sportlern und Trainern.“

          Alexander Schubkow (Präsident des russischen Bob-Verbandes): „Ich bin einfach geschockt, was passiert ist und von der Entscheidung von Thomas Bach unser Land und unsere Sportler betreffend.“

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