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Olympia 2014 Russen fordern Hilfe beim „Schwulen-Gesetz“

Viele Top-Sponsoren sind besorgt über die Auswirkungen des Gesetzes gegen „Propaganda“ für Homosexuelle auf Olympia in Sotschi. Nun kommt es zu einer absurden Verkehrung der Verantwortung. Die Russen fordern Hilfe vom IOC.

© dpa Die Russen hoffen auf Hilfe des IOC bei den Problemen mit dem „Schwulen-Gesetz“

Zu einer absurden Verkehrung der Verantwortung ist es bei der 125. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gekommen. Dmitrij Tschernyschenko, Organisationschef der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi, appellierte an das IOC, den Russen beim Umgang mit ihrem eigenen Gesetz gegen „Propaganda“ für Homosexuelle zu helfen. Er bat die Olympier, deren Charta Diskriminierung wegen sexueller Orientierung verbietet, die „Kampagnen und Spekulationen zu unterbinden“. Das Gesetz werde die Spiele nicht beeinflussen. Das IOC solle „diese Botschaft an alle weitertragen“.

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Gerhard Heiberg, Chef der IOC-Marketingkommission, hatte das Thema angesprochen. Viele Top-Sponsoren, besonders die amerikanischen, seien besorgt über die Auswirkungen des Gesetzes auf die Spiele, bis hin zu finanziellen Ausfällen. Aktivisten hatten schon zum Boykott ihrer Produkte aufgerufen. Die russische Regierung hat dem IOC widersprüchliche Auskünfte zur Gültigkeit des Gesetzes während Olympia gegeben - es verbietet zwar lediglich die Propagierung der Homosexualität gegenüber Minderjährigen, wird aber von Experten in aller Welt als dehnbares Druckmittel gegen, nach russischer Diktion, „nicht traditionelle sexuelle Beziehungen“ angesehen.

Das Gesetz werde keine Auswirkung auf die olympische Familie, Gäste oder Fans haben, versicherte Tschernyschenko noch einmal. Im Gegenzug verwies IOC-Präsident Jacques Rogge auf Regel 50 der Charta, die Athleten an Wettkampfstätten jede Propaganda verbietet. Wo es die Grenze zwischen Lebensäußerungen und Propaganda sieht, muss das IOC erst noch festlegen.

Quelle: F.A.Z.

 
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