06.09.2010 · Aus gesundheitlichen Gründen verlässt Willy Bogner die Geschäftsführung der Münchner Olympiabewerbung für 2018. Zum Vorsitzenden rückt Bernhard Schwank auf. Die Präsentation wird Katarina Witt alleine übernehmen.
Von Evi SimeoniWilly Bogner verlässt die Geschäftsführung der Münchner Bewerbungsgesellschaft für die Olympischen Winterspiele 2018 aus gesundheitlichen Gründen. Wie aus einer Pressemitteilung vom Montag hervorgeht, hat der 68 Jahre alte Mode-Unternehmer die Gesellschafterversammlung gebeten, ihn von seiner Aufgabe zu entbinden. Auf einer kurzfristig einberufenen Telefonkonferenz habe diese seinem Wunsch entsprochen. „Seine Erkrankung ist der alleinige Grund für seine Ablösung“, sagte Thomas Bach, der Vorsitzende der Gesellschafter, gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Meine Erkrankung ist doch ernster als angenommen“, wird Bogner zitiert. „Von längeren Auslandsreisen raten meine Ärzte dringend ab.“ Er leidet an einer gefährlichen Darmentzündung.
Die Gesellschafter kündigten an, Bogner in den Aufsichtsrat zu wählen. „Im Vordergrund stehen die Gesundheit von Willy Bogner und die volle Arbeitsfähigkeit der Gesellschaft - und die ist gewährleistet“, sagte Bach. Zum Vorsitzenden der Geschäftsführung rückt ab sofort Bernhard Schwank auf, der bisherige Stellvertreter Jürgen Bühl wurde zum ordentlichen Geschäftsführer ernannt. Die Präsentation der Bewerbung wird Katarina Witt als Vorsitzende des Kuratoriums alleine übernehmen.
Wegen seines Vorgehens stand Bogner in der Kritik
Bogner war in den vergangenen Wochen immer wieder in die Kritik geraten, hauptsächlich wegen eines Brandbriefes an die Gesellschafter, in dem er eine Erhöhung des Etats forderte und der noch am selben Tag an die Öffentlichkeit gelangte. Auch bei den unwilligen Grundstücksbesitzern in Garmisch-Partenkirchen war Bogner schlecht angekommen. Mit der Wirkung des einstigen Skirennläufers und James-Bond-Filmers auf die Entscheider der Olympiavergabe, die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees, war die Bewerbungsgesellschaft hingegen zufrieden gewesen. Aufgrund von Bogners Krankheit übernahm allerdings während der Olympischen Jugendspiele in Singapur bereits Katarina Witt die repräsentativen Aufgaben. Bei einer Veranstaltung am vergangenen Mittwoch hatte Bogner erstmals öffentlich von seinen gesundheitlichen Problemen gesprochen.
An einer anderen Front könnte sich die Lage der Olympiabewerbung demnächst entspannen. Auf der Suche nach Flächen in Garmisch-Partenkirchen könnten die amerikanischen Streitkräfte helfen. Das Verteidigungsministerium in Washington hat dem bayerischen Staatskanzleichef Siegfried Schneider nach dessen Auskunft zugesagt, noch im September über die Nutzung des Golfplatzes bei Garmisch zu entscheiden und das Vorhaben „wohlwollend zu prüfen“.